Fachartikel & News

So betei­li­gen Sie den Fis­kus am Geschäfts­es­sen

Ohne ein lecke­res Essen a­rbei­tet es sich nur halb so gut. Damit eine Be­wir­tung zum Geschäfts­essen wird, soll­ten Sie die For­ma­lien ken­nen, die das Finanz­amt ver­langt. Wir sagen Ihnen, wann und wie Sie be­trieb­liche Be­wir­tun­gen steuer­lich gel­tend machen kön­nen.

Text: DATEV


Essen gehört zum Leben dazu – des­we­gen betrach­tet es das Finanz­amt eigent­lich als Pri­vat­sa­che, egal, ob Sie im Restau­rant, in der Kan­tine oder daheim spei­sen. Anders sieht die Sache jedoch aus, wenn Sie Kun­den zum Geschäfts­es­sen ins Restau­rant ein­la­den oder Ihren Mit­ar­bei­tern ein Cate­ring wäh­rend eines anstren­gen­den Pro­jekts spen­die­ren. Dann geht das Finanz­amt davon aus, dass die Bewir­tung betrieb­lich ver­an­lasst ist. Die Folge: Sie kön­nen die Aus­ga­ben dafür steu­er­lich gel­tend machen. Zu die­sen Bewir­tungs­kos­ten gehö­ren vor allem die Aus­ga­ben für Essen und Getränke, aber auch das Trink­geld für den Kell­ner oder die Gebüh­ren an der Gar­de­robe.

Geschäfts­es­sen für Kun­den oder Bewir­tung der Mit­ar­bei­ter

Die Finanz­ver­wal­tung unter­schei­det bei der Bewir­tung, wen Sie ein­la­den. Ent­we­der die Bewir­tung fin­det aus nicht geschäft­li­chem Anlass statt – dabei han­delt es sich in der Regel um die Bewir­tung der Mit­ar­bei­ter – oder es gibt einen geschäft­li­chen Anlass. Das ist etwa dann der Fall, wenn Sie einen Kun­den nach erfolg­rei­chem Ver­trags­ab­schluss zum Geschäfts­es­sen ein­la­den. Auch Restau­rant­be­su­che mit Lie­fe­ran­ten, Bera­tern oder selbst poten­zi­el­len Kun­den betrach­tet das Finanz­amt als Geschäfts­es­sen. Denn der Geschäfts­ab­schluss als sol­cher ist nicht ent­schei­dend dafür, ob Sie die Kos­ten für das Geschäfts­es­sen abset­zen dür­fen. Ob das Geschäfts­es­sen sich spä­ter tat­säch­lich für Sie in mehr Umsatz nie­der­schlägt, hat das Finanz­amt damit nicht zu inter­es­sie­ren.

Wich­tig ist, dass Sie die For­ma­lien für der­ar­tige Geschäfts­es­sen beach­ten. So müs­sen Sie die Kos­ten in Ihrer Buch­hal­tung getrennt auf­zeich­nen. Der beruf­li­che oder betrieb­li­che Anlass muss deut­lich aus dem Beleg der Bewir­tung her­vor­ge­hen. Sie benö­ti­gen einen maschi­nell erstell­ten und regis­trier­ten Rech­nungs­be­leg einer Regis­trier­kasse. Eben eine ord­nungs­ge­mäße Rech­nung, wie sie das Umsatz­steu­er­ge­setz vor­schreibt. Den­ken Sie spä­ter daran, den Bewir­tungs­be­leg zu kopie­ren oder ein­zu­scan­nen. Meist han­delt es sich bei den Restau­rant-Quit­tun­gen um Belege auf Ther­mo­pa­pier, die die zehn­jäh­rige Auf­be­wah­rungs­frist nicht les­bar über­ste­hen.

Anlass: so kon­kret wie mög­lich

Dar­über hin­aus müs­sen Ort, Datum, die Namen aller Teil­neh­mer, der Anlass der Bewir­tung, die ver­zehr­ten Spei­sen und Getränke sowie die ein­zel­nen Preise auf­ge­führt sein. Die Adres­sen der Teil­neh­mer sind nicht erfor­der­lich, aber das Finanz­amt darf im Zwei­fels­fall nach­ha­ken. Den Anlass soll­ten Sie mög­lichst detail­liert beschrei­ben und sich nicht auf das Stich­wort „Geschäfts­es­sen“ beschrän­ken. Ach­ten Sie auch dar­auf, dass das ver­zehrte Menü genau auf der Rech­nung steht. Ein Sam­mel­be­griff wie „Spei­sen und Getränke“ führt in aller Regel dazu, dass das Finanz­amt den Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug streicht. Mit Ihrer Unter­schrift bestä­ti­gen Sie, dass die Anga­ben kor­rekt sind. Damit Sie nicht ver­ges­sen, den Beleg zu ver­voll­stän­di­gen, fül­len Sie ihn daher am bes­ten direkt im Restau­rant aus.

