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So hel­fen steuer­freie Ex­tras bei der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion

Mehr Lohn oder Ge­halt trägt viel zur Mit­ar­bei­ter­mo­tivation bei. Ärger­lich nur, dass net­to vom fi­nan­ziel­len Zu­wachs so wenig hän­gen bleibt. Eine Lö­sung da­für sind steu­er­freie Sach­be­züge.

Text: Midia Nuri


Über­sicht: Aus­wahl lohn­steuer- und sozi­al­ab­ga­ben­freier Sach­zu­wen­dun­gen

Zuwen­dung Vor­aus­set­zung
Arbeits­klei­dung Es muss sich um typi­sche Berufs­be­klei­dung
han­deln, wie z. B. Uni­form, Kit­tel etc.
Auf­merk­sam­kei­ten aus per­sön­li­chem
Anlass
Der Wert darf pro Mit­ar­bei­ter 60 € nicht
über­stei­gen und es dür­fen keine Geld­leis­tun­gen
sein.
Aus­la­gen­er­satz
Dar­le­hen des Arbeits­ge­bers an Mit­ar­bei­ter markt­üb­li­che Ver­zin­sung
Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen betrieb­li­che Fort­bil­dung
Getränke, die Mit­ar­bei­ter bei der Arbeit
kos­ten­frei erhal­ten
Kin­der­gar­ten­platz im Betriebs­kin­der­gar­ten
oder Zuschuss zu den Kos­ten
Eine finan­zi­elle Zuwen­dung wird zusätz­lich
zum Arbeits­ent­gelt gezahlt, das Kind darf
noch nicht schul­pflich­tig sein.
betrieb­li­cher PC in der Woh­nung des Mit­ar­bei­ters
auch zur Pri­vat­nut­zung
Per­so­nal­ra­batt Der Wert des Vor­teils beträgt pro Mit­ar­bei­ter
und Jahr nicht mehr als 1.080 €.

Der Jah­res­wech­sel ist für viele die rich­tige Zeit für eine Bilanz. Das gilt nicht nur für Unter­neh­mer und nicht bloß steu­er­lich. Auch die Mit­ar­bei­ter den­ken dar­über nach, wie zufrie­den sie mit ihrer Arbeit sind – und dem gezahl­ten Ent­gelt. Unter­neh­mer, die zum Jah­res­ende keine Gele­gen­heit mehr für ein Mit­ar­bei­ter­ge­spräch hat­ten, sit­zen in die­sen Wochen viel­leicht ver­mehrt Mit­ar­bei­tern gegen­über, um eine aus deren Sicht längst fäl­lige Gehalts­er­hö­hung zu bespre­chen. Das Pro­blem: Die Belas­tung mit Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben frisst eini­ges von der Erhö­hung auf. Inter­es­sant sind des­halb für beide Sei­ten steuer- und sozi­al­ab­ga­ben­freie Gehalts­be­stand­teile – Natu­ra­lien also, soge­nannte Sach­be­züge. Was Unter­neh­mer ihren Mit­ar­bei­tern steuer- und abga­ben­frei dazu­tun, müs­sen sie aber zusätz­lich zum Gehalt und zu ande­ren ver­ein­bar­ten Leistun­gen zah­len. So dür­fen Arbeit­ge­ber bei­spiels­weise nicht statt des ver­ein­bar­ten Urlaubs­gelds Ein­kaufs­gut­scheine aus­ge­ben. Trotz­dem loh­nen sich Gehalts­ex­tras für beide: Die Chance auf mehr Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion ist hoch – und mit einem Sach­be­zug güns­ti­ger erkauft als mit einer Gehalts­er­hö­hung.

