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Aktu­elle Werte der Sozi­al­ver­si­che­rung und was sie bedeu­ten

In regel­mä­ßi­gen Abstän­den wer­den „Aktu­elle Zah­len aus dem Bereich der Sozial-ver­si­che­rung“ ver­öf­fent­licht. Mit die­sem Arti­kel stel­len wir dar, was es mit die­sen Wer­ten auf sich hat.


Bei­träge zur Sozi­al­ver­si­che­rung

Die Bun­des­re­gie­rung beschließt unter Zustim­mung des Bun­des­rats regel­mä­ßig die Bei­trags­satz­ver­ord­nung, mit der die Bei­trags­sätze in der Ren­ten­ver­si­che­rung bestimmt wer­den. Zuletzt hat sie am 22.11.2017 fest­ge­legt, dass der Bei­trags­satz in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung für das Jahr 2018 18,6 Pro­zent (Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber je 9,3 Pro­zent) und in der knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung für das Jahr 2018 24,7 Pro­zent beträgt. Die Arbeit­neh­mer zah­len den glei­chen Pro­zent­satz wie in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung. Die Arbeit­ge­ber müs­sen den Rest bezah­len.

In der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung bezeich­net der Bei­trags­satz den pro­zen­tua­len Anteil am Brut­to­ar­beits­ent­gelt, der an die jewei­lige Kran­ken­kasse zu ent­rich­ten ist. Die Rege­lun­gen zum Bei­trags­satz kann der Gesetz­ge­ber ändern. Beim all­ge­mei­nen Bei­trags­satz gibt es eine ver­bind­li­che Bei­trags­un­ter­grenze von 14,6 Pro­zent (Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber je 7,3 Pro­zent). Neben dem all­ge­mei­nen Bei­trags­satz kön­nen die Kran­ken­kas­sen noch ein­kom­mens­ab­hän­gige Zusatz­bei­trags­sätze erhe­ben, die allein vom Arbeit­neh­mer auf­ge­bracht wer­den.

Der Bei­trags­satz zur Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung liegt bereits seit dem Jahr 2011 unver­än­dert bei 3,0 Pro­zent. Er ist gesetz­lich in § 341 Abs. 2 Drit­tes Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB III) gere­gelt. Mit dem Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz II ist ab 2017 der Bei­trags­satz um 0,2 Pro­zent­punkte auf 2,55 bzw. 2,8 Pro­zent für Kin­der­lose gestie­gen. Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber tra­gen die Bei­träge hälf­tig (Aus­nahme Sach­sen).

Aktu­el­ler Ren­ten­wert

Der aktu­elle Ren­ten­wert ist der in Euro aus­ge­drückte Wert eines Ent­gelt­punk­tes in der deut­schen gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Er wird benö­tigt, um die wäh­rend der Erwerbs­phase gesam­mel­ten Ent­gelt­punkte in eine aus­zahl­bare indi­vi­du­elle monat­li­che Rente umzu­rech­nen. Die indi­vi­du­elle monat­li­che Rente wird mit der Ren­ten­for­mel berech­net. Ab 01.07.2017 beträgt der aktu­elle Ren­ten­wert monat­lich 31,03 Euro West und 29,69 Euro Ost. Nach der Herbst­schät­zung 2017 wird er auf 31,99 Euro West und 30,56 Euro Ost ab 01.07.2018 stei­gen.

Rechen­grö­ßen

Die Rechen­grö­ßen der Sozi­al­ver­si­che­rung sind in Deutsch­land meh­rere nach dem Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht jähr­lich neu fest­ge­setzte Werte, die Bei­träge und Leis­tun­gen in der Sozi­al­ver­si­che­rung steu­ern. Die Bei­trags­sätze zur Ren­ten­ver­si­che­rung wur­den bereits oben umfas­send dar­ge­stellt.

Der Ver­ord­nung über die Sozi­al­ver­si­che­rungs-Rechen­grö­ßen 2018 hat der Bun­des­rat am 03.11.2017 zuge­stimmt. Mit der Ver­ord­nung wer­den die maß­geb­li­chen Rechen­grö­ßen der Sozi­al­ver­si­che­rung gemäß der Ein­kom­mens­ent­wick­lung im ver­gan­ge­nen Jahr ange­passt. Dazu gehö­ren auch die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen in der Sozi­al­ver­si­che­rung.

