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Gute Ideen für Wer­be­ge­schen­ke sind nur der erste Schritt

Oft ist es schon schwie­rig, gu­te Ideen für Wer­be­ge­schen­ke zu fin­den. Und dann soll noch die ge­sam­te Wer­be­prä­sent­stra­te­gie durch­dacht sein. Aber oh­ne Rück­spra­che mit An­walt und Steu­er­be­ra­ter dro­hen hier viele Fal­len, vom Kor­rup­tions­ver­dacht bis zu Steu­er­nach­forderungen.

Text: Frank Wiercks


Die Auf­lis­tung klingt wie eine Ansamm­lung bana­ler All­tags­ge­gen­stände: Schreib­ge­räte, Notiz­bü­cher, Kalen­der, USB-Sticks, Power­banks, Tas­sen, Taschen, Tex­ti­lien, Fla­schen­öff­ner, Süß­wa­ren, Werk­zeuge, Regen­schirme, Feu­er­zeuge, Schlüs­sel­an­hän­ger, Frei­zeit­ar­ti­kel, Well­ness­ar­ti­kel. Tat­säch­lich han­delt es sich um Wer­be­ar­ti­kel, deren Beliebt­heit der Gesamt­ver­band der Wer­be­ar­ti­kel-Wirt­schaft (GWW) für den Wer­be­ar­ti­kel-Moni­tor 2019 abge­fragt hat. Und deren Effi­zi­enz er in der Wer­be­ar­ti­kel-Wir­kungs­stu­die 2019 ana­ly­siert. Das ver­blüf­fende Ergeb­nis: Fast jeder Deut­sche besitzt sol­che Arti­kel. Und 90 Pro­zent nut­zen sie – etwa zwei Drit­tel bereits län­ger als ein Jahr. Wer­be­ge­schenke sind offen­kun­dig ein Erfolg ver­spre­chen­des Instru­ment beim Buh­len um die Auf­merk­sam­keit der Kun­den oder beim Pfle­gen der Bezie­hun­gen zu Geschäfts­part­nern. Und anschei­nend zeich­net gute Ideen für Wer­be­ge­schenke nicht nur aus, dass sie unge­wöhn­lich sind. Rich­tig gemacht, kön­nen kon­ven­tio­nelle Give-aways laut GWW-Stu­die beim Emp­fän­ger ebenso punk­ten wie Trend­pro­dukte. Was aber nicht bedeu­tet, dass es reicht, ohne gro­ßes Nach­den­ken ein­fach 08/15-Wer­be­prä­sente zu nut­zen. Denn wer Wer­be­ge­schenke aus pfif­fi­gen Ideen ent­wi­ckelt und gekonnt über­gibt, macht letzt­lich einen nach­hal­ti­ge­ren Ein­druck.

Bei Ideen für Wer­be­ge­schen­ke öko­lo­gisch den­ken

Jedem Unter­neh­mer dürfte klar sein, dass Ideen für Wer­be­ge­schenke aktu­el­len Trends fol­gen. Wer gut ankom­men will, setzt daher auf eine Kom­bi­na­tion aus Trend­scou­ting und Nutz­wert. Öko etwa steht bei Wer­be­prä­sen­ten der­zeit hoch im Kurs. „Der Trend zur Nach­hal­tig­keit und zu qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge­ren Pro­duk­ten ist ein­deu­tig“, so Michael Fre­ter bei der Wer­be­ar­ti­kel­messe PSI 2018. Dort prä­sen­tierte der PSI-Geschäfts­füh­rer ein Bran­chen­ba­ro­me­ter. Dem­nach hat­ten 90 Pro­zent der befrag­ten Wer­be­ar­ti­kel­lie­fe­ran­ten und Händ­ler zer­ti­fi­zierte oder nach­weis­lich nach­hal­tige Pro­dukte im Sor­ti­ment. Bei jedem zwei­ten über­traf der Anteil nach­hal­ti­ger Pro­dukte am Gesamt­sor­ti­ment 30 Pro­zent. Wer­be­ge­schenke bestehen zuneh­mend aus nach­hal­ti­gem Mate­rial wie Holz, Tex­ti­lien oder recy­cel­ba­rem Plas­tik. Außer­dem erklärte das Online­ma­ga­zin „foer​der​land​.de“ zum Trend: „Give-aways wer­den 2019 zu Hap­ti­cals, die das Bran­ding eines Unter­neh­mens oder eines Pro­dukts direkt erfahr­bar machen.“ Wer Ideen für ange­sagte Wer­be­ge­schenke sucht, sollte also Rich­tung Öko den­ken – es gibt sogar einen Nach­hal­tig­keits-Preis. Aber er darf kei­nes­falls ver­ges­sen, dass zur Geschenk­stra­te­gie noch mehr gehört.

