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Spen­den und Spon­so­ring: Hel­fen mit Sys­tem

Fir­men­chefs tun gern Gutes und haben nichts dage­gen, falls sie dabei sogar Steu­ern spa­ren. Doch wer rich­tig geben und abset­zen will, sollte sich mit dem Steu­er­be­ra­ter abstim­men.

Text: Robert Thiel

Unter­schied beach­ten: Spen­den för­dern steu­er­be­güns­tigte gemein­nüt­zige, mild­tä­tige oder kirch­li­che Zwe­cke. Sie sind frei­wil­lig und ste­hen in kei­nem wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hang mit Leis­tun­gen des Emp­fän­gers. Beim Spon­so­ring sind mit der För­de­rung von Per­so­nen oder Pro­jek­ten in sport­li­chen, kirch­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen, sozia­len, öko­lo­gi­schen oder ähn­lich bedeut­sa­men gesell­schafts­po­li­ti­schen Berei­chen auch unter­neh­mens­be­zo­gene Ziele ver­bun­den. Meis­tens will der Spon­sor den Bekannt­heits­grad und das Image sei­nes Unter­neh­mens in der Öffent­lich­keit stei­gern.

Spen­den pla­nen: Viele Men­schen ver­zet­teln sich. Sie bün­deln ihre Mit­tel nicht und erzie­len so weni­ger Wir­kung. Ergrei­fen Sie selbst die Initia­tive und wäh­len Sie sorg­fäl­tig wenige Emp­fän­ger aus, um sie gezielt zu unter­stüt­zen. Das halb­staat­li­che Deut­sche Zen­tral­in­sti­tut für soziale Fra­gen (DZI) prüft als „Spen­den-TÜV“ die Finan­zen einer Orga­ni­sa­tion und hat über 260 Spen­den­sie­gel ver­lie­hen. Grund­sätz­lich gilt: Je gefühls­be­ton­ter der Spen­den­auf­ruf, desto mehr Miss­trauen ist ange­bracht. Außer­dem soll­ten die Ver­wal­tungs­kos­ten nicht 35 Pro­zent des Etats über­schrei­ten. Bei der Aus­wahl hilft der Leit­fa­den „Gutes tun – Bes­ser spen­den“ des DZI unter www​.dzi​.de/​S​p​e​n​d​e​r​b​e​r​a​t​u​ng/ Down­loads, bei der Suche nach schwar­zen Scha­fen www​.cha​ri​ty​watch​.de.

Spen­den abset­zen: Pri­vat­per­so­nen kön­nen für kirch­li­che, mild­tä­tige und gemein­nüt­zige Spen­den bis zu 20 Pro­zent ihrer Ein­künfte als Son­der­aus­ga­ben abset­zen. Betriebe dür­fen vier Pro­mille vom Umsatz zuzüg­lich der Löhne und Gehäl­ter als Son­der­aus­ga­ben gel­tend machen. Das Finanz­amt will eine Spen­den­be­schei­ni­gung sehen. Bei Klein­spen­den bis 200 Euro rei­chen Über­wei­sungs- und Spen­den­be­leg. Par­tei­spen­den kön­nen Unter­neh­men in der Rechts­form einer juris­ti­schen Per­son (AG, GmbH, KGaA) nicht als Betriebs­aus­ga­ben gel­tend machen. Bei der per­sön­li­chen Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung zieht das Finanz­amt von 1.650 (Ehe­paar: 3.300) Euro jeweils die Hälfte direkt von der Steu­er­schuld ab. Wei­tere 1.650 bezie­hungs­weise 3.300 Euro kön­nen als Son­der­aus­gabe die steu­er­pflich­ti­gen Ein­künfte min­dern.

Spon­so­ring nut­zen: Auf­wen­dun­gen für das Spon­so­ring las­sen sich voll als Betriebs­aus­ga­ben anset­zen. Beim Energy-Drink-Kon­zern Red Bull bei­spiels­weise, der aus Image­grün­den zahl­rei­che Sport­er­eig­nisse för­dert, errei­chen sie je nach Region bis zu 35 Pro­zent des Umsat­zes. Vor­aus­set­zung: Mit dem Spon­so­ring wird ein wirt­schaft­li­cher Vor­teil für das Unter­neh­men ange­strebt. Dafür reicht grund­sätz­lich schon eine Erhö­hung des unter­neh­me­ri­schen Anse­hens. Doch Vor­sicht, hier kann der Teu­fel im Detail lie­gen! Bevor Sie Geld inves­tie­ren, soll­ten Sie des­halb mit Ihrem Steu­er­be­ra­ter das Pro­jekt genau pla­nen, damit Sie spä­ter beim Finanz­amt keine böse Über­ra­schung erle­ben.

Quelle: TRIA­LOG, Das Unter­neh­mer­ma­ga­zin Ihrer Bera­ter und der DATEV, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg, Aus­gabe 02/2012

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