Geld ist bei der Mit­ar­bei­ter­mo­tivation die halbe Miete

Die gute Nach­richt vor allem für die Inha­ber klei­ne­rer Unter­neh­men gleich zuerst: Es kommt offen­bar gar nicht so ent­schei­dend dar­auf an, den Mit­ar­bei­tern mehr zah­len zu kön­nen als die Kon­kur­renz. Für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion kann es sogar kon­tra­pro­duk­tiv sein, wenn Ange­stellte quasi mit gol­de­nen Hand­schel­len ans Unter­neh­men gebun­den sind. Wer mehr zahlt als in der Bran­che üblich, bei dem blei­ben unzu­frie­dene Mit­ar­bei­ter womög­lich nur, weil sie sich bei den Alter­na­ti­ven auf dem Arbeits­markt finan­zi­ell ein­schrän­ken müss­ten. Das ergab eine Stu­die der US-Per­so­nal­be­ra­tung Aon Hewitt. Für die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit zählt vor allem, dass es bei der Arbeit noch etwas zu ler­nen und zu ent­wi­ckeln gibt, dass im Unter­neh­men Klar­heit herrscht, wohin es kon­kret gehen soll und was dafür vom Mit­ar­bei­ter ver­langt wird. Die Tätig­keit sollte Mit­ar­bei­tern einen Sinn ver­mit­teln, und auch eine gewisse Work-Life-Balance gehört für ein gesun­des Paket Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion dazu, stellt die Zeit­schrift impulse fest.

Bene­fits für mehr Mit­ar­bei­ter­mo­tivation

Geld ist also nicht alles, hat aber auch für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion sei­nen Wert. Lohn und Gehalt müs­sen aus­kömm­lich sein. Gewisse Extras sind da durch­aus gern gese­hen bei Job­su­chen­den, das ergab eine Umfrage des Arbeit­ge­ber­such­por­tals kununu. Aus Sicht der anonym befrag­ten Job­su­chen­den hat­ten Bene­fits wie fle­xi­ble Arbeits­zei­ten mit 51 Pro­zent den größ­ten Reiz, gefolgt von der Mög­lich­keit, auch im Home-Office tätig zu sein (33 Pro­zent) sowie der Mög­lich­keit, den Hund mit ins Büro neh­men zu dür­fen (26 Pro­zent). Auch Sach­be­züge ste­hen der Umfrage zufolge hoch im Kurs. Im Gespräch mit ihren Mit­ar­bei­tern soll­ten sich Unter­neh­mer die diver­sen Mög­lich­kei­ten also ruhig mal genau anschauen. Die sind höchst viel­fäl­tig und bie­ten für so ziem­lich jeden Bedarf und jede Vor­liebe etwas.

Mehr net­to, mehr Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit: eine leichte Übung

Zunächst muss Unter­neh­mern klar sein, was kein Extra ist, son­dern als regu­lä­res Arbeits­ent­gelt gilt – und damit zusätz­lich gewährt steuer- und abga­ben­pflich­tig wäre: näm­lich alle Ein­nah­men des Mit­ar­bei­ters aus der Beschäf­ti­gung. Wie Arbeit­ge­ber die Ver­gü­tung bezeich­nen – ob als Ent­gelt, Lohn, Prä­mie, Bonus oder auch Gra­ti­fi­ka­tion – ist dabei völ­lig uner­heb­lich. Auf all diese letzt­lich finan­zi­el­len Leis­tun­gen muss der Arbeit­ge­ber für den Mit­ar­bei­ter Steu­ern sowie Kran­ken-, Pflege-, Ren­ten-, Arbeits­lo­sen- und Unfall­ver­si­che­rungs­bei­träge abfüh­ren. Ebenso wenig ist für den Fis­kus die Frage inter­es­sant, ob der Unter­neh­mer den Lohn bar aus­zahlt oder über­weist. Die Sozi­al­ver­si­che­rungs­ent­gelt­ver­ord­nung (SvEV) regelt die Details. Kom­pli­ziert bleibt es trotz zuneh­men­der Ver­ein­heit­li­chung und diver­ser Ver­ein­fa­chun­gen. So müs­sen Unter­neh­mer zum Bei­spiel eigent­lich steu­er­freie Zuschläge für Sonn­tags-, Fei­er­tags- oder Nacht­ar­beit in der Unfall­ver­si­che­rung in jedem Fall als bei­trags­pflich­ti­ges Arbeits­ent­gelt berück­sich­ti­gen. Es gibt eini­ges zu bespre­chen mit dem Steu­er­be­ra­ter.

