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Steu­er­än­de­run­gen 2013/2014

Der Gesetz­ge­ber hat uns – wie jedes Jahr – viele Ände­run­gen im Steu­er­recht beschert. Einige Rechts­än­de­run­gen sind zum Jah­res­be­ginn oder im Jahr 2013 in Kraft getre­ten, einige Rechts­än­de­run­gen wer­den zum 01.01.2014 wirk­sam.

Tra­di­tio­nell geben wir in der letz­ten Aus­gabe von DAS QUAR­TAL einen Über­blick über die wich­tigs­ten Ände­run­gen für das lau­fende Jahr und einen Aus­blick auf die Ände­run­gen, die erst zum kom­men­den Jahr in Kraft tre­ten wer­den. Dadurch kön­nen schon zu einem frü­hen Zeit­punkt die Wei­chen gestellt wer­den.


Dop­pelte Haus­halts­füh­rung Über­nach­tungs­kos­ten im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung waren in der Höhe als Wer­bungs­kos­ten abzugs­fä­hig, als sie die Durch­schnitts­miete für eine nach Lage und Aus­stat­tung durch­schnitt­li­che 60-qm-Woh­nung nicht über­schrei­ten. Die abzugs­fä­hi­gen Kos­ten muss­ten im Ein­zel­fall auf eine für den aus­wär­ti­gen Beschäf­ti­gungs­ort fest­zu­stel­lende fik­tive Ver­gleichs­miete beschränkt wer­den. Um dies zu ver­mei­den, wird ab 2014 eine feste Ober­grenze von 1.000 Euro monat­lich ein­ge­führt, bis zu der die tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen abge­zo­gen wer­den kön­nen.

Ehren­amt Aus­bil­dungs­lei­ter, Aus­bil­der, Erzie­her, Betreuer oder ver­gleich­bare Tätig­kei­ten sowie künst­le­ri­sche Tätig­kei­ten oder die Pflege behin­der­ter, kran­ker oder alter Men­schen kön­nen der Übungs­lei­ter­pau­schale unter­lie­gen. Pro Per­son und Jahr kön­nen ab 2013 2.400 Euro steuer- und sozi­al­ab­ga­ben­frei hin­zu­ver­dient wer­den. Ledig­lich der die­sen Frei­be­trag über­stei­gende Teil neben­be­ruf­li­cher Ein­nah­men muss ver­steu­ert wer­den.

Die Ehren­amts­pau­schale kann für jede Art von Tätig­keit für gemein­nüt­zige Ver­eine, kirch­li­che oder öffent­li­che Ein­rich­tun­gen in Anspruch genom­men wer­den. Zah­lun­gen einer oder meh­re­rer Ein­rich­tun­gen für neben­be­ruf­li­che Tätig­kei­ten sind ab 2013 bis zur Höhe von ins­ge­samt 720 Euro pro Jahr und Per­son steuer- und sozi­al­ab­ga­ben­frei, dar­über hin­aus­ge­hende Beträge sind zu ver­steu­ern.

Frei­wil­li­gen­dienste Für die den frei­wil­li­gen Wehr­dienst Leis­ten­den wird bei Dienst­be­ginn ab 2014 nur noch der „Wehr­sold nach § 2 Abs. 1 Wehr­sold­ge­setz“ steu­er­frei gestellt. Die wei­te­ren Bezüge sind zukünf­tig steu­er­pflich­tig.

Grund­frei­be­trag Der Grund­frei­be­trag steigt ab dem Ver­an­la­gungs­jahr 2013 von 8.004 Euro auf 8.130 Euro. Ab dem Jahr 2014 erfolgt eine wei­tere Erhö­hung um 224 Euro auf 8.354 Euro.

Lebens­part­ner­schaft Ein­ge­tra­gene Lebens­part­ner­schaf­ten wur­den 2013 steu­er­lich der Ehe gleich­ge­stellt und kön­nen das Ehe­gat­ten­split­ting und die Zusam­men­ver­an­la­gung in Anspruch neh­men. Ein­ge­tra­gene Lebens­part­ner kön­nen wie Ehe­gat­ten eine gemein­same Steu­er­erklä­rung abge­ben und die Zusam­men­ver­an­la­gung bean­tra­gen. Auf das gemein­same zu ver­steu­ernde Ein­kom­men wird dann der Split­ting­ta­rif ange­wen­det.

Lohn­steu­er­frei­be­träge Zukünf­tig kann ein Arbeit­neh­mer bean­tra­gen, dass ein im Lohn­steu­er­ab­zugs­ver­fah­ren zu berück­sich­ti­gen­der Frei­be­trag für 2 Kalen­der­jahre – statt bis­her – für 1 Kalen­der­jahr gel­ten soll. Der­zeit funk­tio­niert die zwei­jäh­rige Gül­tig­keits­dauer aller­dings aus tech­ni­schen Grün­den noch nicht. Für 2014 müs­sen die Frei­be­träge damit auf jeden Fall wie­der neu bean­tragt wer­den.

Rei­se­kos­ten­re­form 2014 Zum 01.01.2014 tritt die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung des steu­er­li­chen Rei­se­kos­ten­rechts in Kraft. Wich­tigste Ände­rung ist die inhalt­li­che Neu­ab­gren­zung der „regel­mä­ßi­gen Arbeits­stätte“. Diese wird begriff­lich durch die Bezeich­nung „erste Tätig­keits­stätte“ ersetzt. Eine rei­se­kos­ten­recht­li­che Aus­wärts­tä­tig­keit liegt künf­tig immer dann vor, wenn der Arbeit­neh­mer vor­über­ge­hend außer­halb sei­ner Woh­nung und der ers­ten Tätig­keits­stätte beruf­lich tätig wird.

