Fachartikel & News

Ver­lust­rech­nung – spen­da­bler Fis­kus

Rote Zah­len kön­nen in der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung künf­tig bis zu zwei Mil­lio­nen Euro zurück­ge­tra­gen wer­den.

Autor: Marco Düte


Ver­lust­ver­rech­nung: Sie erfasst Ein­künfte aus Land- und Forst­wirt­schaft, Gewerbe­betrieb, selbst­stän­di­ger Arbeit, nicht selbst­stän­di­ger Arbeit, Kapi­tal­ver­mö­gen, Ver­mie­tung und Ver­pach­tung sowie sons­tige Ein­künfte.

Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung: Bei den ers­ten drei Ein­kunfts­ar­ten ist der Gewinn, sonst der Über­schuss der Ein­nah­men über die Wer­bungs­kos­ten anzu­ge­ben. Dabei flie­ßen Ein­künfte einer Ein­kunfts­art zusam­men, etwa aus meh­re­ren Betrie­ben oder der Ver­mie­tung meh­re­rer Immo­bi­lien. Dann wer­den Ver­luste aus der jewei­li­gen Ein­kunfts­art mit posi­ti­ven Ein­künf­ten ande­rer Ein­kunfts­ar­ten sal­diert.

Aus­nah­men: Ver­luste aus pri­va­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­ten sind nur mit Ein­künf­ten in die­sem Bereich ver­re­chen­bar. Die auch als Spe­ku­la­ti­ons­ge­winne bezeich­ne­ten Ein­künfte – etwa beim Ver­kauf einer Immo­bi­lie inner­halb von zehn Jah­ren seit Erwerb – flie­ßen nicht in die Sal­die­rung ein. Sie dür­fen aber mit einem Spe­ku­la­ti­ons­ge­winn im Vor­jahr ver­rech­net wer­den. Glei­ches gilt für Ver­luste aus gewerb­li­cher Tier­zucht oder Tier­hal­tung.

Ver­lust: Das nega­tive Ergeb­nis der Sal­die­rung trägt das Finanz­amt vor­ran­gig vor Son­der­aus­ga­ben, außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tungen sowie sons­ti­gen Abzugs­be­trä­gen auf das Vor­jahr zurück, auch wenn die­ser Steu­er­be­scheid bestands­kräf­tig ist. Das heißt: Steu­er­rück­erstat­tung für das ver­gan­gene Jahr, falls der Unter­neh­mer Gewinne erzielt hatte.

Bei­spiel: 2012 hat der Selbst­stän­dige durch Sal­die­rung der Ein­künfte einen Ver­lust von 300.000 Euro. 2011 war der Gesamt­be­trag der Ein­künfte 500.000 Euro. Das Finanz­amt zieht davon 300.000 Euro ab, berech­net Ein­kom­men­steuer, Soli­da­ri­täts­zu­schlag und Kir­chen­steuer aus dem um 300.000 Euro ver­min­der­ten zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men und über­weist die Steu­er­erstat­tung für 2011. Soll der Fis­kus nur einen Teil des Ver­lusts auf das Vor­jahr zurück­tra­gen, etwa, damit nicht Son­der­aus­ga­ben und andere Abzüge ver­lo­ren gehen, muss das in der Steu­er­erklä­rung ange­ge­ben wer­den. Dabei hilft der Steu­er­be­ra­ter.

Höchst­be­trag: Bis 2012 betrug die Ober­grenze für den Ver­lust­rück­trag 511.500 Euro (Ver­hei­rate: 1.023.000 Euro). Die­ser Betrag wurde zu Jah­res­be­ginn auf eine Mil­lion Euro (Ver­hei­ra­tete: zwei Mil­lio­nen) erhöht und kann erst­mals auf nega­tive Ein­künfte ange­wen­det wer­den, die bei Ermitt­lung des Gesamt­be­trags der Ein­künfte im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2013 nicht aus­ge­gli­chen wer­den.

Ver­lust­vor­trag: Reicht der Ver­lust­rück­trag nicht aus, um den Ver­lust zu ver­rech­nen, kann ihn der Unter­nehmer mit Ein­künf­ten der Fol­ge­jahre aus­glei­chen – unbe­schränkt aber nur bis zu einer Mil­lion Euro (Ver­hei­ra­tete: zwei Mil­lio­nen). Von einem höhe­ren Betrag erkennt der Fis­kus nur 60 Pro­zent an.


Quelle: TRIA­LOG, Das Unter­neh­mer­ma­ga­zin Ihrer Bera­ter und der DATEV, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg, Aus­gabe 03/2013

This is a unique website which will require a more modern browser to work! Please upgrade today!