Extras bedeu­ten für Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion mehr als Geld allein

Das Pro­blem beim Wunsch nach mehr Gehalt auf dem Mit­ar­bei­ter­konto: Ein simp­les Plus beim Brut­to­ge­halt oder Lohn bringt Mit­ar­bei­tern oft deut­lich weni­ger ein als erhofft. Nicht sel­ten ist die Ent­täu­schung nach der ers­ten neuen Lohn­ab­rech­nung groß – und die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion am Boden. Lohn­steuer und Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge fres­sen gerade für etwas bes­ser ver­die­nende Mit­ar­bei­ter rasch mehr als die Hälfte vom Brut­to­lohn­zu­wachs auf.

Sach­zu­wen­dungen zäh­len voll für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Der Kniff bei den steuer- und abga­ben­freien Sach­zu­wen­dun­gen zum Gehalt ist der: Bis zur jewei­li­gen Frei­grenze wer­tet der Gesetz­ge­ber sie quasi als Geschenk an den Mit­ar­bei­ter – und legt noch Steuer- und Abga­ben­frei­heit oben­drauf. Der Fis­kus macht dabei einen Unter­schied zwi­schen soge­nann­ten Sach­be­zü­gen und Auf­merk­sam­kei­ten aus beson­de­rem Anlass.

  • Sach­be­züge sind Zuwen­dun­gen ohne beson­de­ren Anlass. Steuer- und sozi­al­ver­si­che­rungs­frei blei­ben sie, wenn sie monat­lich die jewei­lige Frei­grenze – und ver­ein­zelt auch den Frei­be­trag – nicht über­schrei­ten. Auch Gut­scheine sind mög­lich. Was Unter­neh­mer ihren Mit­ar­bei­tern gewäh­ren kön­nen, hängt allein von deren Bedarf und auch Vor­liebe ab.
  • Auf­merk­sam­kei­ten kann der Arbeit­ge­ber sei­nen Mit­ar­bei­tern aus beson­de­rem Anlass gewäh­ren, wie etwa zum Geburts­tag, zur Hoch­zeit oder auch zur Geburt eines Kin­des. Sol­che Auf­merk­sam­kei­ten blei­ben bis zu 60 Euro steuer- und sozi­al­ver­si­che­rungs­frei. Fällt das Geschenk üppi­ger aus, kann der Arbeit­ge­ber auch eine pau­schale Lohn­steuer für den Mit­ar­bei­ter über­neh­men. Damit ist die Abga­be­pflicht des Arbeit­neh­mers abge­gol­ten. Hierzu weiß der Steu­er­be­ra­ter Genaue­res.

Vor­sicht Frei­grenze – nur bis hier­hin reicht die Steuer­freiheit

Mit Blick auf die bei den Sach­zu­wen­dun­gen gel­ten­den Frei­gren­zen müs­sen Unter­neh­mer auf­pas­sen. Über­steigt der Sach­be­zug den jeweils gel­ten­den Wert, wird gleich der gesamte Betrag steuer- und abga­ben­pflich­tig. Der gesamte Vor­teil wäre damit futsch. Für die meis­ten Sach­be­züge liegt die Frei­grenze bei 44 Euro monat­lich. Beim Frei­be­trag ist es dage­gen nicht ganz so schlimm, wenn die Summe etwas höher aus­fällt – dann würde nur der Mehr­be­trag steu­er­pflich­tig. Das gilt seit Kur­zem bei­spiels­weise für Mobi­li­täts­kos­ten wie etwa ein Job­ti­cket und bei Betriebs­fei­ern für die Aus­ga­ben pro Mit­ar­bei­ter – bis 110 Euro sind hier seit eini­ger Zeit über einen Frei­be­trag statt der vor­he­ri­gen Frei­grenze steu­er­frei. Der Steu­er­be­ra­ter ver­hilft hier zum Durch­blick.­

