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Wie kann man Ver­luste steu­er­lich nut­zen?

Ver­luste zu erlei­den ist an sich eine sehr unan­ge­nehme Situa­tion. Lei­der tre­ten sie bei nahezu jedem wirt­schaft­li­chen Sek­tor irgend­wann mal auf. Umso bes­ser ist es dann, wenn man zumin­dest etwas Vor­teil­haf­tes aus der Ver­lust­si­tua­tion zie­hen kann, indem man steu­er­lich die Ver­luste mit pos­ti­ven Ein­künf­ten ver­rech­net und so Steu­ern spart.


All­ge­mei­nes. Grund­sätz­li­che Vor­aus­set­zung für die steu­er­li­che Berück­sich­ti­gung von Ver­lus­ten ist, dass sie im Rah­men einer steu­er­ba­ren Ein­kunfts­art ent­ste­hen. Dies bedeu­tet in ers­ter Linie, dass sie nicht aus Lieb­ha­be­rei ent­stan­den sind. Bei Lieb­ha­be­rei ver­wei­gert der Fis­kus man­gels Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht die Aner­ken­nung der Ver­luste, so dass sie unge­nutzt ver­puf­fen. Damit dies nicht pas­siert, muss man dem Finanz­amt im Zwei­fel nach­wei­sen, dass man bei der ver­lust­brin­gen­den Ein­kunfts­art mit Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht gehan­delt hat. Hierzu gibt es unzäh­lige Recht­spre­chun­gen und zahl­rei­che Metho­den, je nach dem wel­che Art der Ein­künfte betrof­fen ist. Wich­tig ist: Der Steu­er­pflich­tige muss (ggf. nach­weis­lich) beab­sich­ti­gen ent­we­der einen Total­ge­winn bei den Gewinn­ein­kunfts­ar­ten oder einen Total­über­schuss der Ein­nah­men über die Wer­bungs­kos­ten bei den Über­schuss­ein­kunfts­ar­ten zu erzie­len. Für die Ver­lust­be­rück­sich­ti­gung an sich gibt es unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten.

Der Ver­lust­aus­gleich. Beim Ver­lust­aus­gleich exis­tiert ein hori­zon­ta­ler und ein ver­ti­ka­ler Ver­lust­aus­gleich. Der hori­zon­tale Ver­lust­aus­gleich sorgt dafür, dass die Ver­luste mit posi­ti­ven Ein­künf­ten aus der glei­chen Ein­kunfts­art ver­rech­net wer­den kön­nen. Hat der Steu­er­pflich­tige also Über­schüsse aus einem Ver­mie­tungs­ob­jekt aber Ver­luste aus einem ande­ren, wer­den die bei­den Werte mit­ein­an­der ver­rech­net, so dass es bei glei­chen Höhen hier­aus zu kei­ner Steu­er­zah­lung kommt. Der ver­ti­kale Ver­lust­aus­gleich beinhal­tet die Ver­rech­nung zwi­schen unter­schied­li­chen Ein­kunfts­ar­ten. Hat bei­spiels­weise ein Steu­er­pflich­ti­ger Ver­luste aus einem Ein­zel­un­ter­neh­men (nega­tive Ein­künfte aus Gewer­be­be­trieb) und Über­schüsse aus einer Arbeit­neh­mer­tä­tig­keit (Ein­künfte aus nicht­selbst­stän­di­ger Arbeit), so kön­nen beide Beträge gegen­ein­an­der auf­ge­rech­net wer­den und eben­falls bei glei­chen Beträ­gen zu einer Steu­er­last von null füh­ren. Wich­tig ist, dass der Ver­lust­aus­gleich immer nur inner­halb eines Ver­an­la­gungs­zeit­rau­mes mög­lich ist.

Der Ver­lust­rück­trag. Blei­ben nach dem Ver­lust­aus­gleich Ver­luste übrig, die nicht mit posi­ti­ven Ein­künfte aus dem glei­chen Ver­an­la­gungs­zeit­raum ver­rech­net wer­den konn­ten, gibt es die Mög­lich­keit die Ver­luste in den vor­an­ge­gan­gen­den Ver­an­la­gungs­zeit­raum zurück­zu­tra­gen. Dies ist bis zu einer Höhe von 511.500 Euro bzw. bei zusam­men­ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten bis zu 1.023.000 Euro mög­lich. Dadurch wird der Gesamt­be­trag der Ein­künfte des Vor­jah­res vor­ran­gig vor Son­der­aus­ga­ben, außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen und sons­ti­gen Abzugs­be­trä­gen um die Ver­luste ver­rin­gert und es kommt in der Regel zu einer Steu­er­rück­zah­lung. Der Ver­lust­rück­trag wird durch das Finanz­amt von Amts wegen berück­sich­tigt. Soll also der Ver­lust­rück­trag aus Opti­ma­li­täts­grün­den nicht in vol­ler Höhe berück­sich­tigt wer­den, muss dies bean­tragt wer­den.

Der Ver­lust­vor­trag. Der Ver­lust­vor­trag erfolgt grund­sätz­lich zeit­lich unbe­grenzt und wird aus­ge­führt, ohne dass der Steu­er­pflich­tige einen Antrag auf Nicht­aus­füh­rung wie beim Ver­lust­rück­trag vor­neh­men kann. Vor­trag heißt hier­bei, dass die Ver­luste mit dem posi­ti­ven Gesamt­be­trag der Ein­künfte des oder der fol­gen­den Ver­an­la­gungs­zeit­räume ver­rech­net wer­den und so die Steu­er­last sinkt. Dies geschieht, indem bis zu 1 Mil­lion Euro bzw. im Falle zusam­men­ver­an­lag­ter Ehe­gat­ten bis zu 2 Mil­lio­nen Euro den Gesamt­be­trag der Ein­künfte vor­ran­gig vor Son­der­aus­ga­ben, außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen und sons­ti­gen Abzugs­be­trä­gen ver­rin­gern. Dar­über hin­aus wer­den 60 Pro­zent des 1 bzw. 2 Mil­lio­nen Euro über­stei­gen­den Gesamt­be­trags der Ein­künfte (eben­falls wie­der vor­ran­gig vor Son­der­aus­ga­ben, außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen und sons­ti­gen Abzugs­be­trä­gen) mit Ver­lus­ten ver­rech­net. Durch den Ver­lust­vor­trag kann es also zu einer Steu­er­erleich­te­rung in den Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men kom­men, die auf den oder die Ver­lust­jahre fol­gen.

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