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Beim Fir­men­wa­gen sind recht­lich und steuer­lich viele De­tails zu be­­achten

Natür­lich ver­ur­sacht ein Fir­men­wa­gen Kos­ten. Und manch­mal Ein­nah­men. Un­ter­neh­mer müs­sen mit dem Steuer­be­ra­ter klä­ren, was wie zu be­han­deln ist. Das gilt et­wa für Nut­zungs­aus­fall nach ei­nem Un­fall. Auch wich­tig: Re­ge­lun­gen zur Pri­vat­nut­zung von Dienst­wa­gen durch Mit­ar­bei­ter und ei­ne Voll­kas­ko­versicherung.

Text: Frank Wiercks


Ver­ur­sacht ein Fir­men­wa­gen Kos­ten, so sind das Betriebs­aus­ga­ben. Klar, denn vom Kauf­preis über Steuer und Ver­si­che­rung bis zu Auf­wen­dun­gen für Betrieb und Repa­ra­tu­ren fal­len diese Aus­ga­ben an, weil das Auto zum Betriebs­ver­mö­gen zählt und sein Ein­satz einem geschäft­li­chen Zweck dient. In drei Fäl­len aller­dings erzielt ein Selbst­stän­di­ger mit sei­nem Fir­men­wa­gen direkte Ein­nah­men. Ein­mal – logisch – beim Ver­kauf. Dann – das sollte jedem bekannt sein – über den pri­va­ten Nut­zungs­an­teil in sei­ner Steu­er­erklä­rung. Der lässt sich nach der Ein-Pro­zent-Rege­lung oder durch Füh­ren eines Fahr­ten­buchs ermit­teln. Und schließ­lich – das dürfte vie­len noch nicht Betrof­fe­nen neu sein – nach einem Unfall. Zahlt die Kfz-Ver­si­che­rung des Unfall­geg­ners für die Dauer der Instand­set­zung einen Nut­zungs­aus­fall, gilt der als Betriebs­ein­nahme. So urteilte der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) im Fall eines Gewer­be­trei­ben­den, der 1.210 Euro Nut­zungs­aus­fall in sei­ner Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung nicht berück­sich­tigt hatte.

Oft ent­ste­hen bei den Fir­men­wa­gen Kos­ten durch Unfälle

Nut­zen Ange­stellte ein auf den Betrieb zuge­las­se­nes Fahr­zeug, ist das Thema aber brei­ter zu den­ken, gerade mit Blick auf selbst­ver­schul­dete Unfälle. Dienst­fahr­ten brau­chen klare Regeln. So kann nicht nur Selbst­ver­ständ­li­ches bestä­tigt wer­den, wie das Ver­bot von Alko­hol am Steuer. Son­dern es sollte auch vor­ge­schrie­ben wer­den, dass etwa zur Unfall­auf­nahme stets die Poli­zei zu rufen ist. Rein finan­zi­ell dür­fen die Rege­lun­gen dem Mit­ar­bei­ter aber nicht zu viel Ver­ant­wor­tung zuwei­sen, wenn ein Unfall pas­siert. Er muss laut Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) weder für leicht fahr­läs­sig ver­ur­sachte Schä­den ein­ste­hen noch nor­mal fahr­läs­sig ver­ur­sachte Schä­den allein tra­gen. Für Unfall­kos­ten wäh­rend einer dienst­lich ver­an­lass­ten Fahrt pri­vi­le­gie­ren ihn die Grund­sätze des „inner­be­trieb­li­chen Scha­dens­aus­gleichs“. Der Mit­ar­bei­ter zahlt bei leich­ter Fahr­läs­sig­keit nichts. Bei mitt­le­rer Fahr­läs­sig­keit teilt er die Kos­ten mit dem Arbeit­ge­ber. Nur bei gro­ber Fahr­läs­sig­keit oder Vor­satz ist er allein in der Pflicht – und auch bei Pri­vat­fahr­ten mit einem Fir­men­wa­gen ohne Geneh­mi­gung.