Mes­sen und Spe­zial­agen­tu­ren lie­fern Anre­gun­gen

Unter­neh­mer kön­nen sich bei Mes­sen und Spe­zi­al­agen­tu­ren infor­mie­ren, was gerade ange­sagt ist an klei­nen Auf­merk­sam­kei­ten für Geschäfts­part­ner. Für viele Betriebe sind Wer­be­ge­schenke ein wich­ti­ger Bestand­teil im Mar­ke­ting­mix. Sie gaben dafür 2018 laut GWW 3,6 Mil­li­ar­den Euro aus. Bei Fir­men mit bis zu 50 Mit­ar­bei­tern macht die­ser Pos­ten den Groß­teil des Bud­gets für Wer­bung und Kom­mu­ni­ka­tion aus. Beson­ders gut ein­ge­setzt ist die­ses Geld natür­lich, wenn Wer­be­ge­schenke durch gute Ideen zum Image- und Sym­pa­thie­trä­ger wer­den. Aber die Suche nach dem Auf­fäl­li­gen, Außer­ge­wöhn­li­chen, Indi­vi­du­el­len ist nicht ein­fach. Bei Mes­sen etwa sind oft immer noch bevor­zugt soge­nannte Streu­ar­ti­kel im Ein­satz: kon­ven­tio­nell, aber durch­aus wir­kungs­voll. Bes­ser um Auf­merk­sam­keit buh­len lässt sich jedoch mit Prä­sen­ten, die Fan­ta­sie oder ein kon­kre­ter Bezug zu Pro­dukt bezie­hungs­weise Ziel­gruppe aus­zeich­net. Wobei das nicht auto­ma­tisch teu­rer sein muss. Wie wäre es etwa mit Wim­pern­tu­sche statt einem Kugel­schrei­ber? Aber was immer Sie in Sachen Wer­be­ge­schenke tun: Machen Sie es mit einem Plan.

Top-Ten-Geschenke

Stra­te­gie für Wer­be­ge­schen­ke fest­le­gen

Pfif­fige Ideen und geeig­nete Anlässe zur Über­gabe von Wer­be­ge­schen­ken fin­den sich genug. Aber immer noch gibt es Fir­men­chefs, die ein­fach einem Mit­ar­bei­ter den Wer­be­mit­tel­ka­ta­log geben und sagen: „Such mal was Schö­nes für die Geschäfts­part­ner aus.“ Wirk­lich gute Ideen für Wer­be­ge­schenke und stim­mige Geschenk­stra­te­gien ent­ste­hen so sel­ten. Bes­ser ist es, zumin­dest die große Linie zur Chef­sa­che zu machen. Mit Steu­er­be­ra­ter und Rechts­an­walt sollte der Unter­neh­mer den finan­zi­el­len sowie recht­li­chen Rah­men erkun­den, in dem sich Prä­sente nut­zen las­sen. Zudem sollte er mit Mar­ke­ting­ex­per­ten bespre­chen, wel­che indi­vi­du­elle Bot­schaft sei­nem Unter­neh­men nach­hal­tig Auf­merk­sam­keit bringt. Dar­auf soll­ten die Give-aways abge­stimmt sein. Gute Ideen für Wer­be­ge­schenke sind nicht nur mit Blick auf das kon­krete Pro­dukt wich­tig, das das Gegen­über erhält. Son­dern ebenso mit Blick auf die Aus­sa­gen, die es sym­bo­lisch und auch ganz prak­tisch in Form einer Auf­schrift trans­por­tiert. So eine Geschenk­stra­te­gie umfasst sie­ben Schritte und sollte regel­mä­ßig auf ihre Wirk­sam­keit über­prüft wer­den.

Anlass und Ziel der Wer­be­prä­sen­te über­prü­fen

Bestands­auf­nahme: Wie viel Geld haben in der Ver­gan­gen­heit wel­che Arten von Wer­be­prä­sen­ten gekos­tet? Wer hat zu wel­chem Anlass was bekom­men? Stel­len Sie den Betrag in Rela­tion zu mess­ba­ren Ergeb­nis­sen in Form von Neu- und Fol­ge­auf­trä­gen oder erhöh­ter Bekannt­heit. Haben diese Akti­vi­tä­ten etwas gebracht oder gilt die Schluss­fol­ge­rung „Außer Spe­sen nichts gewe­sen“?

Ziel­set­zung: Wel­chem Zweck soll der Ein­satz von Wer­be­ge­schen­ken künf­tig die­nen? Das Unter­neh­men als Marke posi­tio­nie­ren, ein bestimm­tes Pro­dukt prä­sen­tie­ren, sich durch unkon­ven­tio­nelle Maß­nah­men gene­rell ins Gespräch brin­gen? Je nach Absicht bie­ten sich unter­schied­li­che Wer­be­prä­sente an, vom Dau­er­bren­ner Kugel­schrei­ber bis zum Sym­pa­thie­trä­ger Kuschel­tier.

Anlass: In wel­chen Situa­tio­nen bezie­hungs­weise auf wel­chen Wegen sol­len die Prä­sente ihre Emp­fän­ger errei­chen? Bil­den Sie ver­schie­dene Kate­go­rien von Geschen­ken. Für den Mes­se­stand könn­ten sich eher Streu­ar­ti­kel anbie­ten, für per­sön­li­che Tref­fen hoch­wer­ti­gere Dinge wie ein robus­ter Ruck­sack oder eine ele­gante Power­bank – mit dezen­tem Logo, vom Emp­fän­ger aber auch pri­vat nutz­bar und des­halb mit einer gewis­sen Ein­satz­ga­ran­tie ver­se­hen.

Ideen für Wer­be­ar­ti­kel mit Ex­per­ten bespre­chen

Pas­sende Prä­sente: Nut­zen Sie Anre­gun­gen von Mit­ar­bei­tern, aber auch Wer­be­agen­tu­ren, um Ideen für Wer­be­ge­schenke zu fin­den, die zum Unter­neh­men oder Pro­dukt pas­sen. Hier gilt es, sich – auch unter Kos­ten­as­pek­ten – nicht zu ver­zet­teln. Bes­ser ist es, eine über­schau­bare Anzahl unter­schied­li­cher Wer­be­prä­sente in aus­rei­chend hoher Stück­zahl zu ordern, damit sie mög­lichst güns­tig blei­ben. Ent­wer­fen Sie außer­dem für wer­ti­gere Prä­sente, die per­sön­lich über­reicht wer­den, eine kleine Geschichte zu ihrer Ent­ste­hung oder Bedeu­tung. Sie und Ihre Mit­ar­bei­ter soll­ten diese Bot­schaf­ten als Teil des Sto­ry­tel­lings bei der Über­gabe quasi mit­lie­fern. Rich­tig gemacht, wirkt das authen­tisch und sym­pa­thisch. Außer­dem blei­ben kleine Anek­do­ten bei vie­len Gesprächs­part­nern in Erin­ne­rung.

Hilf­rei­che Dienst­leis­ter: Tau­schen Sie sich mit Exper­ten in Sachen Wer­be­mit­tel aus. Dazu zählt nicht nur eine Agen­tur, die Pro­dukte mit aus­sucht, gestal­tet oder die Her­stel­lung orga­ni­siert und des­halb die meis­ten Trends kennt. Reden Sie auch mit Anwalt und Steu­er­be­ra­ter über mög­li­che neue Rah­men­be­din­gun­gen oder Urteile zu geschäft­li­chen Geschen­ken.

