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Das Wich­tigste rund um das Thema Mini­jobs

In vie­len Fir­men und pri­va­ten Haus­hal­ten sind Mini­job­ber beschäf­tigt. Eine Tätig­keit inner­halb eines Mini­jobs ist für Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber recht unkom­pli­ziert dar­zu­stel­len.


Aktu­ell sind etwa 32 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt. 7,5 Mil­lio­nen Men­schen sind gering­fü­gig ent­lohnt Beschäf­tigte. Davon sind etwa 2,7 Mil­lio­nen Men­schen im Neben­job und 4,8 Mil­lio­nen Men­schen aus­schließ­lich gering­fü­gig ent­lohnt Beschäf­tigte. Die­ser Arti­kel gibt einen Über­blick über die wich­tigs­ten Fra­gen zu Mini­jobs.

Defi­ni­tion des Mini­jobs

Ein Mini­job wird als eine gering­fü­gige Beschäf­ti­gung defi­niert. Dabei bedeu­tet „gering­fü­gig“, dass bestimmte Gren­zen ein­zu­hal­ten sind. Zum einen kann ein Mini­job auf eine Ver­dienst­grenze von der­zeit 450 Euro begrenzt sein. Zum ande­ren sind kurz­fris­tige Mini­jobs auf bestimmte Zeit­gren­zen fest­ge­legt. In die­sem Fall darf der Mini­job­ber im Laufe eines Kalen­der­jah­res nicht mehr als drei Monate oder ins­ge­samt 70 Arbeits­tage arbei­ten. Ein Mini­job­ber kann dabei meh­rere 450-Euro-Mini­jobs neben­ein­an­der aus­füh­ren, wenn er ins­ge­samt nicht mehr als 450 Euro monat­lich ver­dient. Vor­aus­set­zung ist, dass der Mini­job­ber kei­ner ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Haupt­be­schäf­ti­gung nach­geht. Andern­falls darf er nur einen 450-Euro-Mini­job aus­üben.

Fol­gen bei Über­schrei­ten der Gren­zen

Ver­dient ein Arbeit­neh­mer regel­mä­ßig mehr als 450 Euro pro Monat und arbei­tet län­ger als drei Monate bezie­hungs­weise 70 Arbeits­tage (ab 2019 50 Arbeits­tage), gilt er nicht mehr als Mini­job­ber, son­dern ist sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäftigt.Dies hat zur Folge, dass Bei­träge an die Kran­ken-, Ren­ten- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie an die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung zu zah­len sind.

Ver­dient ein Arbeit­neh­mer regel­mä­ßig 450,01 bis 850 Euro monat­lich, befin­det er sich in der soge­nann­ten Gleit­zone. Die Beschäf­ti­gung wird in die­ser Gleit­zone als Midi­job bezeich­net. Ein Midi­job­ber muss nicht die vol­len Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge zah­len, ist aber den­noch umfas­send in der Kran­ken-, Pflege-, Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung abge­si­chert. Sein Bei­trags­an­teil rich­tet sich inner­halb der Gleit­zone nach einem fik­ti­ven Wert, der über eine For­mel ermit­telt wird.

Rechte des Mini­job­bers

Arbeits­recht­lich sind Mini­job­ber den Voll­zeit­be­schäf­tig­ten gleich­ge­stellt. Sie haben einen Anspruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall oder Urlaub. Zudem sind Sie im Fall eines Arbeits­un­falls oder Wege­un­falls über die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung abge­si­chert. Für Mini­job­ber gilt selbst­ver­ständ­lich auch der Min­dest­lohn von der­zeit min­des­tens 8,84 Euro brutto pro Stunde.

Beschäf­ti­gung im gewerb­li­chen Bereich oder Pri­vat­haus­halt

Ein Mini­job­ber kann im gewerb­li­chen Bereich oder im Pri­vat­haus­halt beschäf­tigt sein. In bei­den Fäl­len tra­gen die Arbeit­ge­ber den Groß­teil der Abga­ben für 450-Euro-Mini­jobs. Hierzu zäh­len die pau­scha­len Bei­träge zur Kran­ken- und Ren­ten­ver­si­che­rung, zur gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung sowie Umla­gen und Steu­ern. Mini­job­ber zah­len meist nur Ren­ten­ver­si­che­rungs­bei­träge, die der Arbeit­ge­ber zusam­men mit sei­nen Abga­ben an die Mini­job-Zen­trale abführt.

Die Unter­schei­dung zwi­schen der Beschäf­ti­gung im gewerb­li­chen Bereich und im Pri­vat­haus­halt ist wegen der unter­schied­lich hohen Abga­ben den­noch wich­tig.