Pri­vate Nut­zung des Dienst­wa­gens schrift­lich defi­nie­ren

Kom­pli­zier­ter ist die Sache bei dem, was gemein­hin als Dienst­wa­gen gilt: Der zur beruf­li­chen und pri­va­ten Nut­zung über­las­sene Pkw als Gehalts­be­stand­teil. Pas­siert bei einer Pri­vat­fahrt ein Unfall, neh­men man­che Gerichte den Fah­rer in die Pflicht, andere nicht. In einem Fall ent­schied das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln auf volle Haf­tung des Arbeit­neh­mers. In einem ande­ren meinte das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt, der Arbeit­ge­ber ver­pflichte sich durch die Erlaub­nis von Pri­vat­fahr­ten und die Ver­steue­rung des geld­wer­ten Vor­teils still­schwei­gend zur Über­nahme pri­va­ter Unfall­kos­ten. Des­halb soll­ten Unter­neh­mer beim Anwalt zwei Rege­lun­gen für Fir­men­wa­gen bestel­len: eine mit Vor­ga­ben für geschäft­li­che Fahr­ten, die für jeden gilt, bis zum Lehr­ling. Und eine für Mit­ar­bei­ter, die ihren Dienst­wa­gen pri­vat nut­zen dür­fen. Hier lässt sich auch fest­schrei­ben, wer ans Steuer darf, ob Abste­cher ins Aus­land erlaubt sind und in wel­chem Umfang der Mit­ar­bei­ter die Kos­ten trägt. Das schafft klare Ver­hält­nisse für den Fall, dass es zum Unfall und zum Streit ums Geld kommt.

Beim Fir­men­wa­gen Kos­ten durch ei­ne Re­ge­lung klar ver­tei­len

Eine Ver­ein­ba­rung zur pri­va­ten Nut­zung des Dienst­wa­gens kann etwa das Thema Ver­si­che­rung regeln. Emp­feh­lens­wert ist natür­lich stets eine Voll­kasko-Police. Dann lässt sich ver­ein­ba­ren, ob der Mit­ar­bei­ter hier sei­nen per­sön­li­chen Scha­dens­frei­heits­ra­batt ein­bringt, um die Kos­ten zu sen­ken. Für den Fall eines Scha­dens sollte geklärt wer­den, ob bezie­hungs­weise in wel­cher Höhe der Mit­ar­bei­ter bei Fahr­läs­sig­keit für Bei­trags­er­hö­hun­gen ein­zu­ste­hen hat. So etwas sollte genau mit dem Anwalt bespro­chen wer­den. Man­che Unter­neh­mer wäh­len auch den Weg, Dienst­wa­gen­fah­rer über einen pro­zen­tua­len Anteil an den Betriebs­kos­ten zu betei­li­gen und dies mit dem geld­wer­ten Vor­teil zu ver­rech­nen. So wür­den die Kos­ten aus einem Unfall stets in gewis­sem Maße auf den Ver­ur­sa­cher abge­wälzt. Sol­che Modelle müs­sen aber mit dem Steu­er­be­ra­ter genau durch­ge­rech­net und vom Anwalt was­ser­dicht for­mu­liert sein.

Ohne Voll­kas­ko­ droht Steu­er durch einen gel­dwer­ten Vor­teil

Steu­er­lich rele­vant sind aus Sicht des Mit­ar­bei­ters nach einem selbst­ver­schul­de­ten Unfall bei einer Pri­vat­fahrt auch die Repa­ra­tur­kos­ten. Häu­fig über­nimmt der Chef die Instand­set­zung bezie­hungs­weise Selbst­be­tei­li­gung – er will Dienst­wa­gen­fah­rer moti­viert hal­ten und kann die Kos­ten als Betriebs­aus­gabe anset­zen. Doch Repa­ra­tur­kos­ten zäh­len grund­sätz­lich nicht zu den Gesamt­kos­ten des Fir­men­wa­gens, fal­len also nicht unter die Ein-Pro­zent-Methode. Trägt der Mit­ar­bei­ter sie nicht, ent­steht ein geld­wer­ter Vor­teil in Form nicht ein­ge­for­der­ter Selbst­be­tei­li­gung oder Repa­ra­tur­kos­ten, die der Chef erlässt. Eine Ver­steue­rung lässt sich aber ver­mei­den, wenn der Fir­men­wa­gen mit bis zu 1.000 Euro Selbst­be­tei­li­gung voll­kas­ko­ver­si­chert ist. Denn der Unter­neh­mer darf pro Scha­den nach Erstat­tung von Drit­ten kleine Unfall­kos­ten bis zu 1.000 Euro ohne Umsatz­steuer als Repa­ra­tur­kos­ten in die Gesamt­kos­ten ein­be­zie­hen. Das heißt: Die Voll­kas­ko­ver­si­che­rung zahlt die Repa­ra­tur. Sie for­dert vom Unter­neh­mer 1.000 Euro Selbst­be­tei­li­gung. Der dekla­riert das als Teil der Gesamt­kos­ten. Und der Dienst­wa­gen­fah­rer zahlt nichts. Noch ein Thema für das Gespräch mit dem Steu­er­be­ra­ter.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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