Die Qual der Wahl für mehr Mit­ar­bei­ter­motivation

Zahl­rei­che gesetz­lich mög­li­che Extras zum Gehalt sind für den Mit­ar­bei­ter lohn­steuer- und sozi­al­ab­ga­ben­frei. Auch das Unter­neh­men zahlt für das Extra keine Arbeit­ge­ber­an­teile an die Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger. Das glei­che Net­to­er­geb­nis für den Mit­ar­bei­ter kos­tet Unter­neh­mer also weni­ger Geld. Als Klas­si­ker unter den Sach­be­zü­gen gilt das Fir­men­fahr­zeug. Es ist hier­zu­lande sehr beliebt. Eben­falls gut geeig­net und beliebt sind als Gehalts­ex­tra auch Smart­phone, Tablet oder iPod.

Hilfe bei der Mobi­li­tät treibt die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion an

Nicht zu ver­ges­sen Tank­gut­scheine. Die ste­hen bei den immer wie­der lang­zeit­ho­hen Ben­zin­prei­sen eben­falls hoch im Kurs. Auch für sie gilt – wie für zahl­rei­che andere Sach­be­züge – als steuer- und abga­ben­freie Ober­grenze die Frei­grenze von 44 Euro monat­lich. Unter­neh­mer schlie­ßen ein Nach­zah­lungs­ri­siko aus, wenn auf dem Gut­schein steht „Treib­stoff im Wert von bis zu 44 Euro“. So brau­chen sie auch keine Treib­stoff­preise zu beob­ach­ten und zu doku­men­tie­ren.

Auch den Pend­lern hilft Mit­arbei­ter­mo­ti­va­tion auf ihrem Weg

Auch den Pend­lern kön­nen Unter­neh­mer Zuschüsse zur An- und Abfahrt sowie auch zur Ver­pfle­gung gewäh­ren – und das seit Beginn 2019 an steu­er­frei. Das gilt für den Zuschuss oder die Über­nahme von Kos­ten für

  • die Nut­zung öffent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel im Lini­en­ver­kehr zwi­schen Woh­nung und ers­ter Tätig­keits­stätte, zu einem weit­räu­mi­gen Tätig­keits­ge­biet (etwa Forst­ge­biet) oder zu einem vom Arbeit­ge­ber dau­er­haft fest­ge­leg­ten Sam­mel­punkt (etwa Bus­de­pot oder Fähr­ha­fen),
  • ein Job­ti­cket
  • sowie auch für pri­vate Fahr­ten im öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr.

Seit Jah­res­be­ginn 2019 fal­len diese geld­wer­ten Vor­teile nicht mehr unter die monat­li­che Frei­grenze von 44 Euro – wer­den dafür aber auf die Ent­fer­nungs­pau­schale ange­rech­net.

Für Mon­teure oder Außen­dienst­ler noch inter­es­sant: Der Sach­be­zugs­wert für Unterkunft/Miete beträgt seit dem 1. Januar 2019 neu 231 Euro pro Monat. Das ent­spricht 7,70 Euro pro Tag, den der Arbeit­ge­ber steu­er­lich als geld­wer­ten Vor­teil für einen Zuschuss anset­zen muss.

Kin­der gut ver­sorgt – Spaß mit der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion

Tra­gen Unter­neh­mer für ihre Mit­ar­bei­ter die Bei­träge für eine Kin­der­ta­ges­stätte sowie auch für Krip­pen­be­treu­ung oder eine Tages­mut­ter, fal­len auf die­sen Betrag keine Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben an – wie sonst auch natür­lich nur, sofern sie die Summe zusätz­lich zum Lohn oder Gehalt bezah­len. Wor­auf Unter­neh­mer dabei ach­ten müs­sen und wel­che Betreu­ungs­kos­ten das Finanz­amt hier­bei akzep­tiert, weiß der Steu­er­be­ra­ter. Auch für schul­pflich­tige Kin­der bis 14 Jahre lohnt es sich, ihn mal anzu­spre­chen. Auch für deren Betreu­ung kann der Arbeit­ge­ber Kos­ten bis 600 Euro jähr­lich steu­er­frei über­neh­men, etwa für einen Baby­sit­ter bei feri­en­be­ding­ten Eng­päs­sen.