Der Gesetz­ge­ber defi­niert die erste Tätig­keits­stätte als orts­feste betrieb­li­che Ein­rich­tung des Arbeit­ge­bers, eines ver­bun­de­nen Unter­neh­mens oder eines vom Arbeit­ge­ber bestimm­ten Drit­ten, wel­cher der Arbeit­neh­mer dau­er­haft zuge­ord­net ist. Wie bis­her kann der Arbeit­neh­mer pro Dienst­ver­hält­nis maxi­mal eine erste Tätig­keits­stätte haben.

Ver­pfle­gungs­mehr­auf­wen­dun­gen sind auch zukünf­tig nur in Form von Pausch­be­trä­gen berück­sich­ti­gungs­fä­hig. Zukünf­tig betra­gen die Pau­scha­len bei einer Abwe­sen­heits­zeit am ein­zel­nen Kalen­der­tag von mehr als 8 Stun­den 12 Euro. Bei min­des­tens 24 Stun­den Abwe­sen­heits­zeit wer­den zukünf­tig 24 Euro in Ansatz gebracht. Die bis­he­rige Ver­pfle­gungs­pau­schale von 6 Euro ist ent­fal­len. Neu ist auch, dass bei mehr­tä­gi­gen Aus­wärts­tä­tig­kei­ten, die eine Über­nach­tung beinhal­ten, sowohl für den An- als auch für den Abrei­se­tag eine Ver­pfle­gungs­pau­schale von 12 Euro als steu­er­freier Spe­sen­er­satz bzw. als Wer­bungs­kos­ten ange­setzt wer­den kann, ohne dass es einer zeit­li­chen Min­dest­ab­we­sen­heit an die­sen Tagen bedarf.

Mahl­zei­ten für den Arbeit­neh­mer im Rah­men einer Aus­wärts­tä­tig­keit sind zukünf­tig mit dem Sach­be­zugs­wert anzu­set­zen. Der Ansatz des Sach­be­zugs­werts unter­bleibt, wenn für den Arbeit­neh­mer Ver­pfle­gungs­pau­scha­len gezahlt wer­den kön­nen, also für Dienst­rei­sen mit einer Dauer von mehr als acht Stun­den. Jedoch muss der Arbeit­ge­ber zukünf­tig die an den Arbeit­neh­mer gezahlte Ver­pfle­gungs­pau­schale kür­zen, wenn er eine kos­ten­freie Mahl­zeit erhält. Die Kür­zung beträgt für ein Früh­stück 4,80 Euro und für ein Mit­tag- und Abend­essen 9,60 Euro.

Ren­ten­ver­si­che­rung Der Bei­trags­satz in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung sinkt 2014 vor­aus­sicht­lich um 0,5 % auf 18,4 % des Arbeits­ent­gelts.

SEPA Ab dem 01.02.2014 wird auch der bar­geld­lose elek­tro­ni­sche Zah­lungs­ver­kehr in 32 euro­päi­schen Staa­ten ver­ein­heit­licht. Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten in Euro lau­fen dann nach dem sog. SEPA-Ver­fah­ren. Die Ein­füh­rung von SEPA führt zu Umstel­lun­gen bei Bank­ver­bin­dun­gen der Kun­den, Geschäfts­part­ner und Mit­ar­bei­ter bis zu neuen Pro­zes­sen, mit denen der Last­schrift­ver­kehr abge­wi­ckelt wird.

Umzugs­kos­ten­pau­schale Die Pausch­sätze für sons­tige Umzugs­aus­la­gen wur­den für den Zeit­raum Januar bis Juli 2013 auf 1.374 Euro bei Ver­hei­ra­te­ten und auf 687 Euro bei Ledi­gen erhöht. Der Erhö­hungs­be­trag für die Pausch­sätze für jede wei­tere Per­son mit Aus­nahme des Ehe­gat­ten beträgt nun 303 Euro. Ab August 2013 betru­gen die sons­ti­gen Umzugs­aus­la­gen 1.390 Euro bei Ver­hei­ra­te­ten, 695
Euro bei Ledi­gen und 306 Euro für jede wei­tere Per­son.

Ver­an­la­gungs­for­men Das Ver­an­la­gungs­wahl­recht bei Ehe­gat­ten wurde für 2013 neu geord­net. Durch eine Redu­zie­rung der Ver­an­la­gungs­ar­ten wer­den die Vari­an­ten von bis­her sie­ben auf vier ver­rin­gert.
Die getrennte Ver­an­la­gung ent­fällt und Ehe­gat­ten kön­nen sich mit der Ein­zel­ver­an­la­gung für Ehe­gat­ten für die indi­vi­du­elle Besteue­rung ent­schei­den. Dabei wer­den Son­der­aus­ga­ben, außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen und die Steu­er­ermä­ßi­gung für haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen dem Ehe­gat­ten zuge­rech­net, der die Auf­wen­dun­gen wirt­schaft­lich getra­gen hat.

Ver­lus­t­rück­trag Der Höchst­be­trag beim Ver­lus­t­rück­trag wurde ab 2013 von bis­her 511.500 Euro (bei zusam­men ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten 1.023.000 Euro) auf 1 Mio. Euro (bei zusam­men ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten 2 Mio. Euro) ange­ho­ben.

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