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Betrieb­li­ches Gesund­heits­management lohnt sich immer

Durch be­trieb­liches Ge­sund­heits­ma­nage­ment sen­ken Kon­zer­ne die Fehl­zei­ten der Mit­ar­beiter. Mit dem rich­tigen Kon­zept schaf­fen das auch klei­nere Fir­men. Dies er­for­dert enge Ko­ope­ra­tion mit den Kran­ken­kas­sen – und Rück­spra­che mit Steu­er­be­ra­ter sowie Anwalt.

Text: Midia Nuri


Hei­len ist gut, Vor­sor­gen ist bes­ser. Mit spe­zi­el­len Ange­bo­ten ermun­tern viele Kran­ken­kas­sen darum Unter­neh­mer, etwas für die Gesund­heit ihrer Beschäf­tig­ten zu tun. So kann der Chef bei zahl­rei­chen Kran­ken­kas­sen für dort Ver­si­cherte bei­spiels­weise Unter­stüt­zung für Kurse oder Bera­tungs­ge­sprä­che erhal­ten. Es gibt auch die Mög­lich­keit, etwa mit einer zusätz­li­chen Brille etwas für die Gesund­heit der Mit­ar­bei­ter zu tun. Oder Abspra­chen für eine gut orga­ni­sierte betrieb­li­che Wie­der­ein­glie­de­rung nach einer krank­heits­be­ding­ten Aus­zeit zu tref­fen. Fir­men­chefs, die hier­bei inten­siv mit Kran­ken­kas­sen zusam­men­ar­bei­ten, tun nicht nur etwas für die phy­si­sche oder psy­chi­sche Gesund­heit ihrer Beschäf­tig­ten. Sie stär­ken so auch die finan­zi­elle Gesund­heit ihres Unter­neh­mens. Denn betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment hilft dabei, Kos­ten zu spa­ren und die Leis­tungs­kraft der Mit­ar­bei­ter zu erhö­hen. Unter­neh­mer soll­ten klä­ren, was sach­ge­recht sowie auch steu­er­lich und sozi­al­recht­lich sinn­voll oder nötig ist.

Gesund­heits­ma­nage­ment? Fehl­zei­ten kos­ten mehr!

Krank­heits­be­dingte Aus­fälle ihrer Mit­ar­bei­ter kos­ten deut­sche Unter­neh­men eine Stange Geld. 2017 zahl­ten die Fir­men­chefs schät­zungs­weise 53 Mil­li­ar­den Euro an Lohn­fort­zah­lung für kranke Mit­ar­bei­ter. Im Jahr 2006 waren es nur gut 25 Mil­li­ar­den Euro. Natür­lich spielt bei der Zunahme auch eine Rolle, dass es mehr Beschäf­tigte gibt und die Gehäl­ter gestie­gen sind. Wesent­lich für diese Ent­wick­lung ist aller­dings der seit eini­gen Jah­ren stei­gende Kran­ken­stand. Und gegen den lässt sich durch gutes betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment etwas tun. Das gilt nicht nur für Kon­zerne. Klei­nere Fir­men kön­nen davon eben­falls pro­fi­tie­ren. Und gerade sol­che Fir­men hät­ten ein betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment oft auch beson­ders nötig. Denn bei ihnen ist die Zahl der Fehl­tage rela­tiv hoch, wie der BKK-Gesund­heits­re­port fest­stellt. Kon­zer­nen mit ihren häu­fig aus­ge­feil­ten Pro­gram­men für Gesund­heits­ma­nage­ment ist es dage­gen gelun­gen, die Fehl­zei­ten zu redu­zie­ren.

