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Steu­ern spa­ren mit Hand­wer­ker-, Rei­ni­gungkrafts- und Haus­halts­hil­fen­ab­rech­nun­gen

Fal­len im pri­va­ten Haus­halt Repa­ra­tu­ren oder Reno­vie­run­gen an, kön­nen die Rech­nun­gen hier­für schnell hohe Sum­men errei­chen. Zum Glück gibt es die Mög­lich­keit den Staat an die­sen aber auch an wei­te­ren Kos­ten wie z.B. für eine pri­vate Rei­ni­gungs­kraft zu betei­li­gen und sich einen Teil des Gel­des im Rah­men der Steu­er­erklä­rung wie­der­zu­ho­len.


Die soge­nannte Steu­er­ermä­ßi­gung für haus­halts­nahe Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse und für die Inan­pruch­nahme haus­halts­na­her Dienst­leis­tun­gen sowie Hand­wer­k­erleis­tun­gen wurde ursprüng­lich vom Gesetz­ge­ber zur Bekämp­fung der Schwarz­ar­beit ein­ge­führt und sollte durch die Steu­er­ermä­ßi­gung einen Anreiz dar­stel­len, die Leis­tung regu­lär mit Rech­nung zu erbrin­gen. Sie stellt aber dar­über hin­aus eine gute Mög­lich­keit dar, die eigene Ein­kom­men­steuer zu ver­rin­gern. Grund­sätz­lich gibt es drei Berei­che der Dienst­leis­tun­gen, die unter die Steu­er­ermä­ßi­gung fal­len:

Anstel­lung einer 400-Euro Kraft. Wird pri­vat eine Haus­halts­hilfe für den eige­nen Haus­halt im Rah­men einer gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gung ein­ge­stellt, so kann sich die tarif­li­che Ein­kom­men­steuer um bis zu 20 Pro­zent der Kos­ten, maxi­mal jedoch um 510 Euro ermä­ßi­gen. Zu beden­ken ist hier­bei, dass der ent­spre­chende Anteil der Kos­ten hier­für und für die bei­den fol­gen­den Dienst­leis­tungs­ar­ten direkt von der tarif­li­chen Ein­kom­men­steuer abge­zo­gen wer­den kann und nicht wie bei Wer­bungs­kos­ten nur die steu­er­li­che Bemes­sungs­grund­lage ver­rin­gert.

Haus­halts­nahe Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse oder haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen. Wird keine 400-Euro Kraft ein­ge­stellt, kann die Ein­kom­men­steuer eben­falls um bis zu 20 Pro­zent der Kos­ten für ein haus­halts­na­hes Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis oder einer haus­halts­nahe Dienst­leis­tung ermä­ßigt wer­den; aller­dings im Gegen­satz zur gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gung um bis zu 4.000 Euro. Hier­un­ter fal­len nicht nur typi­sche Haus­halts­tä­tig­kei­ten wie z.B. die Zube­rei­tung von Mahl­zei­ten und die Rei­ni­gung der Woh­nung son­dern auch die Pflege und Betreu­ung von Kin­dern oder pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­so­nen.

Hand­wer­k­erleis­tun­gen. Fal­len Kos­ten eines Hand­wer­kers für die Reno­vie­rung, Erhal­tung oder Moder­ni­sie­rung der Woh­nung oder des Hau­ses an, kann sich die Ein­kom­men­steuer eben­falls um 20 Pro­zent der Auf­wen­dun­gen hier­für, maxi­mal jedoch um 1.200 Euro ver­min­dern. Aus­ge­nom­men hier­von sind öffent­lich geför­derte Maß­nah­men, wie z.B. die CO²-Gebäu­de­sa­nie­rung mit dem För­der­pro­gramm der KFW-Bank.

Aus­nah­men. Der Steu­er­ab­zug kann nur erfol­gen, soweit die Kos­ten nicht unter die Wer­bungs­kos­ten bzw. Betriebs­aus­ga­ben, außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen oder unter die Son­der­aus­ga­ben fal­len. Stel­len die Auf­wen­dun­gen ein­kom­men­steu­er­recht­li­che Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten dar, so schei­det eine Steu­er­ermä­ßi­gung gänz­lich aus. Des Wei­te­ren sind Bar­zah­lun­gen grund­sätz­lich von der Steu­er­ermä­ßi­gung aus­ge­schlos­sen. Ver­ein­ba­ren Sie daher immer eine Über­wei­sung.

Hin­weis. Eine Ermä­ßi­gung der Ein­kom­men­steuer kommt nur dann in Frage, wenn der Steu­er­pflich­tige Auf­trag­ge­ber oder Arbeit­ge­ber einer haus­halts­na­hen Dienst­leis­tung oder Beschäf­ti­gung ist, eine Rech­nung erhält und die Zah­lung der Kos­ten auf das Konto des Leis­tungs­er­brin­gers erfolgt ist. Dies ist ggf. auch anhand der detail­lier­ten Rech­nung bzw. Lohn­ab­rech­nung und eines Kon­to­aus­zugs nach­zu­wei­sen. Bei Anstel­lung einer 400-Euro Kraft dient eine zum Jah­res­ende erteilte Beschei­ni­gung (nach § 28h Abs.4 SGB IV) der Mini­job-Zen­trale als Nach­weis. Wei­ter­hin zu beach­ten ist, dass nur Arbeits­kos­ten abzugs­fä­hig sind, nicht dage­gen die Kos­ten für Mate­rial oder gelie­ferte Waren. Daher muss sich aus der Rech­nung auch das Ent­gelt für die Arbeits­leis­tung und für das Mate­rial getrennt ent­neh­men las­sen. Die Höchst­gren­zen gel­ten jeweils nur haus­halts­be­zo­gen, d.h. auch bei zwei Allein­ste­hen­den in einem Haus­halt kann ins­ge­samt für beide nur der jewei­lige ein­fa­che Höchst­be­trag gel­tend gemacht wer­den.

Tipp. Auch Mie­ter einer Woh­nung kön­nen eine Steu­er­ermä­ßi­gung erhal­ten, wenn die von ihnen zu zah­len­den Neben­kos­ten Beträge umfas­sen, die für haus­halts­nahe Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen oder Hand­wer­k­erleis­tun­gen geschul­det wer­den und der Anteil des Mie­ters an den vom Ver­mie­ter (unbar!) gezahl­ten Auf­wen­dun­gen aus der Jah­res­ab­rech­nung her­vor­geht.

Fazit. Durch die Mög­lich­keit der Steu­er­ermä­ßi­gung für Auf­wen­dun­gen für haus­halts­nahe Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, haus­halts­nahe Dienst­leis­tun­gen und Hand­wer­k­erleis­tun­gen lässt sich bei Beach­tung der Anfor­de­run­gen des Gesetz­ge­bers eine Menge Geld spa­ren. Nut­zen Sie diese Mög­lich­keit und las­sen Sie sich bei Bedarf oder Unsi­cher­hei­ten über die genauen Vor­aus­set­zun­gen von Ihrem Steu­er­be­ra­ter hel­fen.

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