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Auto­ma­ti­sier­tes Abzugs­ver­fah­ren für Kir­chen­steuer auf Abgel­tungs­steuer ab 2015

Die Erhe­bung der Kir­chen­steuer bei abgel­tend besteu­er­ten Kapi­tal­erträ­gen auf die soge­nannte Kapi­tal­ertrag­steuer durch die Kre­dit­in­sti­tute wird neu gere­gelt.


Die­ser Arti­kel gibt einen Über­blick über das neue Ver­fah­ren. Das Wich­tigste vor­weg: Es wird keine neue Steuer ein­ge­führt, viel­mehr wird das bis­he­rige Ver­fah­ren durch ein auto­ma­ti­sier­tes Ver­fah­ren abge­löst.

Alte Rechts­lage Die Kre­dit­in­sti­tute haben die Kir­chen­steuer auf abgel­tend besteu­erte Kapi­tal­erträge bis­her nur ein­be­hal­ten, wenn sie vom Anle­ger über des­sen Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit infor­miert wur­den. Es bestand für den Anle­ger ein Wahl­recht, ob die Kir­chen­steuer durch die Kre­dit­in­sti­tute ein­be­hal­ten wird, oder ob die Fest­set­zung im Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren mit Abgabe der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung erfolgte.

Neue Rechts­lage Zukünf­tig wird die­ses Ver­fah­ren durch ein auto­ma­ti­sier­tes Abzugs­ver­fah­ren ersetzt. Ab dem 01.01.2015 müs­sen Anle­ger bei ihrer Bank kei­nen Antrag auf Ein­be­halt von Kir­chen­steuer auf abgel­tend besteu­erte Kapi­tal­erträge mehr stel­len, um einen Kir­chen­steu­er­ab­zug direkt an der Quelle sicher­zu­stel­len.

Das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) weist auf sei­ner Inter­net­seite dar­auf hin, dass zu die­sem Ter­min ein auto­ma­ti­sier­tes Abzugs­ver­fah­ren in Kraft tritt, das den per­sön­li­chen Antrag ent­behr­lich macht. Zu die­sem Zweck müs­sen die Kre­dit­in­sti­tute beim Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) anfra­gen, ob für einen Kun­den tat­säch­lich eine Kir­chen­steu­er­pflicht besteht.

Daten­ab­ruf Künf­tig sind abzugs­ver­pflich­tete Insti­tu­tio­nen wie Ban­ken und Ver­si­che­run­gen ein­mal im Jahr dazu ver­pflich­tet, beim BZSt die Kir­chen­steu­er­pflicht ihrer Kun­den abzu­fra­gen. Jedes Jahr zwi­schen dem 01.09. und 31.10. müs­sen sie dem BZSt hierzu die Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mern und Geburts­da­ten der Kun­den über­sen­den.
Im Anschluss an diese Über­mitt­lung erhal­ten sie die Infor­ma­tion, ob am 31.08. des jewei­li­gen Jah­res eine Kir­chen­steu­er­pflicht bestand. Diese Infor­ma­tion gilt dann für den Steu­er­ab­zug des Kalen­der­jah­res, das auf den abge­frag­ten Stich­tag folgt.

Neben die­ser Abfrage kann die Bank auch eine Anlas­s­an­frage ver­sen­den. Diese kommt in Betracht, wenn sie eine Geschäfts­be­zie­hung mit einem neuen Kun­den begrün­det hat.
Aus den vom BZSt zurück­ge­lie­fer­ten Infor­ma­tio­nen kann das Kre­dit­in­sti­tut dann ent­neh­men, ob und in wel­cher Höhe Kir­chen­steuer auf abgel­tend besteu­erte Kapi­tal­erträge ein­be­hal­ten und abge­führt wer­den muss. Es wird Aus­kunft über die Zuge­hö­rig­keit zu einer steu­er­erhe­ben­den Reli­gi­ons­ge­mein­schaft und den gül­ti­gen Kir­chen­steu­er­satz eines Kun­den gege­ben.

Wider­spruchs­recht Die Kre­dit­in­sti­tute müs­sen ihre Kun­den über eine anste­hende Regel- oder Anlass­abfrage infor­mie­ren und sie auf ein bestehen­des Wider­spruchs­recht hin­wei­sen. Kun­den haben die Mög­lich­keit, dem auto­ma­ti­sier­ten Daten­ab­ruf der Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit gegen­über dem BZSt zu wider­spre­chen.

Für den Wider­spruch stellt die Bun­des­fi­nanz­ver­wal­tung einen amt­li­chen Vor­druck zur Ver­fü­gung. Ein sol­cher Sperr­ver­merk führt zur Ver­pflich­tung zur Abgabe einer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung. Das BZSt wird die Wohn­sitz­fi­nanz­äm­ter über die Abga­be­pflicht und die Kre­dit­in­sti­tute infor­mie­ren, die den Sperr­ver­merk abge­ru­fen haben.

Mel­dung eines Null­werts Sofern der Anle­ger kei­ner steu­er­erhe­ben­den Reli­gi­ons­ge­mein­schaft ange­hört oder er dem Daten­ab­ruf wider­spro­chen hat, mel­det das BZSt dem abfra­gen­den Kre­dit­in­sti­tut einen neu­tra­len Wert (sog. Null­wert).

Fazit Bis ein­schließ­lich 2014 müs­sen Anle­ger ihrer Bank ent­we­der die Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit mit­tei­len oder aber nach­träg­lich in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung den Kir­chen­steu­er­ab­zug auf unbe­steu­ert geblie­bene Kapi­tal­erträge bean­tra­gen. Hier­für besteht eine Ein­tra­gungs­mög­lich­keit auf der Anlage KAP.

Für nach dem 31.12.2014 zuge­flos­sene Kapi­tal­erträge gilt das auto­ma­ti­sierte Abzugs­ver­fah­ren. Nur wenn der Anle­ger wider­spricht, muss die Kir­chen­steuer über die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung nach­ent­rich­tet wer­den.


Quelle: TRIA­LOG, Das Unter­neh­mer­ma­ga­zin Ihrer Bera­ter und der DATEV, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg, Aus­gabe 01/2014

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