Die Kos­ten für das Geschäfts­es­sen dür­fen Sie ledig­lich zu 70 Pro­zent als Betriebs­aus­ga­ben abset­zen – essen müs­sen Sie schließ­lich sowieso. Der beschränkte Abzug gilt jedoch nur für die ein­kom­men­steu­er­li­che Seite. Bei der Umsatz­steuer kön­nen Sie den 100-pro­zen­ti­gen Vor­steu­er­ab­zug aus der Bewir­tungs­rech­nung nut­zen. Auch die Auf­zeich­nungs­pflich­ten grei­fen hier nicht. Damit kön­nen Sie die Vor­steuer aus Bewir­tungs­be­le­gen auch dann gel­tend machen, wenn Sie nicht an die for­ma­len Auf­zeich­nungs­pflich­ten für Geschäfts­es­sen gedacht haben. Dies gilt nach aktu­el­ler Recht­spre­chung selbst dann, wenn die Pflicht­an­ga­ben auf Bewir­tungs­be­le­gen nicht zeit­nah und zunächst nicht voll­stän­dig erfasst wur­den.

Vol­ler Steu­er­ab­zug für Mit­ar­bei­ter-Bewir­tung

Spen­die­ren Sie Ihren Ange­stell­ten ein Essen oder las­sen die Bewir­tung für eine lang­wie­rige Bespre­chung ins Haus lie­fern, dür­fen Sie die Kos­ten dafür zu 100 Pro­zent steu­er­lich anset­zen. Das gilt aber nur, wenn wirk­lich alle Ver­kös­tig­ten zu Ihren Mit­ar­bei­tern gehö­ren. Sobald auch nur eine Per­son am Essen teil­nimmt, die nicht zu Ihren Mit­ar­bei­tern zählt, wird aus dem betrieb­li­chen ein geschäft­li­cher Anlass – und die Aus­ga­ben sind nur noch beschränkt abzugs­fä­hig.

Bewir­ten Sie Ihre Arbeit­neh­mer, soll­ten Sie den Anlass begrün­den. Das kön­nen Sie zum Bei­spiel mit dem Ablauf einer inter­nen Schu­lung oder der Tages­ord­nung einer Pro­jekt­be­spre­chung tun. Außer­dem soll­ten Sie dar­auf ach­ten, ob es sich um eine Bewir­tung aus beson­de­rem Anlass han­delt oder um ein Beloh­nungs­es­sen außer Haus. Die Bewir­tung der Ange­stell­ten ist bei einem außer­ge­wöhn­li­chen Arbeits­ein­satz steuer- und sozi­al­ver­si­che­rungs­frei. Die­ser ist bei­spiels­weise gege­ben, wenn inner­halb kur­zer Zeit viel Arbeit zu tun ist. Außer­ge­wöhn­li­che betrieb­li­che Bespre­chun­gen kön­nen eben­falls Anlass für ein Arbeits­es­sen sein. Ent­schei­dend ist, dass sol­che Essen nicht regel­mä­ßig statt­fin­den.

Aller­dings dür­fen Sie pro Mit­ar­bei­ter nicht mehr als 60 Euro inklu­sive Umsatz­steuer aus­ge­ben. Diese Frei­grenze soll­ten Sie unbe­dingt beach­ten. Denn wenn die Kos­ten pro Arbeit­neh­mer den Betrag auch nur um einen Cent über­stei­gen, wird die kom­plette Summe steu­er­pflich­tig. Das Beloh­nungs­es­sen außer Haus – zum Bei­spiel der Gang ins Restau­rant nach der monat­li­chen Team­sit­zung – zählt zum Arbeits­lohn und ist damit lohn­steuer- und sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig. Hier kön­nen Sie jedoch die Frei­grenze für Sach­be­züge von monat­lich 44 Euro nut­zen, wenn diese nicht schon durch andere Zuwen­dun­gen aus­ge­schöpft ist. Dazu müs­sen kein per­sön­li­ches Ereig­nis und kein betrieb­li­cher Anlass vor­lie­gen. Das setzt aber vor­aus, dass diese Frei­grenze im betref­fen­den Monat noch nicht durch andere Sach­be­züge – zum Bei­spiel Waren- oder Tank­gut­scheine – auf­ge­braucht wor­den ist.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

This is a unique website which will require a more modern browser to work! Please upgrade today!