Regel­mä­ßig Wirk­sam­keit der Prä­sen­te hin­ter­fra­gen

Pro­jekt­ver­ant­wort­li­cher: Machen Sie grund­sätz­li­che Ent­schei­dun­gen über die Geschenk­stra­te­gie zur Chef­sa­che, aber ver­zet­teln Sie sich nicht im Klein-Klein von Design und Aus­wahl. Benen­nen Sie einen Ver­ant­wort­li­chen, der sich kon­ti­nu­ier­lich um das Thema küm­mert. Er sollte Sie recht­zei­tig erin­nern, dass wie­der grund­le­gende Fra­gen zu klä­ren sind. Wich­tig ist, die Zustän­dig­keit für Wer­be­ge­schenke nicht vom einen zum ande­ren zu schie­ben, bis sie schließ­lich beim Prak­ti­kan­ten lan­det.

Con­trol­ling: Hin­ter­fra­gen Sie regel­mä­ßig, ob sich der Ein­satz der aktu­el­len Wer­be­prä­sente lohnt oder Ver­bes­se­rungs­be­darf besteht. Fra­gen Sie zur Erfolgs­kon­trolle bei aus­ge­wähl­ten Kun­den, wie gut wel­che Prä­sente ankom­men. Erkun­di­gen Sie sich auch bei Ihren Mit­ar­bei­tern, was beson­ders gut ankommt und was sich zum Laden­hü­ter ent­wi­ckelt. Jene Arti­kel, die die eige­nen Beschäf­tig­ten gar nicht mehr mit­neh­men, soll­ten schnell aus­sor­tiert wer­den.

Unter­neh­mer soll­ten – aus­ge­hend von der aktu­el­len Bestands­auf­nahme – regel­mä­ßig die Ziele und Umset­zung ihrer Geschenk­stra­te­gie über­prü­fen. Stim­men die Ergeb­nisse nicht mehr, ist es Zeit für neue Ideen für Wer­be­ge­schenke.

Gute Ideen für Wer­be­ge­schen­ke fin­den

Eigent­lich sind gute Ideen für Wer­be­ge­schenke nahe­lie­gend – man kopiert erfolg­rei­che Kon­zepte oder ent­wi­ckelt aus eige­nen Pro­duk­ten ein neues. Zwang­haft Auf­fäl­li­ges auf die Beine stel­len zu wol­len, ist aber nicht auto­ma­tisch die beste Lösung. Durch­aus beliebt sind bei Emp­fän­gern von Wer­be­prä­sen­ten auch wenig auf­re­gende, aber nütz­li­che Give-aways. Laut einer Umfrage von You­Gov lie­gen im Ran­king der belieb­tes­ten Wer­be­ge­schenke tech­ni­sche Gad­gets wie USB-Sticks, Power­banks oder USB-Hubs vorn. Auch Klas­si­ker wie Regen­schirme oder Kugel­schrei­ber sind gern gese­hene Zuwen­dun­gen. „deut​sche​-star​tups​.de“ betont, dass sol­che Ideen für Wer­be­ge­schenke nicht schlecht sein müs­sen, wenn die Prä­sente pfif­fig rea­li­siert sind. Eine Tasse mit auf­ge­druck­tem Foto fällt mit ent­spre­chen­der Bot­schaft sicher auf, und schon die Tas­sen­form könne Akzente set­zen: „Nie mehr den Löf­fel ver­ges­sen kann der Beschenkte mit einer Tasse, bei der das Besteck im Hen­kel sei­nen Platz fin­det.“ Alles andere als Stan­dard sei auch ein Duft­ka­len­der, der jeden Monat mit einer neuen Über­ra­schung für die Sinne auf­war­tet.