Fehl­zeiten mit be­trieb­lichem Gesund­heits­ma­nage­ment sen­ken

Die gute Nach­richt: Unter­neh­mer kön­nen durch ein sinn­vol­les betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment die Fehl­zei­ten ihrer Mit­ar­bei­ter ver­kür­zen. Prä­ven­tion wirkt, das ist wis­sen­schaft­lich erwie­sen. Die Zah­len sind deut­lich: In Betrie­ben mit bis zu neun Beschäf­tig­ten lässt sich die Hälfte der Fehl­tage auf Lang­zeit­er­kran­kun­gen zurück­füh­ren. In grö­ße­ren Betrie­ben ist die­ser Anteil auf­grund umfas­sen­der Ange­bote für Prä­ven­tion und Wie­der­ein­glie­de­rung um zehn Pro­zent­punkte nied­ri­ger. Die dort häu­fig sehr umfas­sen­den Ange­bote mit ver­schie­dens­ten Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men loh­nen sich also. Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment dient damit nicht nur der Mit­ar­bei­ter­wer­bung und -bin­dung. In den Per­so­nal­ab­tei­lun­gen hat sich längst her­um­ge­spro­chen, dass sich Aus­ga­ben selbst für üppige Prä­ven­ti­ons­an­ge­bote rech­nen. Denn diese Kos­ten lie­gen immer noch unter denen der sonst durch Krank­heit ver­ur­sach­ten, unver­meid­li­chen Fehl­tage.

Gesund­heits­ma­nage­ment: Diese Pflich­ten haben Ar­beit­geber

Zumin­dest teil­weise ist betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment für Arbeit­ge­ber jedoch nicht nur Eigen­nutz, gepaart mit sozia­lem Gemein­sinn, son­dern gesetz­li­che Pflicht. Einem lang­zeit­er­krank­ten Mit­ar­bei­ter muss der Arbeit­ge­ber näm­lich Maß­nah­men zur betrieb­li­chen Ein­glie­de­rung anbie­ten. Das Wich­tigste zu die­sem Thema hat die Tech­ni­ker Kran­ken­kasse über­sicht­lich zusam­men­ge­stellt. Erkrankt jemand län­ger, müs­sen Unter­neh­mer im Rah­men des betrieb­li­chen Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ments klä­ren, wie sie ein für ihn gesund­heits­freund­li­ches Arbeits­um­feld schaf­fen kön­nen. Kehrt der Beschäf­tigte nach län­ge­rer Erkran­kung an sei­nen Arbeits­platz zurück, geht dies im Rah­men einer stu­fen­wei­sen Wie­der­ein­glie­de­rung auch schritt­weise. Zu wei­te­ren flan­kie­ren­den Maß­nah­men kön­nen Ver­än­de­run­gen an Abläu­fen oder im Arbeits­platz­um­feld gehö­ren, etwa nach einem Band­schei­ben­vor­fall. Oder der Betrof­fene erhält neue Auf­ga­ben. Prak­ti­sche Hand­rei­chun­gen für die Ein­glie­de­rung erkrank­ter Mit­ar­bei­ter fin­den Unter­neh­mer bei den Inte­gra­ti­ons­äm­tern. Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten und Kran­ken­kas­sen ste­hen eben­falls als Ansprech­part­ner zur Ver­fü­gung. Unter­neh­mer soll­ten zudem natür­lich Detail­fra­gen aus Arbeits-, Steuer- oder auch Daten­schutz­recht mit Anwalt oder Steu­er­be­ra­ter klä­ren.

Psy­chi­sche Ge­sund­heits­risiken nicht ver­gessen

Auch bei der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung kön­nen neben Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten und Unfall­kas­sen die Kran­ken­kas­sen hel­fen. Das
ist mit Blick auf die Prä­ven­tion sehr sinn­voll. Denn es geht ja nicht nur bei­spiels­weise um die ergo­no­mi­sche Gestal­tung eines Arbeits­plat­zes. Gerade die psy­chi­sche Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung bil­det oft eine gute Basis für die Ent­wick­lung wir­kungs­vol­ler Prä­ven­ti­ons­an­ge­bote. Auch zu der sind Arbeit­ge­ber inzwi­schen ver­pflich­tet. Aller­dings dürf­ten kleine und mit­tel­große Betriebe dazu ohne externe Unter­stüt­zung kaum in der Lage sein. Allein in Deutsch­land gibt es laut Bun­des­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA) der­zeit 90 unter­schied­li­che Ver­fah­ren zur Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psy­chi­scher Belas­tun­gen. Daher ist Hilfe durch einen Dienst­leis­ter hier beson­ders sinn­voll.

