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Das Ehe­gat­ten­split­ting

Die Zusam­men­ver­an­la­gung von Ehe­gat­ten und das Ehe­gat­ten­split­ting stel­len grund­sätz­lich eine steu­er­li­che För­de­rung der Ehe als Erwerbs- und Ver­brauchs­ge­mein­schaft in Deutsch­land dar, die in letz­ter Zeit durch­aus immer wie­der Gegen­stand poli­ti­scher Dis­kus­sio­nen war. Doch worin besteht eigent­lich der steu­er­li­che Vor­teil des Ehe­gat­ten­split­tings und greift die­ser tat­säch­lich immer?


Vor­aus­set­zun­gen. Für die Zusam­men­ver­an­la­gung müs­sen die Ehe­gat­ten grund­sätz­lich beide unbe­schränkt ein­kom­men­steu­er­pflich­tig und ver­hei­ra­tet sein. Des Wei­te­ren dür­fen sie nicht dau­ernd getrennt leben. Sind diese Vor­aus­set­zun­gen zu Beginn des Jah­res gleich­zei­tig erfüllt oder im Laufe des­sen ein­ge­tre­ten, kön­nen die Ehe­gat­ten die Zusam­men­ver­an­la­gung wäh­len. Eine Min­dest­dauer für das Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen exis­tiert nicht. Folg­lich ist auch eine Zusam­men­ver­an­la­gung direkt im Jahr der Hei­rat mög­lich. Die Zusam­men­ver­an­la­gung muss aller­dings von bei­den Ehe­gat­ten gewählt wer­den. Wählt einer die getrennte Ver­an­la­gung, wer­den beide Ehe­gat­ten getrennt ver­an­lagt.

Funk­ti­ons­weise. Bei der Zusam­men­ver­an­la­gung wer­den die Ein­künfte der Ehe­gat­ten zusam­men­ge­rech­net und ihnen gemein­sam zuge­rech­net. Anschlie­ßend wird im Rah­men des Ehe­gat­ten­split­tings das gemein­same zu ver­steu­ernde Ein­kom­men hal­biert, dem Ein­kom­men­steu­er­ta­rif unter­wor­fen und die sich dar­aus erge­bende Steuer schließ­lich ver­dop­pelt.

Vor­teile. Grund­sätz­lich gilt:

Je wei­ter die Ein­kom­men der Ehe­gat­ten aus­ein­an­der lie­gen, desto höher ist der Steu­er­vor­teil.

Warum ist dies so? Der deut­sche Ein­kom­men­steu­er­ta­rif ist pro­gres­siv aus­ge­stal­tet; d.h. der Steu­er­satz mit dem zusätz­li­ches Ein­kom­men ver­steu­ert wird, steigt an. Die­ser soge­nannte Grenz­steu­er­satz beginnt bei 14 Pro­zent und endet bei bis zu 45 Pro­zent. Je nied­ri­ger das Ein­kom­men ist, desto gerin­ger ist also prin­zi­pi­ell auch der Grenz­steu­er­satz. Wenn nun das addierte Gesamt­ein­kom­men der Ehe­gat­ten hal­biert wird, so kön­nen nied­ri­gere Grenz­steu­er­sätze erreicht wer­den. Dies ist dann der Fall, wenn ein Ehe­part­ner sehr viel ver­dient und der andere sehr wenig. Auf diese Weise wird die Anwen­dung des hohen Grenz­steu­er­sat­zes beim Mehr­ver­die­nen­den ver­mie­den. Beson­ders hoch fällt die Steu­er­erspar­nis aus, wenn ein Ehe­part­ner gar kein Ein­kom­men gene­riert, da bei der Zusam­men­ver­an­la­gung grund­sätz­lich zwei Grund­frei­be­träge gewährt wer­den, die dann mit dem Ein­kom­men des Allein­ver­die­ners ver­rech­net wer­den kön­nen. Auch im Fall, dass ein Ehe­gatte einen Ver­lust erwirt­schaf­tet und der andere posi­tive Ein­künfte erzielt, kann im Rah­men der Zusam­men­ver­an­la­gung der Ver­lust direkt mit den posi­ti­ven Ein­künf­ten des Ehe­gat­tens ver­rech­net und so die Steu­er­last gesenkt wer­den. Die Lite­ra­tur spricht in die­sem Falle vom soge­nann­ten “inner­ehe­li­chen Ver­lust­aus­gleich”. Je näher die bei­den Ein­künfte der Ehe­part­ner anein­an­der lie­gen, desto gerin­ger ist aller­dings auch die Steu­er­erspar­nis und kann sich bei exakt glei­cher Höhe auch auf null redu­zie­ren.

Gna­den­split­ting. Selbst bei Been­di­gung der Ehe durch den Tod kann, wenn auch zeit­lich begrenzt, das Ehe­gat­ten­split­ting ange­wen­det wer­den. Diese Mög­lich­keit wird als Gna­den­split­ting bezeich­net. Stirbt ein Ehe­gatte, so kann in die­sem und im Jahr dar­auf der ver­wit­wete Steu­er­pflich­tige das Ehe­gat­ten­split­ting wei­ter­hin wäh­len, falls die Ehe­gat­ten im Zeit­punkt des Todes beide die Vor­aus­set­zun­gen für die Zusam­men­ver­an­la­gung mit Ehe­gat­ten­split­ting erfüllt haben.

 

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