Unterschied­li­che Ge­schen­ke für di­ver­se Kun­den­gruppen

Kon­ven­tio­nelle Ideen für Wer­be­ge­schenke kön­nen also genau das Rich­tige sein. Aller­dings muss das Kon­zept gut durch­dacht wer­den, damit es zum Unter­neh­men passt und sich punkt­ge­nau umset­zen lässt. Will sagen: Der Kugel­schrei­ber als Streu­ar­ti­kel für die Messe kann durch­aus rich­tig sein. Er sollte aber ers­tens das Fir­men­logo oder eine bestimmte Bot­schaft ein­deu­tig trans­por­tie­ren, ohne auf­dring­lich zu wir­ken. Zwei­tens von guter Qua­li­tät sein, denn nichts ärgert Emp­fän­ger mehr als Wer­be­ge­schenke, die nach weni­gen Ein­sät­zen kaputt­ge­hen. So etwas beschä­digt auch das Image des Unter­neh­mens, von dem das Give-away stammt. Drit­tens sollte das Pro­dukt nach­hal­tig sein. Im Fall des Kugel­schrei­bers würde sich bei­spiels­weise anbie­ten, die Mine in eine Papp­hülle zu ste­cken statt in eine Plas­tik­röhre. Mit die­sem Ansatz lässt sich quasi wie mit einer Check­liste jede Idee für Wer­be­ge­schenke dar­auf prü­fen, ob sie funk­tio­niert. Noch bes­ser ist natür­lich eine indi­vi­du­elle Mischung aus Pro­dukt und Bot­schaft nach fol­gen­den Prin­zi­pien.

Top-Ten-Firmengeschenke

So erzie­len Give­-aways höchst­mög­li­che Auf­merksamkeit

Sym­pa­thie­trä­ger eta­blie­ren: Prä­sen­tie­ren Sie Ihr Unter­neh­men über­ra­schend und sym­pa­thisch. Die Romold GmbH im Sur­heim pro­du­ziert Kunst­stoff­schächte zur Was­ser­ent­sor­gung – und spielt bei Wer­be­prä­sen­ten mit dem Image der „Kanal­ratte“. Ein Stoff­tier in den Haus­far­ben Schwarz-Grün mit gro­ßen Knopf­au­gen und hän­gen­den Bart­haa­ren dient als Mas­kott­chen und Vor­lage für Wer­be­mit­tel. Selbst Geschäfts­part­ner des Unter­neh­mens tra­gen gerne Kra­wat­ten mit der Ratte.

Pro­dukt­de­tails prä­sen­tie­ren: Ver­wen­den Sie Teile aus der Fer­ti­gung für pfif­fige Wer­be­ge­schenke. Intel hat frü­her Teile aus dem Aus­schuss der Pen­tium-Chip-Pro­duk­tion in Acryl-Schlüs­sel­an­hän­ger ein­ge­bet­tet,
heute von Fans gesuchte Samm­ler­ob­jekte. Das gilt auch für Brief­be­schwe­rer aus dem für Audi typi­schen Alu­mi­nium, ein Wer­be­mit­tel für bestimmte Modell­rei­hen.

Bot­schaft for­mu­lie­ren: Nut­zen Sie anläss­lich eines spe­zi­el­len Kun­den­kon­takts beson­dere Wer­be­ge­schenke. Nach Rekla­ma­tio­nen könnte eine Stoff-Hexe mit der Bot­schaft „Die Feh­ler­hexe, die als Ursa­che gefun­den wurde“ Sym­pa­thie wecken. So pas­send wie prak­tisch wäre ein mit Fir­men­logo ver­se­he­ner Schirm, über­reicht mit der Zusage: „Wir las­sen Sie bei Rekla­ma­tio­nen nicht im Regen ste­hen“.

Die Über­ga­be der Wer­be­­ar­ti­kel pla­nen

Beein­flusst wer­den Ideen für Wer­be­ge­schenke nicht nur vom Pro­dukt und der Ziel­gruppe, son­dern auch vom kon­kre­ten Anlass des Ein­sat­zes. Diese drei Aspekte soll­ten auf­ein­an­der abge­stimmt sein.