Hilfe gegen Zip­per­lein stei­gert die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion

Unter­neh­mer kön­nen ihren Mit­ar­bei­tern bis zu 500 Euro pro Jahr und Mit­ar­bei­ter lohn­steuer- und abga­ben­frei für Gesund­heits­aus­ga­ben auf Lohn oder Gehalt oben­drauf geben – etwa als Zuschuss zu einer neuen Brille, den Kurs für Rücken- oder Seh­schule, einen Nicht­rau­cher­kurs oder sons­tige nach §§ 20 und 20a des Fünf­ten Buchs Sozi­al­ge­setz­buch (SGB V) als Prä­ven­ti­ons­kurse aner­kannte Ange­bote, wie etwa auch Qigong oder Yoga. Ach­tung: Für Kur­kos­ten gilt die Steu­er­be­güns­ti­gung nicht – die­ser Zuschuss wäre steuer- und abga­ben­pflich­tig. Unter­neh­mer soll­ten wegen der diver­sen Aus­nahme- und Son­der­re­ge­lun­gen ihre mit den Mit­ar­bei­tern getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen noch mal mit dem Steu­er­be­ra­ter durch­spre­chen.

Un­terstüt­zung im Not­fall hilft auch der Mit­ar­bei­ter­mo­tivation

Gut zu wis­sen: Unter­neh­mer dür­fen Ihren Mit­ar­bei­tern bis zu 600 Euro im Kalen­der­jahr steuer- und sozi­al­ab­ga­ben­frei als Unter­stüt­zung im Not­fall zah­len. Vor­aus­set­zung für diese steuer- und abga­ben­freie Unter­stüt­zung ist, dass es dafür eine kon­krete Recht­fer­ti­gung gibt, wie etwa ein Krank­heits-, Unglücks- oder Todes­fall in der Fami­lie, wenn der Mit­ar­bei­ter Opfer eines Ver­mö­gens­ver­lus­tes etwa auf­grund von Dieb­stahl, Feuer oder Unwet­ter gewor­den ist, auf­grund einer Bürg­schaft in Anspruch genom­men wurde oder durch Pro­bleme naher Ange­hö­ri­ger wirt­schaft­lich belas­tet ist. Hier­nach soll­ten Unter­neh­mer im Fall der Fälle ihren Steu­er­be­ra­ter fra­gen.

Er­ho­lungs­bei­hil­fen geben Raum für Mit­ar­bei­ter­motivation

Eben­falls wis­sens­wert in die­sem Zusam­men­hang: Erho­lungs­bei­hil­fen sind lohn­steu­er­pflich­tig, aber sozi­al­ver­si­che­rungs­frei. Das spart unter dem Strich also auch eini­ges. Schön für Gut­ver­die­ner: Die Erho­lungs­bei­hil­fen wer­den pau­schal mit 25 Pro­zent besteu­ert. Sie dür­fen aller­dings 156 Euro pro Mit­ar­bei­ter, 104 Euro für den Ehe­gat­ten und 52 Euro pro Kind nicht über­stei­gen.

