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Wich­tige Steu­er­än­de­run­gen 2017

Der Gesetz­ge­ber hat uns – wie jedes Jahr – viele Ände­run­gen im Steu­er­recht beschert. Tra­di­tio­nell geben wir in der ers­ten Aus­gabe von DAS QUAR­TAL einen Über­blick über die wich­tigs­ten Ände­run­gen.


Mit dem Beginn des neuen Jah­res möch­ten wir Ihnen die wich­tigs­ten Ände­run­gen prä­sen­tie­ren, die am 1. Januar 2017 in Kraft tre­ten sol­len (Stand Dezem­ber 2016). Bereits in den vor­he­ri­gen Aus­ga­ben skiz­zierte Geset­zes­än­de­run­gen wer­den hier nicht erneut dar­ge­stellt.

Grund­frei­be­trag

Der Grund­frei­be­trag wurde bereits in 2015 von 8.354 Euro um 118 Euro auf 8.472 Euro erhöht und stieg im Jahr 2016 um 180 Euro auf 8.652 Euro. Eine wei­tere Stei­ge­rung soll in 2017 um 168 Euro auf 8.820 Euro sowie in 2018 um wei­tere 180 Euro auf 9.000 Euro erfol­gen. Zudem soll die „kalte Pro­gres­sion“ aus­ge­gli­chen wer­den. Eine ent­spre­chende For­mu­lie­rungs­hilfe für den Bun­des­tag hat das Bun­des­ka­bi­nett am 12. Okto­ber 2016 beschlos­sen.

Unter­halts­frei­be­trag

Unter­halts­pflich­tige Steu­er­zah­ler kön­nen für 2017 einen Betrag von bis zu 8.820 Euro jähr­lich als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abset­zen. In glei­chem Maß wie der Grund­frei­be­trag steigt der Unter­halts­frei­be­trag im Jahr 2018 auf 9.000 Euro.

Kin­der­geld, Kin­der­frei­be­trag und Kin­der­zu­schlag

Die Kin­der­frei­be­träge wur­den in 2015 von 2.184 Euro um 72 Euro auf 2.256 Euro je Eltern­teil an die gestie­ge­nen Lebens­hal­tungs­kos­ten ange­passt. In 2016 wur­den die Kin­der­frei­be­träge in einem zwei­ten Schritt von 2.256 Euro um 48 Euro auf 2.304 Euro erhöht. Die oben erwähnte For­mu­lie­rungs­hilfe des Bun­des­ka­bi­netts beinhal­tet eine Anhe­bung des Kin­der­frei­be­trags je Eltern­teil um 54 Euro auf 2.358 Euro (2017) und um wei­tere 36 Euro auf 2.394 Euro (2018). Der zusätz­li­che Frei­be­trag für den Betreu­ungs- und Erzie­hungs- oder Aus­bil­dungs­be­darf mit 1.320 Euro je Kind bleibt unver­än­dert.

Das Kin­der­geld wurde in 2015 je Kind und Monat um 4 Euro erhöht. Wie 2016 wird eine wei­tere Erhö­hung um 2 Euro je Kind in 2017 und 2018 erfol­gen: Das monat­li­che Kin­der­geld beträgt dann für das 1. und 2. Kind jeweils 192 Euro (2017) und 194 Euro (2018). Für das 3. Kind steigt das Kin­der­geld auf 198 Euro (2017) und 200 Euro (2018). Für das 4. und jedes wei­tere Kind wird das Kin­der­geld auf 223 Euro (2017) und 225 Euro (2018) erhöht. Ab 1. Januar 2017 ist zudem eine Erhö­hung des Kin­der­zu­schlags von 160 Euro um 10 Euro auf 170 Euro geplant.

Moder­ni­sie­rung des Besteue­rungs­ver­fah­rens

Das Besteue­rungs­ver­fah­ren in Deutsch­land wird nach dem am 22. Juli 2016 ver­kün­de­ten Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des Besteue­rungs­ver­fah­rens moder­ni­siert. Zu den wich­tigs­ten Ände­run­gen im Steu­er­ge­setz gehö­ren die Ver­län­ge­rung der Abga­be­frist für die Steu­er­erklä­rung und die Fest­set­zung eines Ver­spä­tungs­zu­schlags. Außer­dem sol­len Steu­er­erklä­run­gen (v. a. Ein­kom­men­steu­er­erklä­run­gen) künf­tig soweit wie mög­lich auto­ma­ti­siert geprüft und nur bei Auf­fäl­lig­kei­ten manu­ell kon­trol­liert wer­den.

