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Die Kos­ten für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer bei Poo­lar­beits­platz bzw. Tele­ar­beits­platz

Die Abzugs­fä­hig­keit der Kos­ten für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer steht immer wie­der im Fokus der Finanz­ver­wal­tung und Gerichts­bar­keit.


In zwei Urtei­len vom 26. Februar 2014 VI R 37/13 und VI R 40/12 hat sich der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) nun zur Frage der Abzugs­fä­hig­keit von Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer im Falle eines Poo­lar­beits­plat­zes bzw. eines Tele­ar­beits­plat­zes geäu­ßert.

Urteil zu Poo­lar­beits­plät­zen Im Fall VI R 37/13 hatte der Klä­ger, ein Groß­be­triebs­prü­fer eines Finanz­am­tes, an der Dienst­stelle kei­nen fes­ten Arbeits­platz, son­dern teilte sich für die vor- und nach­be­rei­ten­den Arbei­ten der Prü­fun­gen mit wei­te­ren sie­ben Groß­be­triebs­prü­fern drei Arbeits­plätze (sog. Poo­lar­beits­plätze).

Das Finanz­amt berück­sich­tigte die für das häus­li­che Arbeits­zim­mer gel­tend gemach­ten Kos­ten mit der Begrün­dung nicht, dass ein Groß­be­triebs­prü­fer sei­nen Arbeits­platz an der Dienst­stelle nicht tag­täg­lich auf­su­chen müsse und der Poo­lar­beits­platz des­halb aus­rei­chend sei. Das Finanz­ge­richt gab der dage­gen erho­be­nen Klage statt. Der BFH bestä­tigt in sei­nem Urteil VI R 37/13 die Vor­ent­schei­dung des Finanz­ge­rich­tes.

Die Kos­ten für das häus­li­che Arbeits­zim­mer sind abzugs­fä­hig, da der Poo­lar­beits­platz an der Dienst­stelle dem Klä­ger nicht in dem zur Ver­rich­tung sei­ner gesam­ten Innen­dien­st­ar­bei­ten wie Fall­aus­wahl oder Fer­ti­gen der Prüf­be­richte kon­kret erfor­der­li­chen Umfang zur Ver­fü­gung stand. Dies muss aber nicht bei jedem Poo­lar­beits­platz so sein.

Der BFH stellt klar, dass ein Poo­lar­beits­zim­mer ein ande­rer Arbeits­platz im Sinne des Geset­zes sein kann, und zwar dann, wenn bei die­sem – anders als im Streit­fall – auf­grund der Umstände des Ein­zel­falls gewähr­leis­tet ist, dass der Arbeit­neh­mer seine beruf­li­che Tätig­keit in dem kon­kret erfor­der­li­chen Umfang dort erle­di­gen kann. Dies kann z. B. durch eine aus­rei­chende Anzahl an Poo­lar­beits­plät­zen bzw. dienst­li­che Nut­zungs­ein­tei­lung erfol­gen.

Urteil zu Tele­ar­beits­plät­zen Der Streit­fall VI R 40/12 betraf einen Klä­ger, der sich in sei­nem häus­li­chen Arbeits­zim­mer einen sog. Tele­ar­beits­platz ein­ge­rich­tet hatte, in dem er gemäß einer Ver­ein­ba­rung mit sei­nem Dienst­herrn an bestimm­ten Wochen­ta­gen (Mon­tag und Frei­tag) seine Arbeits­leis­tung erbrachte.

Das Finanz­amt ver­sagte den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für das häus­li­che Arbeits­zim­mer. Das Finanz­ge­richt gab der hier­ge­gen erho­be­nen Klage mit der Begrün­dung statt, der Tele­ar­beits­platz ent­spre­che schon nicht dem Typus des häus­li­chen Arbeits­zim­mers, was zur Folge habe, dass der Abzug der Kos­ten unbe­schränkt mög­lich sei. Zudem stünde dem Klä­ger an den häus­li­chen Arbeits­ta­gen kein ande­rer Arbeits­platz an der Dienst­stelle zur Ver­fü­gung.

Der BFH hat die Vor­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und die Klage abge­wie­sen. Der vom Klä­ger genutzte Tele­ar­beits­platz ent­sprach grund­sätz­lich dem Typus des häus­li­chen Arbeits­zim­mers und dem Klä­ger stand an der Dienst­stelle auch ein ande­rer Arbeits­platz „zur Ver­fü­gung“.

Denn dem Klä­ger war es weder unter­sagt, sei­nen dienst­li­chen Arbeits­platz jeder­zeit und damit auch an den eigent­lich häus­li­chen Arbeits­ta­gen zu nut­zen noch war die Nut­zung des dienst­li­chen Arbeits­plat­zes in tat­säch­li­cher Hin­sicht in irgend­ei­ner Weise ein­ge­schränkt.

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