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EU-Flug­gast­rechte

Wenn ein Flug sich ver­spä­tet, gestri­chen oder über­bucht wird oder das Gepäck nicht ankommt, hat ein Flug­gast umfas­sende Rechte.


Um diese Hilfe zu gewähr­leis­ten, haben sich die Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Union (EU) auf Bestim­mun­gen über die Rechte der Flug­gäste geei­nigt. Die­ser Arti­kel gibt einen umfas­sen­den Über­blick über die EU-Flug­gast­rechte.

Gül­tig­keit

Die Flug­gast­rechte-Ver­ord­nung gilt für Pas­sa­giere von Flü­gen, die in der EU star­ten. Sie gel­ten auch für Flüge, die von einer Flug­ge­sell­schaft mit Sitz in der EU bzw. Island, Nor­we­gen oder der Schweiz durch­ge­führt wer­den und in der EU lan­den.

Anspruchs­geg­ner der Flug­gast­an­sprü­che sind Anbie­ter von Lini­en­flü­gen, Charter­flügen sowie Bil­lig­flü­gen. Ver­ant­wort­lich ist immer die aus­füh­rende Flug­ge­sell­schaft.

Flug­ver­spä­tung

Pas­sa­giere haben einen Anspruch auf eine Ent­schä­di­gung, wenn die Maschine min­des­tens drei Stun­den spä­ter als geplant am Ziel ankommt.

Zudem dür­fen keine außer­ge­wöhn­li­chen Umstände vor­lie­gen. Als außer­ge­wöhn­li­che Umstände gel­ten schlechte Wetter­bedingungen, Blitz, Vogel­schlag, eine Sper­rung eines Flug­ha­fens, Streik, Ter­ror­ge­fahr oder poli­ti­sche Insta­bi­li­tät, Natur­ka­ta­stro­phen oder Not­lan­dun­gen nach medi­zi­ni­schen Zwi­schen­fäl­len.

Fer­ner muss der Flug in den letz­ten drei Jah­ren statt­ge­fun­den haben. Wei­tere Vor­aus­set­zung für einen Ent­schä­di­gungs­an­spruch ist, dass die Air­line für die Ver­spä­tung ver­ant­wort­lich ist.

Die Höhe des Ent­schä­di­gungs­an­spruchs ist gestaf­felt und rich­tet sich nach der Flug­di­stanz und der Dauer der Flug­ver-spä­tung:

  • bis 1.500 km und über 2 Stun­den: 250 Euro
  • 1.500 bis 3.500 km und über 3 Stun­den: 400 Euro
  • über 3.500 km außer­halb der EU und über 4 Stun­den: 600 Euro

Sobald Sie län­ger als 2 Stun­den am Flug­ha­fen war­ten müs­sen, haben Sie unter Umstän­den Anspruch auf Betreu­ungs­leis­tun­gen wie Getränke, Mahl­zei­ten, Tele­fo­nate und E-Mails.

Anschluss­flug ver­passt

Ver­spä­tet sich der Zubrin­ger­flug und der Pas­sa­gier ver­passt dadurch sei­nen Anschluss­flug, hat der Pas­sa­gier einen Anspruch auf Ent­schä­di­gung.

Vor­aus­set­zung ist, dass die Pas­sa­giere am End­ziel mit einer Ver­spä­tung von min­des­tens drei Stun­den ankom­men. Anspruchs­schäd­lich ist, wenn die Flug­ver­spä­tung außer­halb der EU durch eine nicht in der EU ansäs­sige Air­line ver­ur­sacht wurde.

Der Ent­schä­di­gungs­an­spruch besteht auch, wenn die Umstei­ge­zeit zwi­schen den Flü­gen infolge der Ver­spä­tung des Zubrin­ger­flugs zu gering war. Wich­tig ist, dass Zubrin­ger- und Anschluss­flug gemein­sam gebucht wor­den sind. Die Höhe der Ent­schä­di­gung rich­tet sich nach der Gesamt­länge der Flüge.

Flug gestri­chen oder Über­bu­chung

Wird der Flug gestri­chen bzw. annul­liert, haben Pas­sa­giere wahl­weise Anspruch auf die Erstat­tung des Ticket­prei­ses oder Anspruch auf einen Ersatz­flug. Dane­ben kann Anspruch auf eine kos­ten­lose Ver­sor­gung und gege­be­nen­falls eine Hotel­über­nach­tung bestehen.

Dar­über muss die Flug­ge­sell­schaft wie bei einer Flug­ver­spä­tung eine pau­schale Ent­schä­di­gung zah­len. Ent­spre­chende Rechte haben Pas­sa­giere bei einer Über­bu­chung (Nicht­be­för­de­rung).

Gepäck kommt nicht an

Wäh­rend sich die Pas­sa­giere um das Hand­ge­päck selbst küm­mern müs­sen, sind die Flug­ge­sell­schaf­ten auch für das auf­ge­ge­bene Gepäck ver­ant­wort­lich. Nach dem Mont­rea­ler Abkom­men kön­nen Pas­sa­giere umge­rech­net bis zu 1.350 Euro Ent­schä­di­gung erhal­ten. Pas­sa­giere müs­sen nach­wei­sen, wel­che Gegen­stände ver­lo­ren gin­gen. Die Flug­ge­sell­schaf­ten erset­zen den Zeit­wert.

Fazit

Pas­sa­giere haben inner­halb der EU umfas­sende Flug­gast­rechte. Die meis­ten Pas­sa­giere ken­nen ihre Rechte jedoch nicht.

Häu­fig ver­su­chen die Flug­ge­sell­schaf­ten, ihre Kun­den mit einer unan­ge­mes­se­nen Büro­kra­tie (For­mu­lare, War­te­zei­ten der Hot­line), Gerichts­kos­ten­ri­si­ken, recht­lich fal­schen Aus­künf­ten oder Aus­re­den (z.B. bezüg­lich der Wet­ter­be­din­gun­gen) abzu­schre­cken.

Schät­zungs­weise 95 Pro­zent der anspruchs­be­rech­tig­ten Pas­sa­giere set­zen wegen Unwis­sen­heit oder oben beschrie­be­ner Tricks ihre Ansprü­che nicht durch.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.

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