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Die Besteue­rung von Fir­men­wa­gen bei Arbeit­neh­mern

Arbeit­neh­mer, die von ihrem Arbeit­ge­ber einen Fir­men­wa­gen für Dienst­fahr­ten erhal­ten, kön­nen die­sen oft­mals auch für pri­vate Zwe­cke benut­zen. Die Fir­men­wa­gen­ge­stel­lung stellt heut­zu­tage durch­aus auch ein Mit­tel dar, um hoch­qua­li­fi­zierte Mit­ar­bei­ter zu gewin­nen bzw. an das Unter­neh­men zu bin­den. Jedoch stellt sich anschlie­ßend die Frage, ob die pri­vate Fir­men­wa­gen­nut­zung auch ver­steu­ert wer­den muss?


Grund­sätz­lich stellt die pri­vate Ver­wen­dung eines Dienst­wa­gens durch den Arbeit­neh­mer einen geld­wer­ten Vor­teil dar, den der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­neh­mer gewährt. Man bezeich­net die­sen auch als Sach­be­zug oder Sach­lohn im Rah­men der nicht­selbst­stän­di­gen Arbeit. Für die Ermitt­lung des ent­spre­chen­den geld­wer­ten Vor­teils des Arbeit­neh­mers exis­tie­ren grund­sätz­lich zwei Mög­lich­kei­ten.

Die Fahr­ten­buch­me­thode. Bei der Fahr­ten­buch­me­thode muss ein aus­führ­li­ches Fahr­ten­buch über sämt­li­che Fahr­ten mit dem Fir­men­wa­gen geführt wer­den. Des Wei­te­ren müs­sen sämt­li­che Kos­ten, die für das Kraft­fahr­zeug ange­fal­len sind, auf­ge­zeich­net und belegt wer­den. Anhand des Ver­hält­nis­ses von pri­vat gefah­re­nen Kilo­me­tern zu dienst­lich zurück­ge­leg­ten Stre­cken wer­den dann die ent­stan­de­nen Kos­ten des Kraft­fahr­zeugs auf die Pri­vat- und die Dienst­fah­ren auf­ge­teilt. Der pri­vat moti­vierte Teil der Kos­ten wird dann der Besteue­rung beim Arbeit­neh­mer, prin­zi­pi­ell als Arbeits­lohn, unter­wor­fen. Unter die Pri­vat­fahr­ten fal­len grund­sätz­lich die Wege zwi­schen Woh­nung- und Arbeits­stätte, Fami­li­en­heim­fahr­ten im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung (falls für sie kein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug in Frage kommt) sowie die sons­ti­gen pri­vat moti­vier­ten Fahr­ten.

Die pau­schale Pro­zent­me­thode. Die pau­schale Pro­zent­me­thode stellt eine Pau­scha­lie­rung der Bemes­sung des geld­wer­ten Vor­teils aus der Pri­vat­nut­zung eines Fir­men­wa­gens dar. Der zu ver­steu­ernde Sach­be­zug ermit­telt sich hier­nach wie folgt:

  1. Pro Kalen­der­mo­nat 1 Pro­zent des inlän­di­schen Lis­ten­prei­ses im Zeit­punkt der Erst­zu­las­sung zuzüg­lich der Kos­ten für Son­der­aus­stat­tung ein­schließ­lich Umsatz­steuer abge­run­det auf volle 100 EUR. Dies gilt unab­hän­gig davon, ob das Fahr­zeug neu, gebraucht oder geleast ist.
  2. Kann das Fahr­zeug auch für die Wege zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stätte benutzt wer­den, erhöht sich der geld­werte Vor­teil um 0,03 Pro­zent des Lis­ten­prei­ses pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter zwi­schen Wohn- und Arbeits­stätte für jeden Kalen­der­mo­nat.
  3. Wird das Fahr­zeug auch für Fami­li­en­heim­fahr­ten im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung ver­wen­det, so beträgt der zu ver­steu­ernde Sach­lohn zusätz­lich pro Fahrt und Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter 0,002 Pro­zent des Lis­ten­prei­ses. Kann für die jewei­lige Fami­li­en­heim­fahrt ein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung ange­setzt wer­den, so ent­fällt für diese Fahrt die Besteue­rung der Fir­men­wa­gen­be­nut­zung; aller­dings auch der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug.

Wahl des Ver­fah­rens. Das gewählte Ver­fah­ren muss durch den Arbeit­ge­ber in Abstim­mung mit dem Arbeit­neh­mer für ein Kalen­der­jahr fest­ge­legt wer­den und darf nicht inner­halb die­ses Zeit­rau­mes gewech­selt wer­den. Der Arbeit­neh­mer ist aller­dings bei sei­ner Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung nicht an das bei der Lohn­steu­er­erhe­bung gewählte Ver­fah­ren durch den Arbeit­ge­ber gebun­den. Stellt sich also her­aus, dass das jeweils andere Ver­fah­ren für ihn güns­ti­ger ist, kann er die­ses unter Beach­tung der all­ge­mei­nen Vor­aus­set­zun­gen zur Berech­nung des geld­wer­ten Vor­teils aus der Dienst­wa­gen­nut­zung her­an­zie­hen.

Fazit. Die rich­tige Wahl der Berech­nungs­me­thode zur Ermitt­lung des geld­wer­ten Vor­teils aus der Fir­men­wa­gen­ge­stel­lung für Arbeit­neh­mer kann erheb­li­che Steu­er­ein­spa­rungs­mög­lich­kei­ten ber­gen. Nut­zen Sie diese Chance und las­sen Sie sich von ihrem Steu­er­be­ra­ter die indi­vi­du­ell opti­male Vari­ante berech­nen.

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