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So schlie­ßen Unter­neh­mer gut und güns­tig ihre Finanz­lü­cken

Für zahl­rei­che Unter­neh­men ver­schlech­tern sich die Rah­men­be­din­gun­gen bei Finan­zie­run­gen wie­der. Vie­len Fir­men­chefs bie­ten sich aber Alter­na­ti­ven: För­der­mit­tel hel­fen, etwa bei Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­ten.

Text: Midia Nuri


Wer sein Unter­neh­men auf dem neu­es­ten Stand der Tech­nik hal­ten will, muss inves­tie­ren – sei es in Orga­ni­sa­tion und Abläufe, Werk­zeuge und Maschi­nen oder Hard- und Soft­ware. Vor allem klei­nere Betriebe stem­men sol­che Aus­ga­ben in ers­ter Linie mit Eigen­mit­teln. Deren Anteil an der Inves­ti­ti­ons­fi­nan­zie­rung schwankt seit Län­ge­rem um 50 Pro­zent, gefolgt von Bank­kre­di­ten mit 30 Pro­zent. Weit abge­schla­gen kom­men die För­der­mit­tel, 2016 mit einem Anteil von 13 Pro­zent. Dabei würde es sich für viele Unter­neh­mer loh­nen, bei der Finan­zie­rung mehr För­der­mit­tel zu nut­zen – etwa wegen güns­ti­ger Kon­di­tio­nen, aber auch, da sich der­zeit offen­bar die all­ge­meine Fremd­fi­nan­zie­rungs­lage gerade für kleine und mit­tel­große Unter­neh­men wie­der ver­schlech­tert.

Kleine Betriebe haben Finan­zie­rungs­pro­bleme

Der Anteil der Fir­men­chefs, die von mehr Schwie­rig­kei­ten beim Kre­dit­zu­gang berich­ten, ist zuletzt um zwei Pro­zent­punkte auf 16,7 Pro­zent gestie­gen. Eine Ver­bes­se­rung des Finan­zie­rungs­kli­mas mel­den mit 12,5 Pro­zent nur 0,8 Pro­zent­punkte mehr Unter­neh­men, so die KfW – obwohl sich die für die Kre­dit­ver­gabe so ent­schei­den­den Rating­no­ten laut KfW „auf brei­ter Front ver­bes­sert haben“. Wie bereits in der Ver­gan­gen­heit tref­fen Finan­zie­rungs­schwie­rig­kei­ten vor allem kleine Unter­neh­men. 26,8 Pro­zent der Betriebe mit weni­ger als einer Mil­lion Euro Umsatz berich­ten über Schwie­rig­kei­ten beim Kre­dit­zu­gang sowie 28,7 Pro­zent der Unter­neh­men, die erst bis zu sechs Jahre bestehen. Und: Laut KfW bekla­gen zehn­mal mehr kleine als große Unter­neh­men das Schei­tern von Kre­dit­ver­hand­lun­gen. Ange­sichts die­ser Zah­len ist kaum ver­wun­der­lich, dass laut einer wei­te­ren KfW-Stu­die fast die Hälfte der klei­nen Betriebe gar keine Inves­ti­tion in Digi­ta­li­sie­rung plant und nur ein Vier­tel in den kom­men­den zwei Jah­ren ein Digi­ta­li­sie­rungs­vor­ha­ben ange­hen will – obwohl den befrag­ten Fir­men­chefs quer durch alle Unter­neh­mens­grö­ßen klar ist, dass sie nur mit Inves­ti­tio­nen in die Digi­ta­li­sie­rung ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit stär­ken kön­nen.

För­der­mit­teln gibt es auch für die Digi­ta­li­sie­rung

Viele Fir­men­chefs könn­ten sich ihrer Finan­zie­rungs­sor­gen zumin­dest teil­weise ent­le­di­gen, indem sie dem Thema För­der­mit­tel mehr Auf­merk­sam­keit schen­ken – gerade zur Digi­ta­li­sie­rung gibt es zahl­rei­che inter­es­sante Ange­bote. Dass sich die Digi­ta­li­sie­rung auch für kleine Unter­neh­men lohnt, zeigt etwa das Bei­spiel eines vier­köp­fi­gen Schrei­n­er­be­triebs mit Schwer­punkt Mes­se­bau, über das der DATEV-Blog berich­tet. Leben ein­ge­haucht wurde dem Pro­jekt mit­hilfe von För­der­mit­teln, in die­sem Fall dem Digi­talbo­nus Bay­ern. Es kann also nichts scha­den, mit dem Steu­er­be­ra­ter über die Mög­lich­kei­ten einer För­der­fi­nan­zie­rung zu reden, zumal auch sol­che Bera­tun­gen – zumin­dest für junge Unter­neh­men – wie­derum durch För­der­pro­gramme des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums unter­stützt wer­den kön­nen. Zudem lohnt es sich, regel­mä­ßig einen Blick in die För­der­da­ten­bank zu wer­fen und inter­es­sante Unter­stüt­zungs­an­ge­bote zu suchen, die zu aktu­el­len Fra­ge­stel­lun­gen im Betrieb pas­sen – zumin­dest in jede Finan­zie­rungs­über­le­gung soll­ten Unter­neh­mer diese Mög­lich­keit ein­be­zie­hen. Eben­falls loh­nens­wert ist ein Blick in das Ange­bot der lan­des­ei­ge­nen För­der­ban­ken. Auch hierin kennt der Steu­er­be­ra­ter sich aus und kann bei der Wahl des pas­sen­den und jeweils güns­ti­gen Ange­bots hel­fen.

För­der­ban­ken schlie­ßen Finan­zie­rungs­lü­cken

Unter­neh­mer soll­ten die Lage auch vor einem Kre­dit­ge­spräch mit ihrer Bank son­die­ren, ins­be­son­dere wenn es um Moder­ni­sie­rungs­vor­ha­ben geht. Pri­vate Geschäfts­ban­ken bezie­hen den durch Moder­ni­sie­rung ent­ste­hen­den Vor­teil oft nicht in die Bewer­tung des Finan­zie­rungs­vor­ha­bens ein. Auch das dürfte ein Grund für so man­ches erfolg­lose Kre­dit­ge­spräch sein, denn: Es bleibt ein Risiko. Öffent­li­che För­der­ban­ken kön­nen so ent­ste­hende Finan­zie­rungs­lü­cken gerade bei klei­ne­ren Unter­neh­men häu­fig schlie­ßen – wenn nicht mit einem För­der­kre­dit aus einem der zahl­rei­chen Pro­gramme, dann doch bei­spiels­weise mit einer Bürg­schaft gegen­über der Haus­bank. So hat etwa der in der „Deut­schen Hand­werks-Zei­tung“ vor­ge­stellte Metall­bauer Roland Kuhz die eigene Strom­ver­sor­gung sowie die Digi­ta­li­sie­rung sei­ner Maschi­nen und Anla­gen finan­ziert. Durch­aus nach­ah­mens­wert. Gerade mit Blick auf kom­ple­xere Vor­ha­ben oder Ideen soll­ten Unter­neh­mer früh­zei­tig den Kon­takt zu ihrem Steu­er­be­ra­ter suchen. Er weiß zu den För­der- und Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten den bes­ten Rat.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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