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Zwi­schen­bi­lanz zur Unter­neh­mer­ge­sell­schaft

Gut zwei Jahre ist es her: Am 1. Novem­ber 2008 trat das „Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des GmbH-Rechts und zur Bekämp­fung von Miss­bräu­chen“ (MoMiG) in Kraft. Mit dem Gesetz war die Mög­lich­keit der Grün­dung einer soge­nann­ten „Mini-GmbH“, der UG (haf­tungs­be­schränkt), ver­bun­den. Wie die exis­tenz­grün­der­freund­li­che Vari­ante der klas­si­schen GmbH in den ers­ten zwei Jah­ren seit Ein­füh­rung in der Pra­xis ange­kommen ist, soll der nach­fol­gende Arti­kel beleuch­ten.


Unter­neh­mer, die zum Zweck der Haf­tungsbeschränkung eine Kapitalge­sellschaft grün­den wol­len, muss­ten bis 2008 bei einer klas­si­schen GmbH ein Stamm­ka­pi­tal von 25.000 Euro auf­brin­gen. Eine bri­ti­sche Limi­ted ist zwar mit einem Pfund erheb­lich bil­li­ger, der Nach­teil hier war und ist aller­dings, dass bri­ti­sches Ge­sellschaftsrecht ange­wen­det wer­den muss.

Der deut­sche Gesetz­ge­ber erkannte die miss­li­che Lage von grund­sätz­lich an einer Exis­tenz­grün­dung inter­es­sier­ten Unter­nehmern, die ent­we­der vom hohen Stamm­kapital oder aber vom bri­ti­schen Gesell­schaftsrecht abge­schreckt waren, und führte Ende 2008 die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft ein. Seit­dem ist es für Unter­neh­mens­grün­der mög­lich, bereits mit einem Stamm­ka­pi­tal von nur einem Euro eine Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung ins Leben zu rufen.

Bereits 34.000 Grün­dun­gen Und die Grün­der neh­men die kleine Schwes­ter der GmbH als Gesell­schafts­form durch­aus an: Seit Ende 2008 steigt die Zahl der Unterneh­mergesellschaften ste­tig. Im Juli 2010, also ein­ein­halb Jahre nach der Ein­füh­rung, exis­tier­ten in der Bun­des­re­pu­blik bereits 34.000 Mini-Gesell­schaf­ten – das über­traf alle Erwar­tun­gen von Exper­ten.

Pro­blem des gerin­gen Stamm­ka­pi­tals Al­lerdings sind mit der Grün­dung auch Schwie­rigkeiten ver­bun­den: Es lässt sich feststel­len, dass die Grün­dun­gen in den sel­tens­ten Fäl­len mit nur einem Euro Stamm­ka­pi­tal ver­bun­den sind. Der deut­sche Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) befragte Ende 2009 80 Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHK), wie die neue UG in der Pra­xis umge­setzt wird. