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Arbeits­zim­mer: keine Berück­sich­ti­gung der Auf­wen­dun­gen für Neben­räume

Der Bun­des­fi­nanz­hof hatte bereits Anfang Januar 2016 inner­halb einer Pres­se­mit­tei­lung dar­auf hin­ge­wie­sen, dass bei einem häus­li­chen Arbeits­zim­mer kein Abzug bei gemischt genutz­ten Räu­men erfol­gen darf. Dies hatte der Große Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs mit Beschluss vom 27. Juli 2015, GrS 1/14, ent­schie­den.


Ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer setzt dem­nach neben einem büro­mä­ßig ein­ge­rich­te­ten Raum vor­aus, dass es aus­schließ­lich oder nahezu aus­schließ­lich für betrieb­li­che oder beruf­li­che Zwe­cke genutzt wird. Fehlt es hieran, sind die Auf­wen­dun­gen hier­für ins­ge­samt nicht abzieh­bar. Damit schei­det eine Auf­tei­lung und antei­lige Berück­sich­ti­gung im Umfang der betrieb­li­chen oder beruf­li­chen Ver­wen­dung aus. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat nun dar­über hin­aus mit Urteil vom 17.2.2016, X R 26/13, ent­schie­den, dass bei einem steu­er­recht­lich anzu­er­ken­nen­den Arbeits­zim­mer Auf­wen­dun­gen für Neben­räume (Küche, Bad und Flur), die in die häus­li­che Sphäre ein­ge­bun­den sind und zu einem nicht uner­heb­li­chen Teil pri­vat genutzt wer­den, nicht als Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar sind.

Sach­ver­halt

Die Klä­ge­rin erzielte als selbst­stän­dige Lebens­be­ra­te­rin Ein­künfte aus Gewer­be­be­trieb. Sie übte ihre Tätig­keit aus­schließ­lich in einem Zim­mer ihrer Miet­woh­nung aus, in dem sie nach eige­ner Angabe Kun­den tele­fo­nisch beriet, Arbeits­vor­be­rei­tun­gen traf, Fach­li­te­ra­tur sich­tete und Berech­nun­gen im Rah­men astro­lo­gi­scher Fak­to­ren durch­führte.

Neben den Auf­wen­dun­gen für die­ses Zim­mer nach Maß­gabe des­sen Flä­chen-anteils an der gesam­ten Woh­nung machte sie die hälf­ti­gen Kos­ten für die Küche, das Bad und den Flur gel­tend. Das Finanz­amt ver­sagte jedoch die Berück­sich­ti­gung der hälf­ti­gen Kos­ten für die jeden­falls auch pri­vat genutz­ten Neben­räume.

Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs

Der Bun­des­fi­nanz­hof folgte der Argu­men­ta­tion des Finanz­amts. Zunächst ver­wies er auf den bereits erwähn­ten Beschluss vom 27.7.2015, dass die Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer, das nicht nahezu aus­schließ­lich betrieb­lich oder beruf­lich genutzt wird („gemischt genutz­tes Arbeits­zim­mer“), steu­er­lich nicht zu berück­sich­ti­gen seien. Schließ­lich knüpfte der Bun­des­fi­nanz­hof mit der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung hieran auch für Neben­räume der häus­li­chen Sphäre an. Die Nut­zungs­vor­aus­set­zun­gen seien indi­vi­du­ell für jeden Raum und damit auch für Neben­räume zu prü­fen. Eine zumin­dest nicht uner­heb­li­che pri­vate Mit­nut­zung der­ar­ti­ger Räume sei daher abzugs­schäd­lich.


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