Anlass: Zum Ein­satz kom­men Wer­be­ge­schenke unter ver­schie­de­nen Rah­men­be­din­gun­gen. Etwa bei öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen wie Mes­sen, Kon­fe­ren­zen, gespon­sor­ten Events. Oder bei indi­vi­du­el­len Gesprä­chen zur Bera­tung sowie am Point-of-Sale. Das Prä­sent sollte mit Bot­schaft und Wer­tig­keit zum Anlass pas­sen. Rei­chen bei einem nor­ma­len Mes­se­stand viel­leicht noch kleine Arti­kel zur all­ge­mei­nen Erin­ne­rung, darf das Give-away beim impo­san­ten Auf­tritt bei einer Leit­fach­messe gerne etwas grö­ßer sein. Bekommt ein Inter­es­sent beim Erst­kon­takt nur den ein­fa­chen Kugel­schrei­ber, sollte es bei einem Stamm­kun­den nach dem Bera­tungs­ge­spräch viel­leicht ein hoch­wer­ti­ge­rer Füll­fe­der­hal­ter sein. Hier ist ein gewis­ses Fin­ger­spit­zen­ge­fühl beim Pla­nen erfor­der­lich, um die rich­tige Balance aus zu billig/zu teuer und unpersönlich/zu per­sön­lich zu fin­den.

Bes­ser per­sön­li­ches An­schrei­ben als Gra­vur auf Fül­ler

Situa­tion: Wird das Prä­sent bei einer Groß­ver­an­stal­tung genutzt, im per­sön­li­chen Kon­takt oder ver­schickt? Die Wir­kung des Präsents hängt daran, ob die Art der Über­gabe zur Situa­tion passt. Am bes­ten ist die per­sön­li­che Über­gabe, etwa beim Kun­den­be­such oder einer Messe. Ein net­ter Small­talk ver­leiht dann dem Give-away eine beson­dere Note. Beim Post­ver­sand ist zu klä­ren, wie eine indi­vi­du­elle Note bei der Ver­pa­ckung oder ein per­sön­li­ches Anschrei­ben die Wir­kung ver­stärkt. Lieb­los ein­ge­tü­tete Sen­dun­gen mit Stan­dard­an­schrei­ben kom­men sel­ten gut an.

Per­so­na­li­sie­rung: Grund­sätz­lich las­sen sich Wer­be­ge­schenke indi­vi­du­ell auf den Emp­fän­ger abstim­men, etwa durch die Gra­vur sei­nes Namens auf einen Füll­fe­der­hal­ter. Aller­dings sollte gut über­legt wer­den, wann das sinn­voll ist. Ein per­sön­li­ches Anschrei­ben – bei Post­sen­dun­gen – wirkt immer und wird nicht wei­ter­ge­ge­ben. Ein auf ihn indi­vi­dua­li­sier­tes Prä­sent kann der Emp­fän­ger nicht ein­fach jemand ande­rem ver­ma­chen, falls er es nicht ver­wen­den will. Dann lan­det das Wer­be­ge­schenk even­tu­ell in einer Schub­lade und ent­fal­tet nir­gends seine Wir­kung.

Steu­er­re­geln für Wer­be­ge­schen­ke beach­ten

Die eige­nen Kos­ten als Betriebs­aus­ga­ben anset­zen und dem Geschäfts­part­ner erspa­ren, dass er ein Prä­sent als geld­wer­ten Vor­teil ver­steu­ern muss: Diese Ziele gehö­ren zum steu­er­recht­li­chen Kern einer Geschenk­stra­te­gie. Hier sollte kein Fir­men­chef ohne Rück­spra­che mit dem Steu­er­be­ra­ter han­deln, weil sich die gesetz­li­chen Vor­ga­ben immer mal wie­der ändern. Oder weil Gerichts­ur­teile zu einer ver­än­der­ten Aus­le­gung der Para­gra­fen füh­ren.