Die Bei­trags­be­mes­sungs­grenze ist eine Rechen­größe im deut­schen Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht. Sie bestimmt, bis zu wel­chem Betrag das Arbeits­ent­gelt oder die Rente eines gesetz­lich Ver­si­cher­ten für Bei­träge der gesetz­li­chen Sozi­al­ver­si­che­rung her­an­ge­zo­gen wird. Der Teil des Ein­kom­mens, der die jewei­lige Grenze über­steigt, bleibt für die Bei­trags­be­rech­nung außer Betracht. Die Bei­trags­be­mes­sungs­grenze zur Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung beträgt in 2018 monat­lich 6.500 Euro West und 5.800 Euro Ost. Die Bei­trags­be­mes­sungs­grenze zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung beträgt in 2018 monat­lich ein­heit­lich 4.425 Euro. Für Arbeit­neh­mer, die der knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht unter­lie­gen, sind bei der Berech­nung der Bei­träge monat­lich 8.000 Euro West und 7.150 Euro Ost zu beach­ten.

Die Jah­res­ar­beits­ent­gelt­grenze (JAEG), auch Ver­si­che­rungs­pflicht­grenze, ist in Deutsch­land eine Sozi­al­ver­si­che­rungs-Rechen­größe, die bestimmt, ab wel­cher Höhe des regel­mä­ßi­gen jähr­li­chen Arbeits­ent­gelts ein Arbeit­neh­mer nicht mehr in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­chert sein muss. Die all­ge­meine Jah­res­ar­beits­ent­gelt­grenze beträgt in 2018 59.400 Euro.

Bei­träge

Die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung ist nicht nur für Arbeit­neh­mer. Auch bestimmte Selbst­stän­dige wie Leh­rer zäh­len zu den Pflicht­ver­si­cher­ten in der Ren­ten­ver­si­che­rung. Diese kön­nen ohne Rück­sicht auf ihr Arbeits­ein­kom­men den vol­len Regel­bei­trag zah­len. Er beträgt im Jahr 2018 monat­lich 569,42 Euro in den alten und 503,97 Euro in den neuen Bun­des­län­dern. Sie kön­nen auch nied­ri­gere oder höhere Bei­träge als den Regel­bei­trag zah­len, wenn Sie ein abwei­chen­des Arbeits­ein­kom­men anhand des letz­ten Ein­kom­men­steu­er­be­scheids nach­wei­sen. Frei­wil­lig Ver­si­cherte zah­len im Jahr 2018 monat­lich 1.209,00 Euro in den alten und neuen Bun­des­län­dern.

Hin­zu­ver­dienst­gren­zen bei vor­zei­ti­gen Alters­ren­ten

Wer die Regel­al­ters­grenze erreicht hat, kann grund­sätz­lich unein­ge­schränkt hin­zu­ver­die­nen. Bei vor­zei­ti­gen Alters­ren­ten, die in vol­ler Höhe gezahlt wer­den sol­len, gilt seit 1.7.2017 die bun­des­ein­heit­li­che Hin­zu­ver­dienst­grenze von 6.300,00 Euro pro Jahr. Über­schrei­tet der Hin­zu­ver­dienst diese Grenze, wird der die Grenze über­schrei­tende Betrag pau­schal um 40 Pro­zent auf die Rente ange­rech­net. Die monat­li­che Rente ver­rin­gert sich dadurch um die­sen Betrag.

