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Voll­jäh­rige Kin­der in der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung

Für jedes im ers­ten Grad mit dem Steu­er­pflich­ti­gen ver­wandte Kind oder Pfle­ge­kind ist in der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung eine eigene Anlage Kind abzu­ge­ben. Wäh­rend die Vor­aus­set­zun­gen bei min­der­jäh­ri­gen Kin­dern rela­tiv gering sind, stellt sich die Berück­sich­ti­gung voll­jäh­ri­ger Kin­der pro­ble­ma­tisch dar.


Ein­künfte und Bezüge haben keine Bedeu­tung mehr. Bis ein­schließ­lich des Ver­an­la­gungs­jahrs 2011 waren sämt­lich Ein­künfte und eigene Bezüge des voll­jäh­ri­gen Kin­des offen­zu­le­gen. Die zuläs­si­gen Ein­künfte und Bezüge von Kin­dern durf­ten 8.004 Euro nicht über­stei­gen. Andern­falls konn­ten der Anspruch auf Kin­der­geld bzw. die Frei­be­träge nicht gewährt wer­den.

Mit dem Gesetz zur Steu­er­ver­ein­fa­chung 2011 wurde auf den Nach­weis, dass die Ein­künfte und Bezüge unter die­sem Betrag lagen, ver­zich­tet. Dies bedeu­tet, dass ab dem Ver­an­la­gungs­jahr 2012 die Ein­kom­mens­prü­fung ent­fällt.

Vor­aus­set­zun­gen für die Berück­sich­ti­gung von voll­jäh­ri­gen Kin­dern. Hat das Kind zu Beginn eines Kalen­der­mo­nats das 18. Lebens­jahr, aber noch nicht das 21. Lebens­jahr voll­endet, ist das Kind zu berück­sich­ti­gen, wenn es sich nicht in einem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis befin­det und bei der Agen­tur für Arbeit als arbeits­su­chend gemel­det ist.

Hat das Kind zu Beginn eines Kalen­der­mo­nats das 18. Lebens­jahr, aber noch nicht das 25. Lebens­jahr voll­endet, ist das Kind zu berück­sich­ti­gen, wenn es in Schul-, Hoch­schul- oder Berufs­aus­bil­dung ist oder sich in einer Über­gangs­zeit von höchs­tens 4
Mona­ten befin­det.

Wei­tere Berück­sich­ti­gungs­gründe sind, dass die Berufs­aus­bil­dung man­gels eines Aus­bil­dungs­plat­zes nicht begon­nen oder fort­ge­setzt wer­den kann oder es für min­des­tens 6 Monate ein frei­wil­li­ges sozia­les oder öko­lo­gi­sches Jahr (Jugend­frei­wil­li­gen­dien­ste­ge­setz), einen europäischen/entwicklungspolitischen Frei­wil­li­gen­dienst, einen Frei­wil­li­gen­dienst aller Genera­tio­nen, einen inter­na­tio­na­len Jugend­frei­wil­li­gen­dienst oder einen Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst leis­tet.

Ein voll­jäh­ri­ges Kind ist wei­ter­hin zu berück­sich­ti­gen, wenn es zu Beginn eines Kalen­der­mo­nats das 18. Lebens­jahr voll­endet hat und wegen kör­per­li­cher, geis­ti­ger oder see­li­scher Behin­de­rung außer­stande ist, sich selbst zu unter­hal­ten. Vor­aus­set­zung ist hier­bei, dass die Behin­de­rung vor Voll­endung des 25. Lebens­jah­res ein­ge­tre­ten ist.

Eine Ver­län­ge­rung der Berück­sich­ti­gung des Kin­des über das 21. bzw. 25. Lebens­jahr hin­aus kommt in Betracht, wenn es einen Grund­wehr-/Zi­vil­dienst geleis­tet hat.

Erwerbs­tä­tig­keit eines voll­jäh­ri­gen Kin­des. Grund­sätz­lich wird ein voll­jäh­ri­ges Kind mit­hin bis zum Abschluss einer erst­ma­li­gen Berufs­aus­bil­dung oder eines Erst­stu­di­ums berück­sich­tigt.

Nach Abschluss einer erst­ma­li­gen Berufs­aus­bil­dung wie auch nach Abschluss eines Erst­stu­di­ums gilt die gesetz­li­che Ver­mu­tung, dass ein voll­jäh­ri­ges Kind in der Lage ist, sich selbst zu unter­hal­ten.

Die Ver­mu­tung des Gesetz­ge­bers gilt jedoch als wider­legt, wenn der Nach­weis erbracht wird, dass das Kind wei­ter­hin für einen Beruf aus­ge­bil­det wird und tat­säch­lich kei­ner Erwerbs­tä­tig­keit nach­geht, die Zeit und Arbeits­kraft des Kin­des über­wie­gend bean­sprucht.

Eine unschäd­li­che Erwerbs­tä­tig­keit liegt vor, wenn diese 20 Stun­den regel­mä­ßi­ger wöchent­li­cher Arbeits­zeit nicht über­steigt, ein Aus­bil­dungs­dienst­ver­hält­nis oder ein gering­fü­gi­ges Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis dar­stellt. Ein Aus­bil­dungs­dienst­ver­hält­nis ist dem­nach immer unschäd­lich.

Die Summe des Ent­gelts über alle gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gun­gen darf nicht mehr als 400 Euro pro Monat betra­gen. Die wöchent­li­che Arbeits­zeit und die Anzahl der monat­li­chen Arbeits­ein­sätze sind bei einer gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gung uner­heb­lich.

Eine andere Erwerbs­tä­tig­keit (z. B. Ein­künfte aus nicht selbst­stän­di­ger Arbeit, aus Land- und Forst­wirt­schaft, aus Gewer­be­be­trieb oder selbst­stän­di­ger Arbeit) ist unschäd­lich, wenn die regel­mä­ßige wöchent­li­che Arbeits­zeit ins­ge­samt nicht mehr als 20 Stun­den beträgt. Eine vor­über­ge­hende (höchs­tens 2 Monate andau­ernde) Aus­wei­tung der Beschäf­ti­gung auf mehr als 20 Stun­den ist dabei unbe­acht­lich, wenn die durch­schnitt­li­che wöchent­li­che Arbeits­zeit wäh­rend des rele­van­ten Berück­sich­ti­gungs­zeit­raums inner­halb eines Kalen­der­jah­res nicht mehr als 20 Stun­den beträgt.

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