Steu­er­lich absetz­bar sind Prä­sente an einen Kun­den oder Geschäfts­part­ner, deren Wert den Betrag von 35 Euro netto nicht über­steigt. Meh­rere Zuwen­dun­gen inner­halb eines Jah­res wer­den addiert und dür­fen die Ober­grenze nicht über­schrei­ten. Damit der Emp­fän­ger auf diese „Ein­nah­men“ keine Steu­ern schul­det, sollte der Schen­kende eine Pau­schal­steuer von 30 Pro­zent ans Finanz­amt abfüh­ren. Die Über­nahme der Pau­schal­steuer wird nicht als wei­te­res steu­er­lich rele­van­tes Prä­sent gewer­tet.

Als Ent­nahme aus dem Betriebs­ver­mö­gen gel­ten Prä­sente mit einem Wert von über 35 Euro, sie las­sen sich nicht als Betriebs­aus­gabe abset­zen und sind vom Unter­neh­mer als Gewinn zu ver­steu­ern.

Pauschal­steuer für den Emp­fän­ger über­nehmen

Ohne Wert­grenze ver­schen­ken las­sen sich Prä­sente, die der Geschäfts­part­ner aus­schließ­lich für betrieb­li­che Zwe­cke ein­set­zen kann. Wer einem Kun­den etwa ein Com­pu­ter­pro­gramm spen­diert, das nur für beruf­li­che Tätig­kei­ten nutz­bar ist, kann über 35 Euro aus­ge­ben.

Eine Doku­men­ta­tion ist erfor­der­lich, um die Aner­ken­nung von Geschen­ken im Wert von bis zu 35 Euro als Betriebs­aus­ga­ben beim Finanz­amt durch­zu­brin­gen. Hier­für muss eine Liste über die jewei­li­gen Emp­fän­ger geführt wer­den. Aus­nah­men grei­fen nur für soge­nannte Streu­ar­ti­kel mit einem Wert von unter zehn Euro pro Stück, bei­spiels­weise Kugel­schrei­ber oder USB-Sticks. Sol­che Zuwen­dun­gen müs­sen weder der Schen­kende noch der Emp­fän­ger ver­steu­ern, weil sie nicht als geld­wer­ter Vor­teil gel­ten.

Steu­er­be­ra­ter-Tipps machen eine Geschenk­stra­te­gie recht­lich was­ser­dicht. Der Steu­er­be­ra­ter sorgt dafür, dass die steu­er­li­chen Details beach­tet wer­den. So gel­ten etwa beson­dere Regeln für Prä­sente an Emp­fän­ger im Aus­land. Des­halb ist es emp­feh­lens­wert, sich regel­mä­ßig mit Exper­ten aus­zu­tau­schen. Ohne diese Rück­spra­che könn­ten selbst die bes­ten Ideen für Wer­be­ge­schenke nach hin­ten los­ge­hen.

Bei Werbe­­prä­sen­ten an Com­pli­ance den­ken

Meis­tens sagt einem schon der gesunde Men­schen­ver­stand, dass ein Wer­be­schenk über­trie­ben ist: Das Set neuer Golf­schlä­ger als Geburts­tags­ge­schenk für den Lei­ter Ein­kauf eines Groß­kun­den lässt sich bestimmt nicht als Klei­nig­keit abtun. Manch­mal aller­dings geht es bei der Ein­schät­zung von Wer­tig­keit, Über­ga­be­si­tua­tion oder den For­mu­lie­run­gen im Begleit­brief um Nuan­cen. Gerade wenn unkon­ven­tio­nelle Ideen für Wer­be­ge­schenke mit Pfiff dazu füh­ren, dass ein Prä­sent wirk­lich unge­wöhn­lich ist. Oder wenn ein Geschenk vor­der­grün­dig kei­nen hohen Wert hat, ide­ell aber unbe­zahl­bar ist: Ein Sport- oder Kon­zert­ti­cket etwa kann imma­te­ri­ell viel mehr wert sein als die auf­ge­druck­ten 30 Euro, falls die begehrte Ver­an­stal­tung seit Mona­ten aus­ver­kauft ist. Spre­chen Sie des­halb regel­mä­ßig mit Ihrem Anwalt über neue Ent­wick­lun­gen beim Thema Com­pli­ance. Und klä­ren Sie auch Ihre Mit­ar­bei­ter über die Tücken des The­mas auf – am bes­ten im Rah­men einer Com­pli­ance-Stra­te­gie für Wer­be­ge­schenke

