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Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe: Prü­fung der Bestands­fälle durch die Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger

Als Teil der gesetz­li­chen Sozi­al­ver­si­che­rung ermög­licht die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung frei­schaf­fen­den Künst­lern und Publi­zis­ten Zugang zu der Kran­ken-, Pflege- und Ren­ten­ver­si­che­rung.

Ver­gleich­bar mit einem Arbeit­neh­mer haben selbst­stän­dige Künst­ler und Publi­zis­ten den hälf­ti­gen Bei­trag zur Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung selbst zu tra­gen. Den ande­ren Bei­trags­teil trägt die Künst­ler­so­zi­al­kasse.


Die für den Bei­trags­teil der Künst­ler­so­zi­al­kasse erfor­der­li­chen Mit­tel finan­zie­ren sich aus einem Zuschuss in Höhe von 20 Pro­zent des von der Künst­ler­so­zi­al­kasse zu leis­ten­den Betra­ges und aus Abga­ben der Unter­neh­men, die künst­le­ri­sche und publi­zis­ti­sche Leis­tun­gen als soge­nannte „Ver­wer­ter“ in Anspruch neh­men. Die Kon­trolle, Erhe­bung und Ver­wal­tung die­ser Abga­ben erfolgt durch die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung. Nach­dem sich die Trä­ger der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung in den ers­ten Jah­ren zunächst auf die Prü­fung bei Arbeit­ge­bern, die bis­lang noch nicht von der Künst­ler­so­zi­al­kasse als abga­be­pflich­tig erkannt wor­den waren, kon­zen­trierte, wer­den nun auch die Arbeit­ge­ber geprüft, die bereits abga­be­pflich­tig nach dem Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz sind.

Wel­che Unter­neh­men müs­sen Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­ben leis­ten Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­ben müs­sen Unter­neh­men ent­rich­ten, die typi­scher­weise künst­le­ri­sche oder publi­zis­ti­sche Leis­tun­gen ver­wer­ten, die Eigen­wer­bung betrei­ben und dabei nicht nur gele­gent­lich Auf­träge an selbst­stän­dige Künst­ler oder Publi­zis­ten ertei­len und die aus ande­ren Grün­den für Zwe­cke ihres Unter­neh­mens nicht nur gele­gent­lich Auf­träge an selbst­stän­dige Künst­ler oder Publi­zis­ten ertei­len, wenn im Zusam­men­hang mit die­ser Nut­zung Ein­nah­men erzielt wer­den sol­len. Eine Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe wäre somit bei­spiels­weise zu leis­ten, wenn regel­mä­ßig die Dienste eines freien Jour­na­lis­ten in Anspruch genom­men wer­den.

Abgabe-, Melde- und Auf­zeich­nungs­pflicht Die Abga­be­pflicht eines Unter­neh­mers zur Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung ent­steht, wenn die­ser ent­we­der als typi­scher Ver­wer­ter, als Eigen­wer­ber oder als Unter­neh­mer im Sinne der zuvor genann­ten Rege­lun­gen des Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­set­zes zu beur­tei­len ist. Aus die­ser Pflicht zur Zah­lung der Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe resul­tiert eine Mel­de­pflicht, inner­halb der der jewei­lige Abga­be­pflich­tige jähr­lich bis spä­tes­tens zum 31. März des Fol­ge­jah­res alle gezahl­ten Hono­rare für künstlerische/publizistische Leis­tun­gen der Künst­ler­so­zi­al­kasse mit­zu­tei­len hat.

Auf Basis die­ser Mel­dun­gen wird von der Künst­ler­so­zi­al­kasse die Abga­ben­höhe für das abge­lau­fene Kalen­der­jahr fest­ge­stellt sowie ein Abga­ben­be­scheid erteilt. Bereits geleis­tete monat­li­che Vor­aus­zah­lun­gen wer­den ange­rech­net und die Höhe der gege­be­nen­falls neu zu leis­ten­den Vor­aus­zah­lun­gen im Bescheid fest­ge­legt. Mit Ent­ste­hen der Abga­be­pflicht kom­men jedoch auch wei­ter­ge­hende Auf­zeich­nungs­pflich­ten auf das Unter­neh­men zu. So sind fort­lau­fende Auf­zeich­nun­gen über die Ent­gelte an Künst­ler und Publi­zis­ten zu füh­ren, aus denen sich sowohl das Zustan­de­kom­men der Mel­dun­gen als auch der Zusam­men­hang mit den zugrunde lie­gen­den Unter­la­gen nach­prü­fen las­sen. Wei­ter­hin kann im Rah­men der von den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gern vor­ge­nom­me­nen Prü­fun­gen vom Arbeit­ge­ber die lis­ten­mä­ßige Zusam­men­füh­rung aller abga­be­pflich­ti­gen Ent­gelte ver­langt wer­den.

