Fachartikel & News

Steu­er­li­che Ände­run­gen 2017

Der Gesetz­ge­ber hat uns – wie jedes Jahr – viele Ände­run­gen im Steu­er­recht beschert. Einige Rechts­än­de­run­gen sind zum Jah­res­be­ginn oder im Jahr 2017 in Kraft getre­ten, einige Rechts­än­de­run­gen wer­den zum 1.1.2018 wirk­sam.


Anhe­bung des Grund­frei­be­trags

Durch das „Gesetz zur Umset­zung der Ände­run­gen der EU-Amts­hil­fe­richt­li­nie und von wei­te­ren Maß­nah­men gegen Gewinn­kür­zun­gen und -ver­la­ge­run­gen (CbCR-Umset­zungs­ge­setz)“, das am 01.12.2016 vom Bun­des­tag beschlos­sen wurde, wurde der Grund­frei­be­trag in der Ein­kom­men­steuer von 8.652 Euro (2016) im Jahr 2017 auf 8.820 Euro erhöht. In 2018 wird der Grund­frei­be­trag um wei­tere 180 Euro auf 9.000 Euro stei­gen.

Gleich­zei­tig erfolgt zum Abbau der soge­nann­ten kal­ten Pro­gres­sion eine Rechts­ver­schie­bung der Eck­werte des Ein­kom­men­steuer-Tarifs ab 2017 um 0,73 %.

Unter­halts­frei­be­trag

Unter­halts­pflich­tige Steu­er­zah­ler kön­nen für 2017 einen Betrag von bis zu 8.820 Euro jähr­lich als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abset­zen. In glei­chem Maß wie der Grund­frei­be­trag steigt der Unter­halts­frei­be­trag im Jahr 2018 auf 9.000 Euro.

Erhö­hung des Kin­der­frei­be­trags und des Kin­der­gel­des

Eben­falls durch das CbCR-Umset­zungs­ge­setz wurde der Kin­der­frei­be­trag von 2.304 Euro (2016) auf 2.358 Euro (2017) erhöht. Gleich­zei­tig erhöhte sich ab dem 01.01.2017 das monat­lich aus­ge­zahlte Kin­der­geld um je zwei Euro: Es beträgt nun für das erste und zweite Kind jeweils 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro. Ab dem 4. Kind wer­den monat­lich 223 Euro über­wie­sen. Ab Januar 2018 wird das Kin­der­geld um wei­tere 2 Euro erhöht.

Anhe­bung der Grenze für Kleinst­be­trags­rech­nung

Der Vor­steu­er­ab­zug setzt vor­aus, dass in Rech­nun­gen diverse Pflicht­an­ga­ben erfüllt sind. Eine Aus­nahme bil­den soge­nannte „Klein­be­trags­rech­nun­gen“: Über­steigt der Rech­nungs­be­trag die Grenze von 150 Euro nicht, so müs­sen die Pflicht­an­ga­ben nicht voll­stän­dig erfüllt sein.

Ab 01.01.2017 wurde die Grenze auf 250 Euro aus­ge­dehnt.

Anhe­bung Schwel­len­wert Sofort­ab­schrei­bung

Der bis­he­rige steu­er­li­che Schwel­len­wert für die Sofort­ab­schrei­bung liegt bei 410 Euro. Zukünf­tig kön­nen Anschaf­fun­gen gering­wer­ti­ger Wirt­schafts­gü­ter bis zu einem Wert von 800 Euro sofort abge­schrie­ben wer­den. Die Anhe­bung des Schwel­len­wer­tes soll zum 01.01.2018 in Kraft tre­ten. Die Grenze zur Bil­dung eines Sam­mel­pos­tens wird auf 250 Euro ange­ho­ben.

Neue Zah­lungs­ver­jäh­rungs­frist in Fäl­len der Steu­er­hin­ter­zie­hung

Die Zah­lungs­ver­jäh­rungs­frist in Fäl­len der Steu­er­hin­ter­zie­hung ver­län­gert sich von der­zeit fünf auf künf­tig zehn Jahre.

Per­ma­nen­ter Lohn­steu­er­jah­res­aus­gleich

Ab 2018 dür­fen Arbeit­ge­ber bei kurz­fris­tig beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mern mit der Steu­er­klasse VI einen per­ma­nen­ten Lohn­steu­er­jah­res­aus­gleich durch­füh­ren. Vor­aus­set­zung dafür ist, dass der Arbeit­neh­mer unbe­schränkt steu­er­pflich­tig ist, bei der Steu­er­klasse VI kein Frei­be­trag zu berück­sich­ti­gen ist und die Dauer sei­ner Anstel­lung einen maxi­ma­len Zeit­raum von 24 zusam­men­hän­gen­den Tagen nicht über­steigt.