Zuschüsse heben die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion nach Umzug

Unter­neh­mer, die zu Jah­res­be­ginn neue Mit­ar­bei­ter ein­ge­stellt haben, die für den neuen Job umzie­hen, kön­nen hier­für eben­falls einige Kos­ten steuer- und abga­ben­frei erstat­ten. Unter­neh­mer soll­ten mit ihrem Steu­er­be­ra­ter dar­über spre­chen, wor­auf sie ach­ten müs­sen, um das Risiko für eine Nach­zah­lung zu sen­ken, falls das Finanz­amt einen beruf­lich beding­ten Umzug des Mit­ar­bei­ters nicht aner­kennt. Der Steu­er­be­ra­ter hilft, das Risiko wirk­sam, trans­pa­rent und rechts­si­cher auf den Mit­ar­bei­ter zu ver­la­gern. Das dürfte die zusätz­li­che Moti­va­tion kaum min­dern.

Diese Kos­ten kön­nen Un­ter­neh­mer für einen Umzug erstat­ten:

  • Beför­de­rungs­aus­la­gen: Unter­neh­mer kön­nen für Mit­ar­bei­ter not­wen­dige Aus­la­gen für den Trans­port der Möbel von der bis­he­ri­gen zur neuen Woh­nung über­neh­men, wie zum Bei­spiel Spe­di­ti­ons­kos­ten und auch nach­ge­wie­sene Kos­ten für pri­vate Hel­fer.
  • Rei­se­kos­ten: Auch die beim Umzug selbst ent­stan­de­nen Rei­se­kos­ten für den Mit­ar­bei­ter und seine Fami­lie kön­nen Sie erstat­ten. Dazu gehören:Fahrtkosten, Mehr­auf­wen­dun­gen für Ver­pfle­gung in Höhe der gesetz­li­chen Pausch­be­träge, Über­nach­tungs­kos­ten.
  • Zusätz­lich sind 2 Rei­sen einer Per­son oder eine Reise von 2 Per­so­nen zum Suchen/Besichtigen einer Woh­nung erstat­tungs­fä­hig (maxi­mal 2 Rei­sen und 2 Auf­ent­halts­tage).
  • Miet­ent­schä­di­gung: Hat der neue Mit­ar­bei­ter eine Woh­nung oder ein Haus mit lan­gen Kün­di­gungs­fris­ten ange­mie­tet, kön­nen Unter­neh­mer ihm bis zu 6 Monate Miete für die alte Woh­nung erstat­ten. Die Miete für die neue Woh­nung kön­nen Sie ihm für maxi­mal 3 Monate erstat­ten.
  • Sons­tige Aus­la­gen: Auch bei den zahl­lo­sen wei­te­ren Kos­ten, die rund um einen Umzug anfal­len, kön­nen Unter­neh­mer ihren Mit­ar­bei­tern unter die Arme grei­fen, bei­spiels­weise für Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren, den umzugs­be­ding­ten Abbau von Herd, Öfen, Lam­pen, Küche, Anten­nen etc.

Bei den Mak­ler­ge­büh­ren ist Vor­sicht ange­bracht: Fal­len sie für die Ver­mitt­lung der neuen (Miet-)Wohnung an, kön­nen Unter­neh­mer sie erstat­ten – nicht jedoch, wenn sie für die Ver­mitt­lung eines Eigen­heims in Rech­nung gestellt wer­den. Vor­steuer kön­nen Unter­neh­mer aus den Rech­nun­gen für von ihnen über­nom­mene Beträge dabei gel­tend machen. Auch wei­tere Kos­ten wie etwa für das Umschrei­ben der Papiere oder neue Elek­tro­ge­räte kön­nen Unter­neh­mer ihren Mit­ar­bei­tern pau­schal und lohn­steu­er­frei abgel­ten. Dafür gel­ten diese Pau­schal­sätze:

  • 1.460 € für Ver­hei­ra­tete und
  • 730 € für Sin­gles.
  • Für ledige Kin­der und wei­tere Haus­halts­an­ge­hö­rige erhöht sich der jewei­lige Satz um 322 € pro Per­son.

