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Das neue WLAN-Gesetz

Nach dem Bun­des­tag hat am 22. Sep­tem­ber 2017 auch der Bun­des­rat einen Gesetz­ent­wurf zur Ände­rung des Tele­me­di­en­ge­set­zes bewil­ligt. Betrei­ber offe­ner Funk­netze müs­sen künf­tig die Stö­rer­haf­tung dem­nach nicht mehr fürch­ten.


WLAN-Betrei­ber wer­den zudem nicht mehr die Abmahn­kos­ten tra­gen müs­sen, wenn Dritte über ihren Anschluss ille­ga­les File­sha­ring betrie­ben haben. Gleich­zei­tig kön­nen sie jedoch ver­pflich­tet wer­den, den Zugang zu bestimm­ten Inhal­ten zu sper­ren.

Abschaf­fung der Stö­rer­haf­tung

Häu­fig wur­den in der Ver­gan­gen­heit Inter­net­zu­gangs­an­bie­ter dafür ver­ant­wort­lich gemacht, dass Nut­zer rechts­wid­rig Inhalte ins Inter­net stell­ten – wie etwa beim File­sha­ring.

Wenn ein Nut­zer den Zugang miss­brauchte, um bei­spiels­weise ille­gal Inhalte her­un­ter­zu­la­den, droh­ten dem Anbie­ter wegen der soge­nann­ten Stö­rer­haf­tung auch teure Abmah­nun­gen.

WLAN-Betrei­ber konn­ten also für Urhe­ber­rechts­ver­stöße haft­bar gemacht wer­den, die Dritte aus die­sem Netz begin­gen.

Ände­rung des Tele­me­di­en­ge­set­zes

WLAN-Betrei­ber wer­den sich zukünf­tig nach dem neuen WLAN-Gesetz bei einem offe­nen WLAN nicht mehr dem Risiko aus­set­zen, kos­ten­pflich­tig abge­mahnt zu wer­den, falls Nut­zer ille­gale Inhalte aus dem Inter­net abru­fen.

Das WLAN muss weder ver­schlüs­selt wer­den, noch muss eine Vor­schalt­seite ein­ge­rich­tet wer­den. Dar­über hin­aus ist der WLAN-Betrei­ber nicht ver­pflich­tet, die Iden­ti­tät der Nut­zer zu über­prü­fen. WLAN-Anbie­ter kön­nen also nicht mehr auf Scha­den­er­satz oder Unter­las­sung in Anspruch genom­men wer­den.

Websper­ren gegen Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen

Der Gesetz­ge­ber hat zuguns­ten der Urhe­ber­rechts­in­ha­ber jedoch eine aus­drück­li­che Anspruchs­grund­lage für Blo­cka­den gegen einen Diens­te­an­bie­ter geschaf­fen.

Bei einem Rechts­ver­stoß hat der Rech­te­inha­ber künf­tig einen Anspruch, WLAN-Anbie­ter zur Sper­rung bestimm­ter Inhalte und Sei­ten zu ver­pflich­ten. Die Kos­ten sol­cher Sperr­an­ord­nun­gen müs­sen die Rech­te­inha­ber selbst tra­gen.

Inkraft­tre­ten

Das Gesetz trat am Tag nach sei­ner Ver­kün­dung am 12.10.2017 im Bun­des­ge­setz­blatt in Kraft.

Fazit

WLAN-Betrei­ber wer­den zukünf­tig risiko-frei mehr öffent­li­che WLAN-Hot­spots anbie­ten kön­nen. Ver­brau­cher wer­den zukünf­tig an viel mehr Orten unkom­pli­ziert ins Inter­net kom­men, etwa an Flug­hä­fen, in Cafés oder Hotels.


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