Beschäf­ti­gung im gewerb­li­chen Bereich

Alle Mini­job­ber unter­lie­gen seit dem 1. Januar 2013 der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Da der Arbeit­ge­ber für eine gering­fü­gige Beschäf­ti­gung bereits den Pau­schal­bei­trag zur Ren­ten­ver­si­che­rung in Höhe von 15 % des Ent­gelts zahlt, müs­sen Mini­job­ber nur die Dif­fe­renz zum all­ge­mei­nen Bei­trags­satz von 18,7 % selbst tra­gen, also 3,7 %. Zur Kran­ken­ver­si­che­rung zah­len gewerb­li­che Arbeit­ge­ber einen Pau­schal­bei­trag von 13 %. Bei­träge zur Pflege- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung fal­len nicht an. In der Unfall­ver­si­che­rung betra­gen die Bei­träge etwa 1,3 %.

Arbeit­ge­ber kön­nen zudem die Art der Besteue­rung von 450-Euro-Mini­jobs bestim­men. Zum einen kann der Mini­job pau­schal mit zwei Pro­zent ver­steu­ert wer­den. Der Arbeits­lohn wird bei der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung des Mini­job­bers nicht berück­sich­tigt. Die­ser kann daher keine Auf­wen­dun­gen als Wer­bungs­kos­ten abzie­hen, die bei dem pau­schal­ver­steu­er­ten Mini­job anfal­len.

Alter­na­tiv kann der Arbeit­ge­ber den Arbeits­lohn indi­vi­du­ell nach der Lohn­steu­er­klasse des Mini­job­bers ver­steu­ern. Kommt die Pausch­steuer nicht in Betracht, weil keine Pau­schal­bei­träge zur Ren­ten­ver­si­che­rung zu ent­rich­ten sind (abso­lu­ter Son­der­fall), kann der Arbeit­ge­ber die Steuer mit 20 % pau­schal ver­steu­ern. Soli­da­ri­täts­zu­schlag und Kir­chen­steuer kom­men hinzu.

Kurz­fris­tige Mini­jobs kön­nen auf zwei Arten besteu­ert wer­den: indi­vi­du­ell nach der Steu­er­klasse des Mini­job­bers oder mit einer pau­scha­len Lohn­steuer in Höhe von 25 %. Bei den Auf­wen­dun­gen han­delt es sich um Betriebs­aus­ga­ben des Arbeit­ge­bers.

Beschäf­ti­gung im Pri­vat­haus­halt

Pri­vate Arbeit­ge­ber kön­nen die Mini­job­ber mit dem Haus­halts­scheck zur Sozi­al­ver­si­che­rung mel­den.

450-Euro-Mini­job­ber sind seit dem 1. Januar 2013 ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­tig und zah­len neben dem Arbeit­ge­ber­bei­trag einen Eigen­an­teil. Diese Mini­job­ber kön­nen sich jeder­zeit von die­ser Ver­si­che­rungs­pflicht und der Zah­lung des Eigen­an­teils befreien las­sen. Für Arbeit­ge­ber beträgt der Anteil zur Ren­ten­ver­si­che­rung 5 %. Ver­si­che­rungs­pflich­tige Mini­job­ber leis­ten einen Eigen­an­teil von 13,7 %. Für kurz­fris­tige Mini­jobs fal­len keine Bei­träge zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung an.

Bei 450-Euro-Mini­jobs zah­len Arbeit­ge­ber im Pri­vat­haus­halt einen Pau­schal­bei­trag von 5 % zur Kran­ken­ver­si­che­rung. Zur Arbeits­lo­sen- und Pfle­ge­ver­si­che­rung fal­len auch hier keine Bei­träge an. Kurz­fris­tige Mini­jobs sind in der Kran­ken-, Pflege-, Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung ver­si­che­rungs- und bei­trags­frei. Der Bei­trag zur Unfall­ver­si­che­rung beträgt für alle Mini­jobs im Pri­vat­haus­halt ein­heit­lich 1,6 % des Arbeits­ent­gelts.

Auch im Pri­vat­haus­halt kann der 450-Euro-Mini­job pau­schal mit zwei Pro­zent oder indi­vi­du­ell nach der Lohn­steu­er­klasse des Mini­job­bers ver­steu­ert wer­den. Kurz­fris­tige Mini­jobs wer­den indi­vi­du­ell nach der Steu­er­klasse des Mini­job­bers oder unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen pau­schal in Höhe von 25 % ver­steu­ert. Für den Arbeit­ge­ber ermä­ßigt sich die Ein­kom­men­steuer um 20 % der Auf­wen­dun­gen, maxi­mal 510 Euro im Jahr.

Fazit

Mini­jobs sind eine gute Mög­lich­keit für einen Neben­ver­dienst. Ins­be­son­dere bie­ten sie auch einen hohen Schutz des Arbeit­ge­bers und des Mini­job­bers.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


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