Bestands­prü­fung Anhand der vor­ge­leg­ten Auf­zeich­nun­gen und lis­ten­mä­ßi­gen Zusam­men­fas­sun­gen des Arbeit­ge­bers prü­fen die Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger die Rich­tig­keit der Mel­dun­gen. Eben­falls wer­den die dar­aus resul­tie­ren­den jähr­li­chen Abga­be­be­scheide der Künst­ler­so­zi­al­kasse über­prüft.

Die Prü­fung bezieht sich dabei zunächst auf die vor­ge­leg­ten Zusam­men­fas­sun­gen, den rech­ne­ri­schen Abgleich mit den abge­ge­be­nen Mel­dun­gen und die sach­li­che Bewer­tung der jeweils berück­sich­tig­ten Ent­gelte. Im Zuge der Prü­fung wird zudem durch Ein­sicht­nahme in die Finanz­buch­hal­tung des Unter­neh­mens bewer­tet, ob zusätz­lich wei­tere Hono­rare an selbst­stän­dige Künstler/Publizisten zu berück­sich­ti­gen sind. Damit geht die Bestands­prü­fung über einen blo­ßen sach­lich rech­ne­ri­schen Abgleich der Mel­dung hin­aus.

Bestehen Abwei­chun­gen zwi­schen gemel­de­ter und von der Künst­ler­so­zi­al­kasse berück­sich­tig­ter Bemes­sungs­grund­lage, wer­den im Zuge der Prü­fung die bereits erteil­ten Abga­be­be­scheide der Künst­ler­so­zi­al­kasse durch die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung zurück­ge­nom­men. Die Rück­nahme des Abga­be­be­schei­des der Künst­ler­so­zi­al­kasse erfolgt, wenn die zugrunde lie­gende Mel­dung unrich­tige Anga­ben ent­hielt oder eine unrich­tige Schät­zung vor­ge­nom­men wurde. Ist dies der Fall, wer­den im Bescheid der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung die Höhe der Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe, gege­be­nen­falls neu zu leis­tende Vor­aus­zah­lun­gen und die Ent­gelt­summe neu fest­ge­stellt. Die beson­dere Rück­nah­me­vor­schrift des Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­set­zes erlaubt es, einen Abga­be­be­scheid der Künst­ler­so­zi­al­kasse mit Wir­kung für die Ver­gan­gen­heit zuun­guns­ten des zur Abgabe Ver­pflich­te­ten zurück­zu­neh­men, womit auch rück­wir­kend höhere For­de­rung gel­tend gemacht wer­den kön­nen. Ein Ver­trau­ens­schutz gilt hier nicht. Genauso wird der Abga­be­be­scheid bei zu viel gezahl­ter Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe zurück­ge­nom­men und das zu viel gezahlte Geld erstat­tet.

Vom Abga­be­pflich­ti­gen zu leis­tende Vor­aus­zah­lung Basie­rend auf dem Abga­be­satz des lau­fen­den Jah­res und der Bemes­sungs­grund­lage des Vor­jah­res wird die Höhe einer monat­li­chen Vor­aus­zah­lung auf die künf­tig zu bemes­sende Künst­ler­so­zi­al­ab­gabe berech­net. Sie ist vom 1. März eines Jah­res bis zum 28. Februar des Fol­ge­jah­res vom Abga­be­pflich­ti­gen zu leis­ten, wenn ihre Höhe mehr als 40 Euro im Monat beträgt. Sonst ent­fällt die Vor­aus­zah­lung.

Ändert sich auf­grund von Prüf­fest­stel­lun­gen der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung die Höhe der Bemes­sungs­grund­lage des letz­ten und/oder des vor­letz­ten Kalen­der­jah­res, wirkt sich das auch auf die Höhe der lau­fen­den Vor­aus­zah­lung aus – sowohl für die Zeit ab 1. März des lau­fen­den Jah­res als auch für die Zeit vom 1. Januar bis 28. Februar des lau­fen­den Jah­res. Die Höhe der Vor­aus­zah­lung kann sich in die­sen Fäl­len ver­rin­gern, erhö­hen oder sie kann ganz ent­fal­len.

Wurde aller­dings auf Antrag des Abga­be­pflich­ti­gen die Höhe der lau­fen­den Vor­aus­zah­lung bereits in einem geson­der­ten Ver­fah­ren im lau­fen­den Jahr von der Künst­ler­so­zi­al­kasse her­ab­ge­setzt, wird die Höhe der Vor­aus­zah­lung im Zuge der Prü­fung nicht neu fest­ge­stellt.

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