Fachartikel & News

Die Besteue­rung des Ver­kaufs eines Ein­zel­un­ter­neh­mens

Die Zeit schrei­tet schnel­ler voran als man­chem lieb ist. So kommt irgend­wann der Zeit­punkt, an dem man in Erwä­gung zieht, das eigene Unter­neh­men zu ver­kau­fen, da man in den wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand gehen möchte. Lei­der greift auch hier der Staat zu und möchte vor allem die bis­her noch nicht besteu­er­ten stil­len Reser­ven des Unter­neh­mens auf­de­cken und ent­spre­chend der Steuer unter­wer­fen.


Betriebs­ver­äu­ße­rung oder Betriebs­auf­gabe. Die Ermitt­lung der Besteue­rungs­höhe des Betriebs­ver­kaufs hängt davon ab, ob der Vor­gang als Betriebs­ver­äu­ße­rung oder als Betriebs­auf­gabe ein­zu­stu­fen ist. Bei einer Betriebs­ver­äu­ße­rung müs­sen z.B. alle wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen gegen Ent­gelt auf einen Erwer­ber über­ge­hen. Wesent­li­che Betriebs­grund­la­gen kön­nen etwa das Fabri­ka­ti­ons­ge­bäude mit Grund­stück sein. Wer­den die wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen dage­gen an meh­rere ver­schie­dene Erwer­ber ver­äu­ßert und/oder ins Pri­vat­ver­mö­gen über­führt, kann eine Betriebs­auf­gabe vor­lie­gen.

Ermitt­lung des Ver­äu­ße­rungs- oder Auf­ga­be­ge­winns. Bei einer Ver­äu­ße­rung des Betriebs im Gan­zen ermit­telt sich der Gewinn hier­aus als Über­schuss des Ver­äu­ße­rungs­prei­ses über die Ver­äu­ße­rungs­kos­ten und den (Buch-)Wert des Betriebs­ver­mö­gens im Zeit­punkt der Ver­äu­ße­rung. Bei einer Betriebs­auf­gabe bestimmt sich der Gewinn aus den ver­kauf­ten und in das Pri­vat­ver­mö­gen über­führ­ten Wirt­schafts­gü­tern. Bei den ver­kauf­ten Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den errech­net sich der Gewinn eben­falls als Dif­fe­renz zwi­schen Ver­äu­ße­rungs­preis und Ver­äu­ße­rungs­kos­ten sowie des Buch­werts. Wer­den andere Wirt­schafts­gü­ter nicht ver­kauft, son­dern in das Pri­vat­ver­mö­gen über­führt, so bil­det der Über­hang des gemei­nen Wer­tes im Zeit­punkt der Unter­neh­mens­auf­gabe über den Buch­wert und die ggf. anfal­len­den Über­füh­rungs­kos­ten den Betriebs­auf­ga­be­ge­winn. Sinn die­ser Ermitt­lung ist jeweils, die im Laufe der Betriebs­jahre gebil­de­te­ten stil­len Reser­ven nun bei Unternehe­mensende auf­zu­de­cken und zu besteu­ern. Stille Reser­ven ent­ste­hen immer dann, wenn der Buch­wert hin­ter dem tat­säch­li­chen Wert des Betriebs­ver­mö­gens zurück­bleibt; bei­spiels­weise durch eine steu­er­li­che Abschrei­bung, die über der tat­säch­li­chen Abnut­zung liegt. Da sich diese stil­len Reser­ven aber meist über meh­rere Jahre bil­den, bei einer Betriebs­ver­äu­ße­rung oder Auf­gabe jedoch geballt in einem Zeit­punkt auf­ge­deckt wer­den, hat der Gesetz­ge­ber eine begüns­tigte Besteue­rung ein­ge­rich­tet, um Nach­teile durch den pro­gres­siv gestal­te­ten Ein­kom­men­steu­er­ta­rif abzu­mil­dern.

Begüns­tigte Besteue­rung. Liegt eine Betriebs­ver­äu­ße­rung oder eine Betriebs­auf­gabe vor, kön­nen sich grund­sätz­lich zwei Ver­güns­ti­gun­gen erge­ben. Zum eine exis­tiert ein Frei­be­trag in Höhe von 45.000 Euro, der jedoch ab einem Ver­äu­ße­rungs- bzw. Auf­ga­be­ge­winn von 136.000 Euro suk­zes­sive abschmilzt und bei 181.000 Euro null erreicht. Des Wei­te­ren exis­tie­ren zwei alter­na­tive begüns­tigte Tarife, die je nach Erfül­lung der jewei­li­gen Vor­aus­set­zun­gen, auf den Gewinn nach Frei­be­trag ange­wen­det wer­den kön­nen.

Fazit. Die­ser Arti­kel kann ledig­lich eine kleine Über­sicht über die Besteue­rung einer Ver­äu­ße­rung oder einer Auf­gabe des Ein­zel­un­ter­neh­mens geben, deu­tet jedoch bereits die Kom­ple­xi­tät die­ses steu­er­recht­li­chen Gebiets an. Um eine opti­male Aus­nut­zung steu­er­li­cher Ver­güns­ti­gun­gen und eine Mini­mie­rung der Steu­er­last zu ermög­li­chen, soll­ten Sie stets den Rat und eine genaue Ana­lyse Ihres Steu­er­be­ra­ters ein­ho­len.

This is a unique website which will require a more modern browser to work! Please upgrade today!