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So beherr­schen Unter­neh­mer das Risiko Kas­sen­nach­schau

Vor lau­ter DSGVO und GoBD dür­fen Unter­neh­mer nicht ver­ges­sen, sich auf die weit grö­ße­ren Risi­ken ein­zu­stel­len: unan­ge­kün­digte Betriebs­prü­fun­gen, ins­be­son­dere der Kasse.

Text: Midia Nuri


Vor lau­ter neuen recht­li­chen Anforderun­gen wis­sen viele Unter­neh­mer gar nicht mehr, worum sie sich zuerst küm­mern sol­len – um die Buch­füh­rung (GoBD) oder doch eher die Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO)? Dabei hat natür­lich nie­mand die Wahl: Alle gesetz­li­chen Vor-gaben sind im lau­fen­den Geschäfts­be­trieb zu beach­ten. Wie über­for­dert man­che Fir­men­chefs sich füh­len, zei­gen Not­fall­an­fra­gen in Unter­neh­mer­grup­pen und Foren der diver­sen Selbst­stän­di­gen – auch wegen zum Teil dras­tisch gestie­ge­ner Buß­gel­der. Nicht aus den Augen ver­lie­ren soll­ten sie aber, dass man­che ältere und ver­meint­lich unschein­bare Neue­rung eben­falls große Risi­ken birgt. Zum Bei­spiel die bereits ver­gan­ge­nes Jahr ein­ge­führte Kas­sen­nach­schau, die – im Ver­gleich zu den der­zeit aktu­el­len The­men – erstaun­lich wenig Beach­tung fin­det. Das könnte sich noch rächen: Für all jene Unter­neh­mer, bei denen der Betriebs­prü­fer – wie vom Gesetz­ge­ber gewollt – unan­ge­kün­digt zu einer Kas­sen­nach­schau erscheint und dabei auf völ­lig unvor­be­rei­tete Unter­neh­mer oder auch Mit­ar­bei­ter trifft.

Unter­neh­mer ver­ken­nen Gefahr der Kas­sen­nach­schau

Kas­sen­nach­schau. Stimmt, da war was. Die Kasse muss bereits seit Anfang 2017 nicht mehr nur lücken­los geführt, son­dern auch jeder­zeit kas­sen­sturz­fä­hig und mit mani­pu­la­ti­ons­si­che­rer Soft­ware aus­ge­stat­tet sein. Den Grund trägt das „Gesetz gegen Steu­er­hin­ter­zie­hung durch elek­tro­ni­sche Laden­kas­sen“ bereits im Namen. Anders als die regu­läre Betriebs­prü­fung, die der Fis­kus ankün­digt, ist die Nach­schau unan­ge­kün­digt. Dazu gehört schon lange die gefürch­tete Umsatz­steu­er­nach­schau, seit 2015 zusätz­lich die Lohn­steu­er­nach­schau – und seit Jah­res­be­ginn eben auch die Kas­sen­nach­schau. Nur: Davon liest und hört man in den Unter­neh­mer­fo­ren und -grup­pen wenig. Unan­ge­mes­sen wenig.

Risiko einer Betriebs­prü­fung nimmt wei­ter zu

Denn es ist so: Bei der Kas­sen­nach­schau müs­sen Unter­neh­mer dem Prü­fer auf Ver­lan­gen „Auf­zeich­nun­gen, Bücher sowie die für die Kas­sen­füh­rung erheb­li­chen sons­ti­gen Orga­ni­sa­ti­ons­un­ter­la­gen“ vor­le­gen und ihm Aus­künfte ertei­len. Da sollte jeder Z-Bon stim­men und auch nicht die Frage auf­kom­men, was ein erneu­tes Öff­nen und Schlie­ßen getä­tig­ter Trans­ak­tio­nen bedeu­tet. Auch man­ches mehr soll­ten Unter­neh­mer pein­lich genau beach­ten – am bes­ten las­sen sie sich das vom Steu­er­be­ra­ter erklä­ren. Das ist wich­tig, denn bei der Kas­sen­nach­schau besteht das Risiko, dass die Betriebs­prü­fer zur regu­lä­ren Außen­prü­fung über­ge­hen. Das müs­sen sie dann zwar schrift­lich mit­tei­len, aber abwen­den lässt sie sich nicht. Die Wahr­schein­lich­keit steigt, wenn schon die Nach­schau Zwei­fel an den Abläu­fen auf­kom­men lässt. Auch das Risiko einer hohen Nach­zah­lung dürfte ohne gute Vor­be­rei­tung deut­lich erhöht sein. Ein guter Grund also, am bes­ten gleich den Steu­er­be­ra­ter anzu­ru­fen, um sich das nötige Brie­fing abzu­ho­len – falls noch nicht gesche­hen.

Drin­gend Ver­hal­tens­re­geln mit dem Steu­er­be­ra­ter erar­bei­ten

Neben der stets ast­rein ord­nungs­ge­mä­ßen Kasse und Buch­füh­rung gilt es auch noch ein paar andere Vor­keh­run­gen zu tref­fen, gerade weil die Kas­sen­nach­schau wäh­rend des lau­fen­den Betriebs unan­ge­kün­digt statt­fin­det. Für den Fall, dass der Chef nicht im Laden ist und womög­lich gerade nicht erreich­bar – im Funk­loch, auf dem OP-Tisch oder wo auch immer –, sollte die Tele­fon­num­mer vom Steu­er­be­ra­ter und am bes­ten gleich dazu noch ein unbe­nutz­ter USB-Stick für den vom Betriebs­prü­fer ver­lang­ten Daten­ex­port in der Schub­lade lie­gen. Das kön­nen und soll­ten Unter­neh­men spä­tes­tens heute besor­gen. Auch scha­det eine Check­liste nicht, was Mit­ar­bei­ter im Fall einer der – eben auch zuneh­mend wahr­schein­li­chen – Nach­schauen beach­ten müs­sen. Das ist dann ein Fall für das Gespräch mit dem Steu­er­be­ra­ter, das Unter­neh­mer spä­tes­tens heute ver­ein­ba­ren soll­ten, falls noch nicht gesche­hen. Grund­sätz­lich ist klar: Die Mit­ar­bei­ter soll­ten sich in jedem Fall koope­ra­tiv zei­gen, aber keine Aus­künfte geben, bevor nicht der Steu­er­be­ra­ter seine Zustim­mung erteilt hat.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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