Prä­sent-Rich­t­­li­­nien an­de­rer Be­trie­be ein­hal­ten

Kein Com­pli­ance-Ver­stoß: Wol­len Sie Ange­stellte eines Unter­neh­mens mit einer klei­nen Auf­merk­sam­keit beden­ken, müs­sen Sie sich über die Com­pli­ance-Richt­li­nien des Arbeit­ge­bers infor­mie­ren. In vie­len Kon­zer­nen gel­ten Limits, die sich an der 35-Euro-Grenze ori­en­tie­ren, bis zu der Geschenke als Betriebs­aus­gabe absetz­bar sind. Man­che Behör­den blei­ben im Kampf gegen Kor­rup­tion dar­un­ter, in Mün­chen etwa mit einem Höchst­be­trag von 25 Euro. Oder es dür­fen, etwa bei Cewe, gar keine Prä­sente ange­nom­men wer­den.

Kein Luxus: Prä­sente soll­ten auch ohne Com­pli­ance-Richt­li­nien im Rah­men blei­ben. Das gilt ins­be­son­dere, wenn der eigene Chef ein Geschenk bekom­men soll. Und bei Geschen­ken für Geschäfts­part­ner gilt das, um jed­we­den Ver­dacht der Kor­rup­tion oder Bestechung aus­zu­schlie­ßen. Denn man weiß ja nie, wo der Geschäfts­part­ner spä­ter mal arbei­tet. Uner­war­tete Umstände kön­nen zu staats­an­walt­schaft­li­chen Ermitt­lun­gen füh­ren, wenn sich etwa der Ver­dacht einer Vor­teils­nahme kon­stru­ie­ren lässt. Spä­tes­tens seit der frü­here EnBW-Vor­stands­chef Utz Claas­sen vor der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2006 in Deutsch­land sie­ben Poli­ti­ker mit WM-Tickets bedachte und ein Ver­fah­ren wegen mög­li­cher Kor­rup­tion folgte, sind auch Bun­des­liga-Logen sowie Hos­pi­ta­lity-Pakete ein hei­ßes Thema.

Mit Werbe­ge­schen­ken kei­nen Druck auf­bauen

Keine For­de­rung: Natür­lich dür­fen Prä­sente mit einer per­sön­li­chen Bot­schaft kom­men. Die sollte aber all­ge­mein und neu­tral for­mu­liert sein. Und das Geschenk nicht mit einer For­de­rung ver­bin­den, die über den Wunsch auf wei­tere oder künf­tige gute Zusam­men­ar­beit hin­aus­geht. Selbst wenn dies recht­lich keine Fol­gen hätte, wäre es ein Zei­chen von schlech­tem Stil.

Kein Druck: Eine beson­dere Grat­wan­de­rung ist das Nach­fas­sen nach Geschäfts­ter­mi­nen, wenn man Kon­takte ver­tie­fen oder inten­si­ver über eine Zusam­men­ar­beit reden will. Eine Nach­frage, ob das Geschenk gefal­len hat, sollte kei­nes­falls als Erin­ne­rung erschei­nen, dass es jetzt Zeit für einen Auf­trag ist. Auch hier gilt: Das mag nicht juris­tisch pro­ble­ma­tisch sein, aber es wirft ein schlech­tes Licht auf den Schen­ken­den.

Umfas­sende Klar­heit: Inte­gra­ler Bestand­teil jeder Geschenk­stra­te­gie ist der regel­mä­ßige Aus­tausch mit dem Anwalt, ob die gewähl­ten Prä­sente oder For­mu­lie­run­gen noch in Ord­nung sind. Neue Urteile oder auch ver­än­derte Richt­li­nien in gro­ßen Unter­neh­men könn­ten zu einem Über­den­ken der Stra­te­gie zwin­gen.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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