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Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung: Diese Neue­run­gen müs­sen Unter­neh­mer 2018 ken­nen

Gra­vie­rende Ände­run­gen bei Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung und steu­er­li­chen Fris­ten: Selbst­stän­dige und Frei­be­ruf­ler soll­ten gleich zu Jah­res­be­ginn ihre neuen Pflich­ten mit dem Steu­er­be­ra­ter bespre­chen.

Text: Midia Nuri


Zum Jah­res­be­ginn ändern sich regel­mä­ßig diverse Gesetze und Bestim­mun­gen. Beson­ders gra­vie­rend für Klein­un­ter­neh­mer ist, dass eine sehr beliebte Extra­wurst ent­fällt: Bei der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung bringt die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung künf­tig keine Erleich­te­rung mehr. Jeder, der Ein­künfte aus selbst­stän­di­ger Tätig­keit oder aus Gewer­be­be­trieb erzielt, ist jetzt ver­pflich­tet, sei­nen Gewinn unab­hän­gig von der Höhe der Betriebs­ein­nah­men anhand der Anlage EÜR dem Finanz­amt gegen­über zu erklä­ren. Auch Klein­un­ter­neh­mer müs­sen also nun die Anlage EÜR abge­ben – und zwar bereits für das Steu­er­jahr 2017. Die bis­he­rige Rege­lung, nach der bei Betriebs­ein­nah­men von weni­ger als 17.500 Euro die Abgabe einer form­lo­sen Ein­nah­men­über­schuss­rech­nung als aus­rei­chend ange­se­hen wor­den ist, läuft damit aus, mel­dete das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­rium bereits im ver­gan­ge­nen Jahr.

Auch Klein­un­ter­neh­mer müs­sen jetzt eine EÜR erstel­len

Das ist schon der zweite Tief­schlag für Klein­un­ter­neh­mer bin­nen kur­zer Zeit. Bereits ver­gan­ge­nes Jahr hatte die Bun­des­re­gie­rung die Anhe­bung des Schwel­len­werts von 17.500 auf 20.000 Euro abge­bla­sen. Als Klein­un­ter­neh­mer gilt also nach wie vor, wer im vor­an­ge­gan­ge­nen Kalen­der­jahr nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz ver­zeich­net hat und im lau­fen­den Kalen­der­jahr vor­aus­sicht­lich weni­ger als 50.000 Euro erzielt. Wer diese Kri­te­rien erfüllt, kann sich von der Umsatz­steu­er­pflicht befreien las­sen, indem er die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung bean­tragt. Grün­der for­dert das Finanz­amt per Fra­ge­bo­gen auf, die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung zu bean­tra­gen oder dar­auf zu ver­zich­ten. An einen Ver­zicht sind Unter­neh­mer für fünf Jahre gebun­den, außer­dem ist die Ent­schei­dung auch sonst fol­gen­reich – daher soll­ten Unter­neh­mer gene­rell alle Aspekte mit dem Steu­er­be­ra­ter bespre­chen – am bes­ten bereits bei der Grün­dung. Beach­ten soll­ten Unter­neh­mer außer­dem: Unter­schrei­tet der Umsatz die für die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung maß­geb­li­chen Grenz­werte, sind sie damit nicht auto­ma­tisch von der Umsatz­steu­er­pflicht befreit – ein häu­fi­ges Miss­ver­ständ­nis. Dies betrifft jedoch auto­ma­tisch nur tat­säch­lich umsatz­steu­er­freie Ein­künfte, wie bei­spiels­weise Leis­tun­gen aus dem the­ra­peu­ti­schen Bereich. Und auch Ange­hö­rige bei­spiels­weise der medi­zi­ni­schen Berufe kön­nen dank umsatz­steu­er­pflich­ti­ger Umsätze – etwa aus Vor­trä­gen oder Fach­ar­ti­keln – in die Lage kom­men, von der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung Gebrauch machen zu kön­nen oder dar­auf zu ver­zich­ten. Über Zusatz­ein­künfte soll­ten sie daher eben­falls stets früh­zei­tig mit ihrem Steu­er­be­ra­ter spre­chen.

Vor- und Nach­teile mit dem Steu­er­be­ra­ter bespre­chen …

Unver­än­der­ter Schwel­len­wert und EÜR-Pflicht sind für Inha­ber klei­ner Unter­neh­men ein guter Grund, rasch mit dem Steu­er­be­ra­ter über ihren Sta­tus zu reden. Denn als Abga­be­frist für die Steu­er­erklä­rung gilt 2018 noch Ende Mai, erst ab 2019 bleibt Zeit bis Ende Juli. Wer die Erklä­rung vom Steu­er­be­ra­ter erstel­len lässt, hat schon jetzt mehr Luft: Für 2017 bis Ende Februar 2019. Wer die Steu­er­erklä­rung selbst macht, sollte die Fris­ten genau ein­hal­ten. Das Finanz­amt kann höhere Ver­zö­ge­rungs­zu­schläge erhe­ben – sogar, wenn auf­grund der Erklä­rung keine Steuer anfällt oder Geld erstat­tet wird. Für jeden ange­fan­ge­nen Monat der Ver­spä­tung gilt fortan: 25 Euro oder 0,25 Pro­zent der Steu­er­nach­zah­lung. Wäh­rend die Höhe ab 2018 genau gere­gelt ist, ist das Ob noch Ermes­sens­sa­che. 2019 wird der Ver­spä­tungs­zu­schlag in jedem Fall auto­ma­tisch fäl­lig. Unter­neh­mern, die ange­for­derte Unter­la­gen nicht in der ein­ge­räum­ten Frist vor­le­gen, kann das Finanz­amt seit Jah­ren das wesent­lich höhere Ver­zö­ge­rungs­geld auf­brum­men. Oft las­sen sich diese Sum­men zwar vor Gericht nicht durch­bo­xen. Aber wer will sich schon unnö­tig per Pro­zess weh­ren müs­sen? Lie­ber vor­her peni­bel sein – oder gleich den Steu­er­be­ra­ter machen las­sen.

… und Frust mit Buß­geld- und Straf­sa­chen­stelle mei­den

Wer umsatz­steu­er­pflich­tig ist, sollte die pünkt­li­che Abgabe der Umsatz­steu­er­vor­anmel­dung sogar noch erns­ter neh­men. Geht sie ver­spä­tet ein, gibt es womög­lich gleich Ärger mit der Buß­geld- und Straf­sa­chen­stelle des Finanz­amts. Die­ser Abtei­lung muss über Anhalts­punkte berich­tet wer­den, dass zuvor durch unrich­tige, unvoll­stän­dige oder unter­las­sene Anga­ben gegen­über der Finanz­be­hörde vor­sätz­lich oder leicht­fer­tig Steu­ern ver­kürzt wur­den. Weil juris­tisch die Ver­spä­tung genau genom­men quasi Steu­er­hin­ter­zie­hung auf Zeit ist, könnte dies also gesche­hen.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


Quelle: www​.tria​log​-unter​neh​mer​blog​.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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