Auf­be­wah­rungs­pflicht für emp­fan­gene Lie­fer­scheine

Die Auf­be­wah­rungs­pflicht für emp­fan­gene Lie­fer­scheine, die keine Buchungs­be­lege sind, endet mit Erhalt der Rech­nung. Glei­ches gilt für abge­sandte Rech­nun­gen.

Schutz vor Mani­pu­la­tion an digi­ta­len Grund­auf­zeich­nun­gen

Seit 01.01.2017 müs­sen auf­be­wah­rungs­pflich­tige Unter­la­gen, die mit­tels elek­tro­ni­scher Regis­trier­kas­sen, Waa­gen mit Regis­trier­kas­sen­funk­tion, Taxa­me­tern und Weg­stre­cken­zäh­ler erstellt wor­den sind, für die Dauer der Auf­be­wah­rungs­frist jeder­zeit ver­füg­bar, unver­züg­lich les­bar und maschi­nell aus­wert­bar auf­be­wahrt wer­den.

Auf­zeich­nungs­pflich­tige Geschäfts­vor­fälle sind lau­fend zu erfas­sen, ein­zeln fest­zu­hal­ten sowie auf­zu­zeich­nen und auf­zu­be­wah­ren, sodass sich die ein­zel­nen Geschäfts­vor­fälle in ihrer Ent­ste­hung und Abwick­lung ver­fol­gen las­sen kön­nen. Eine Aus­nahme von der Ein­zel­auf­zeich­nungs­pflicht besteht aus Zumut­bar­keits­grün­den bei Ver­kauf von Waren an eine Viel­zahl von nicht bekann­ten Per­so­nen gegen Bar­zah­lung.

Ab dem 01.01.2018 wird die Mög­lich­keit der Kas­sen-Nach­schau ein­ge­führt. Dies ist ein eigen­stän­di­ges Ver­fah­ren zur zeit­na­hen Auf­klä­rung steu­er­erheb­li­cher Sach­ver­halte unter ande­rem im Zusam­men­hang mit der ord­nungs­ge­mä­ßen Erfas­sung von Geschäfts­vor­fäl­len.

Elek­tro­ni­sche Auf­zeich­nungs­sys­teme müs­sen ab dem 01.01.2020 über eine zer­ti­fi­zierte tech­ni­sche Sicher­heits­ein­rich­tung ver­fü­gen, die aus drei Bestand­tei­len besteht: einem Sicher­heits­mo­dul, einem Spei­cher­me­dium und einer digi­ta­len Schnitt­stelle.

Berech­nung des Ver­spä­tungs­zu­schlags

Der Ver­spä­tungs­zu­schlag soll sicher­stel­len, dass Steu­er­pflich­tige ihre Steu­er­erklä­run­gen recht­zei­tig abge­ben. In bestimm­ten Fäl­len muss das Finanz­amt einen Ver­spä­tungs­zu­schlag zwin­gend erhe­ben, z. B. wenn ein Steu­er­pflich­ti­ger seine Steu­er­erklä­rung für ein Kalen­der­jahr 14 Monate spä­ter immer noch nicht abge­ge­ben hat. Der neue Min­dest­ver­spä­tungs­zu­schlag wird 25,00 Euro für jeden ange­fan­ge­nen Monat der Ver­spä­tung betra­gen.

Steu­er­erklä­rungs­fris­ten wer­den ver­län­gert

Ab dem Steu­er­jahr 2018 gilt eine neue Frist für alle Steu­er­erklä­run­gen: Diese müs­sen dann erst bis zum 31. Juli des Fol­ge­jah­res (für die Steu­er­erklä­rung 2018 also bis zum 31. Juli 2019) beim Finanz­amt ein­ge­hen. Bei Beauf­tra­gung eines Steu­er­be­ra­ters mit der Erstel­lung der Steu­er­erklä­rung hat die­ser künf­tig bis zum 28./29. Februar des über­nächs­ten Jah­res Zeit, die Steu­er­erklä­run­gen abzu­ge­ben. Für die Steu­er­erklä­rung 2018 wäre also der 28./29. Februar 2020 Fris­tende.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.


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