Hin­zu­ver­dienst­gren­zen bei Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten

Bei der Rente wegen vol­ler Erwerbs­min­de­rung gilt ebenso die Hin­zu­ver­dienst­grenze von 6.300,00 Euro jähr­lich. Ein Hin­zu­ver­dienst wird zu 40 Pro­zent auf die Rente ange­rech­net. Die jähr­li­che Hin­zu­ver­dienst­grenze wird bei einer Rente wegen teil­wei­ser Erwerbs­min­de­rung indi­vi­du­ell berech­net. Sie ori­en­tiert sich am höchs­ten Ein­kom­men der letz­ten 15 Jahre. Für das Jahr 2017 wird eine Min­dest­hin­zu­ver­dienst­grenze von 14.458,50 Euro jähr­lich zugrunde gelegt. Der Ver­dienst, der über die­ser Grenze liegt, wird zu 40 Pro­zent auf die Rente ange­rech­net.

Anrech­nung von Ein­kom­men auf die Wit­wen- bezie­hungs­weise Wit­wer­rente

Bei Todes­fäl­len nach dem 31.12.1985 erfolgt in den alten Bun­des­län­dern keine Ein­kom­mens­an­rech­nung von eige­nem Erwerbs- und Erwerbs­er­satz­ein­kom­men der Witwe oder des Wit­wers auf die Wit­wen- bezie­hungs­weise Wit­wer­rente, wenn bis zum 31.12.1988 das bis zum 31.12.1985 gül­tige Recht gewählt wurde. Bis 01.01.1986 erfolgte keine Ein­kom­mens­an­rech­nung. Für die Prü­fung, wel­che Ein­kom­mens­gren­zen (West/Ost) maß­ge­bend sind, ist der gewöhn­li­che Auf­ent­halt des/der Berech­tig­ten ent­schei­dend.

Es erfolgt zudem keine Ein­kom­mens­an­rech­nung, wenn das eigene Ein­kom­men (der Net­to­be­trag wird pau­scha­liert ermit­telt) den Frei­be­trag von monat­lich 819,19 Euro zuzüg­lich 173,77 Euro je wai­sen­ren­ten­be­rech­tig­tes Kind nicht über­steigt. Das den Frei­be­trag über­schrei­tende Ein­kom­men wird aber nur zu 40 Pro­zent ange­rech­net. In den neuen Bun­des­län­dern erfolgt keine Ein­kom­mens­an­rech­nung von eige­nem Erwerbs- und Erwerbs­er­satz­ein­kom­men der Witwe oder des Wit­wers auf die Wit­wen- bezie­hungs­weise Wit­wer­rente, wenn das eigene Ein­kom­men (der Net­to­be­trag wird pau­scha­liert ermit­telt) den Frei­be­trag von monat­lich 783,82 Euro zuzüg­lich 166,26 Euro je wai­sen­ren­ten­be­rech­tig­tes Kind nicht über­steigt. Das den Frei­be­trag über­schrei­tende Ein­kom­men wird aber nur zu 40 Pro­zent ange­rech­net.

Anrech­nung von Ein­kom­men auf die Wai­sen­rente

Seit dem 1. Juli 2015 fin­det keine Anrech­nung von Erwerbs- und Erwerbs­er­satz­ein­kom­men auf Wai­sen­ren­ten mehr statt.

Anrech­nung von Ein­kom­men auf die Erzie­hungs­rente

In den alten Bun­des­län­dern erfolgt keine Ein­kom­mens­an­rech­nung auf die Erzie­hungs­rente, wenn das eigene Ein­kom­men (der Net­to­be­trag wird pau­scha­liert ermit­telt) den Frei­be­trag von monat­lich 819,19 Euro zuzüg­lich 173,77 Euro je wai­sen­ren­ten­be­rech­tig­tes Kind nicht über­steigt. Das den Frei­be­trag über­schrei­tende Ein­kom­men wird aber nur zu 40 Pro­zent ange­rech­net. In den neuen Bun­des­län­dern erfolgt keine Ein­kom­mens­an­rech­nung auf die Erzie­hungs­rente, wenn das eigene Ein­kom­men (der Net­to­be­trag wird pau­scha­liert ermit­telt) den Frei­be­trag von monat­lich 783,82 Euro zuzüg­lich 166,26 Euro je wai­sen­ren­ten­be­rech­tig­tes Kind nicht über­steigt. Das den Frei­be­trag über­schrei­tende Ein­kom­men wird aber nur zu 40 Pro­zent ange­rech­net.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


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