Be­trieb­liches Ge­sundheits­ma­nagement er­for­dert Prä­ven­tion

Wie heißt es im Fuß­ball so schön: „Nach der Reha ist vor der Reha“. Damit das nicht im Unter­neh­men pas­siert, soll­ten sich Fir­men­chefs bei ihrem betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ment vor allem auf die Prä­ven­tion kon­zen­trie­ren. Denn Vor­sor­gen ist bekannt­lich bes­ser als Hei­len. Das gilt für gesunde Mit­ar­bei­ter natür­lich ebenso wie für bereits frü­her ein­mal Erkrankte. Min­des­tens 300 Mil­lio­nen Euro jähr­lich sol­len Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen für Gesund­heits­för­de­rung unter ande­rem in Betrie­ben sowie Schu­len und ande­ren Ein­rich­tun­gen auf­wen­den. Für Unter­neh­mer ein wei­te­rer Grund, den Mit­ar­bei­tern ein Prä­ven­ti­ons­an­ge­bot zu machen. Gro­ßes Eigen­in­ter­esse an gesun­den Beschäf­tig­ten haben sie ja sowieso, jetzt wird das Enga­ge­ment auch finan­zi­ell bes­ser unter­stützt. „Gesund leben und arbei­ten“ betrach­tet die Bun­des­re­gie­rung als eines der Hand­lungs­fel­der, für die Maß­nah­men anste­hen, berich­tet die „Ärz­te­zei­tung“.

Kranken­kas­sen bie­ten Kur­se für das Ge­sund­heitsmanagement

Das zum Jah­res­be­ginn 2016 über­ar­bei­tete – über meh­rere Geset­zes­texte ver­streute – Prä­ven­ti­ons­ge­setz sieht neben diver­sen Maß­nah­men wie etwa Schutz­imp­fun­gen unter ande­rem auch vor, dass die Kas­sen zwei Euro pro Ver­si­cher­ten für betrieb­li­che Prä­ven­tion aus­ge­ben. Das soll­ten Unter­neh­mer für ihr betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment nut­zen. Zur bes­se­ren Ver­net­zung ver­schie­de­ner Maß­nah­men rund um die Prä­ven­tion hat die Bun­des­re­gie­rung Koor­di­nie­rungs­stel­len ein­ge­rich­tet, die kas­sen­über­grei­fend bera­ten sol­len. Unter­neh­mer kön­nen auch eine Kran­ken­kasse anspre­chen, um sich nach Prä­ven­ti­ons­mög­lich­kei­ten vor Ort zu erkun­di­gen. Ent­we­der eine Kasse, in der die meis­ten Mit­ar­bei­ter ver­si­chert sind, oder eine Kasse vor Ort, die sich stark mit Ange­bo­ten enga­giert. Mög­li­cher­weise bie­ten die bereits etwas Pas­sen­des an oder hel­fen Unter­neh­mern, Ange­bote für ihre Mit­ar­bei­ter zu orga­ni­sie­ren.