Ab dem Steu­er­jahr 2018 gilt eine neue Frist für alle Steu­er­erklä­run­gen: Die Steu­er­erklä­rungs­frist nicht bera­te­ner Steu­er­pflich­ti­ger wird um 2 Monate ver­län­gert (= 31. Juli des Fol­ge­jah­res statt bis­her 31. Mai). In soge­nann­ten Bera­ter­fäl­len wird die Steu­er­erklä­rungs­frist um wei­tere 2 Monate ver­län­gert (= 28. Februar. des Zweit­fol­ge­jah­res statt bis­her 31. Dezem­ber des Fol­ge­jah­res).

Mit der Ver­län­ge­rung der Abga­be­fris­ten wird auch der Ver­spä­tungs­zu­schlag im Steu­er­ge­setz neu gere­gelt. Bei Jah­res­steu­er­erklä­run­gen beträgt die­ser für jeden ange­fan­ge­nen Monat der Ver­spä­tung 0,25 % der Steu­er­nach­zah­lung, min­des­tens jedoch 25 Euro je Monat.

Zwei­tes Büro­kra­tie­ent­las­tungs­ge­setz (BEG II)

Mit dem zwei­ten Büro­kra­tie­ent­las­tungs­ge­setz sol­len vor allem sehr kleine Betriebe bis drei Mit­ar­bei­ter ent­las­tet wer­den. Nach dem Geset­zes­ent­wurf, nach dem das Gesetz am 1. Januar 2017 in Kraft tre­ten soll, ist eine Anhe­bung der obe­ren Grenze zur vier­tel­jähr­li­chen Abgabe der Lohn­steuer-Anmel­dun­gen von 4.000 Euro auf 5.000 Euro geplant.

Dar­über hin­aus sol­len die Pau­scha­lie­rungs­gren­zen für Rech­nun­gen über Klein­be­träge von 150 Euro auf 200 Euro ange­ho­ben wer­den. Bei Lie­fer­schei­nen soll die bis­he­rige Auf­be­wah­rungs­frist der emp­fan­ge­nen und abge­sand­ten Han­dels- oder Geschäfts-
briefe (Lie­fer­scheine) von sechs Jah­ren (sofern keine Buchungs­be­lege vor­lie­gen) fal­len gelas­sen wer­den. Die Auf­be­wah­rungs­frist soll jeweils mit Erhalt oder Ver­sand der Rech­nung enden, soweit keine Buchungs­be­lege betrof­fen sind.

Neu­re­ge­lung der Erb­schaft­steuer

Mehr als 3 Monate nach Ablauf der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) gesetz­ten Frist zur Neu­fas­sung des Erb­schaft­steu­er­rechts stimmte nach dem Bun­des­tag auch der Bun­des­rat am 14.10.2016 mehr­heit­lich der Erb­schaft­steu­er­re­form zu. Obwohl das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren erst Mitte Okto­ber im Bun­des­rat die letzte par­la­men­ta­ri­sche Hürde genom­men hat, bleibt es bei einer rück­wir­ken­den Anwen­dung der Neu­re­ge­lun­gen für alle Erwerbe nach dem 30.06.2016, d. h. ab dem 01.07.2016.

Fir­men­er­ben sol­len dem­nach wei­ter­hin weit­ge­hend von der Erb­schafts­steuer ver­schont wer­den, wenn sie das Unter­neh­men lange genug fort­füh­ren und Arbeits­plätze erhal­ten. So gab es Ein­ver­neh­men bei strit­ti­gen Kri­te­rien, etwa wie Unter­neh­men zu bewer­ten seien: Künf­tig soll das Betriebs­er­geb­nis des Unter­neh­mens maxi­mal mit einem Kapi­ta­li­sie­rungs­fak­tor 13,75 mul­ti­pli­ziert wer­den, um die Höhe der Steuer anzu­set­zen.

Geplant ist zudem, Miss­brauch zu bekämp­fen. Bei­spiels­weise sol­len Cash-Gesell­schaf­ten ver­hin­dert wer­den. Damit soll die Mög­lich­keit genom­men wer­den, mit­tels einer GmbH liqui­des Ver­mö­gen von der Besteue­rung zu befreien. Frei­zeit- und Luxus­ge­gen­stände wie Old­ti­mer, Yach­ten und Kunst­werke sol­len grund­sätz­lich nicht begüns­tigt wer­den. Tech­ni­sche und klar­stel­lende Ände­run­gen gibt es bei den Alters­vor­sorge-Deckungs­mit­teln und Aus­nah­men für ver­mie­tete oder ver­pach­tete Grund­stü­cke.


Bei Fra­gen spre­chen Sie uns gerne an.

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