Gut geklei­det steigt auch die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Wer Außen­dienst­lern, Fah­rern oder gleich der gan­zen Beleg­schaft Fir­men­klei­dung spen­diert und ihnen so Kos­ten spart, kann dies eben­falls steu­er­be­güns­tigt tun. Die Vor­ga­ben sind je nach Bran­che gesetz­lich und auch tarif­lich höchst unter­schied­lich gere­gelt. Steu­er­lich ein­wand­frei als Betriebs­aus­ga­ben wer­ten die Finanz­äm­ter nur, was Uni­form ist, Uni­form­cha­rak­ter hat oder als Sicher­heits- oder Hygie­neschutz­klei­dung dient. Die Finanz­äm­ter akzep­tie­ren meis­tens auch Blau­mann oder den wei­ßen Kit­tel für das medi­zi­ni­sche Per­so­nal. Doch bei auch pri­vat nutz­ba­rer Klei­dung wird es schwie­rig – selbst mit Auf­druck. Man­che Finanz­äm­ter las­sen die Kos­ten sol­cher Beklei­dung gel­ten, sofern Unter­neh­mer oder Ange­stellte sie im Spe­zi­al­wa­ren­han­del für Berufs­be­klei­dung erwor­ben haben – aber bei­leibe nicht immer. Die Rege­lun­gen hier­für sind kom­plex und die Pra­xis der Finanz­äm­ter höchst unter­schied­lich. Der Steu­er­be­ra­ter weiß Rat.

Ein gefüll­ter Ma­gen hebt die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Auch an Essen und Trin­ken ist mit Blick auf Zuschüsse zum Gehalt gedacht. Auch die kön­nen die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion beträcht­lich anhe­ben – ebenso wie eine gute Kan­tine. Den Wert der erhal­te­nen Sach­be­züge müs­sen Sie für Ihre Mit­ar­bei­ter als geld­wer­ten Vor­teil steu­er­lich anset­zen – und zwar von 2019 an in Höhe der dafür neu fest­ge­leg­ten Sach­be­zugs­werte. Diese hat der Gesetz­ge­ber auch die­ses Jahr wie­der an die Ent­wick­lung der Ver­brau­cher­preise ange­passt. Der Sach­be­zugs­wert für ver­bil­ligte oder unent­gelt­li­che Mahl­zei­ten beträgt seit dem 1. Januar 2019 251 Euro pro Monat (2018: 246 Euro monat­lich). Das sind pro Tag

  • 1,77 Euro für Früh­stück und
  • je 3,30 Euro für Mit­tag­essen und Abend­essen.

Auch hier­über soll­ten Unter­neh­mer mit ihrem Steu­er­be­ra­ter spre­chen – um nicht mit vor­ei­li­gen Kür­zun­gen der Zuschüsse etwa für Snacks die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion noch unnö­tig zu unter­gra­ben.

Mini­job­ber pro­fi­tier­en ex­tra – gut für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Steu­er­freie Extras in Form von Sach­be­zü­gen sind zwar für Gut­ver­die­ner dank des hohen Grenz­steu­er­sat­zes beson­ders attrak­tiv. Sie loh­nen sich aber auch und gerade für Gering­ver­die­ner und Mini­job­ber – schlicht, weil das steu­er­freie Extra für sie wegen des nied­ri­gen Gehalts pro­zen­tual schwe­rer wiegt. Für Mini­job­ber gel­ten die­sel­ben Regeln und Grenz­werte wie für Voll­zeit­kräfte – der Arbeit­ge­ber kann ihnen so das Gehalt auf­sto­cken, ohne den Mini­job­ber­sta­tus zu gefähr­den. Gerade für Unter­neh­mer aus Bran­chen mit hohem Bedarf an Aus­hil­fen wie bei­spiels­weise der Gas­tro­no­mie ist das inter­es­sant. Die steu­er­freien Extras gefähr­den auch nicht den Mini­job­ber­sta­tus.

Für den Unter­neh­mer ist diese ver­gleichs­weise güns­tige Gehalts­er­hö­hung bei Mini­job­bern wie auch Gut­ver­die­nern attrak­tiv: Die Kos­ten sind gering, sie sind als Betriebs­aus­gabe ansetz­bar und der Effekt auf die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion ist groß.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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