Auch für gute An­ge­bote braucht es nicht viel

Die ver­nünf­tige, umfas­sende gesund­heit­li­che Prä­ven­tion muss nicht viel kos­ten. Weder sind Fit­ness­räume nötig, noch Inhouse-Ent­span­nungs­an­ge­bote oder ein ange­stell­ter Betriebs­arzt – das wäre in Unter­neh­men mit weni­gen Mit­ar­bei­tern unrea­lis­tisch. Aber auch Inha­ber klei­ner Betriebe kön­nen ihren Mit­ar­bei­tern steu­er­be­güns­tigt den Kurs in Rücken­gym­nas­tik, das Anti-Stress-Trai­ning, die Ernäh­rungs­be­ra­tung, den Yoga­kurs bezah­len. Bis zu 500 Euro pro Kopf und Jahr dür­fen für betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung ange­setzt wer­den, unter Umstän­den sogar mehr. Und wenn sich meh­rere Unter­neh­men einer Region zusam­men­tun, kön­nen sie für die Beleg­schaf­ten ein Prä­ven­ti­ons­pro­gramm von einem Dienst­leis­ter zusam­men­stel­len las­sen. Ihre Mit­ar­bei­ter kön­nen ent­spre­chende Bera­tun­gen und Kurse auf frei­wil­li­ger Basis in der Mit­tags­pause oder nach Dienst­schluss besu­chen. Falls es dafür kei­nen Platz in der Firma gibt, las­sen sich Räume im Gemein­de­haus, in einer Kin­der­ta­ges­stätte oder beim Sport­ver­ein anmie­ten. Über­haupt emp­fiehlt sich eine enge Zusam­men­ar­beit mit Ver­ei­nen, Innun­gen, Kam­mern oder Land­schafts­ver­bän­den vor Ort. Es gibt viele Mög­lich­kei­ten. Unter­neh­mer soll­ten sich umhö­ren und das mit ihren Mit­ar­bei­tern bespre­chen.

Pa­let­te reicht von Yo­ga­kurs bis Rau­cher­entwöhnung

Das Ange­bot an Prä­ven­ti­ons­kur­sen für attrak­ti­ves und sinn­vol­les betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment ist breit: Rücken­schule, Augen­schule, Rau­cher­ent­wöh­nungs­kurse, Yoga, Qigong oder auch pro­gres­sive Mus­kel­ent­span­nung – all dies sind von den Kran­ken­kas­sen aner­kannte Mög­lich­kei­ten. Unter­neh­mer kön­nen vie­les anbie­ten, all­ge­mein wie auch spe­zi­ell mit Blick auf Such­ter­kran­kun­gen oder auf psy­chi­sche Erkran­kun­gen wie die hier­zu­lande zuneh­mende Depres­sion. Manch­mal ist die beste Prä­ven­tion aber auch ein­fach das gute alte Nach­hau­se­schi­cken eines kran­ken Mit­ar­bei­ters. Wie sinn­voll Prä­ven­tion ist, erklärt sich aus den Grün­den für Lang­zeit­er­kran­kun­gen: Mus­kel- und Ske­let­ter­kran­kun­gen wie Rücken­lei­den sowie psy­chi­sche Stö­run­gen sind dem BKK-Report zufolge die häu­figs­ten Ursa­chen. Diese bei­den Krank­hei­ten ver­ur­sa­chen mehr als jeden zwei­ten Kran­ken­geld­tag – und sie las­sen sich rela­tiv gut mit Prä­ven­ti­ons­kon­zep­ten ver­hin­dern.

Vor­sor­ge ist für die Mit­ar­bei­ter steu­er­be­günstigt

Bie­ten Unter­neh­mer ihren Mit­ar­bei­tern im Rah­men des betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments einen Prä­ven­ti­ons­kurs an, ist das steu­er­be­güns­tigt: Sie kön­nen Gesund­heits­för­der­maß­nah­men wie etwa Kurse als Per­so­nal­kos­ten gel­tend machen und natür­lich auch die Vor­steuer zie­hen. Mit dem Steu­er­be­ra­ter klä­ren Unter­neh­mer die Details. Und für den Mit­ar­bei­ter ist so eine Zuwen­dung bis zu einer Höhe von 500 Euro jähr­lich lohn­steuer- und abga­ben­frei. Da ist sicher eini­ges an Yoga, Tai­ji­quan, Rücken- oder Seh­schule drin. Ideen fin­den Unter­neh­mer beim Netz­werk für betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung. Eine Mög­lich­keit für die Mit­ar­bei­ter fin­det sich in dem bun­ten Strauß an Mög­lich­kei­ten alle­mal.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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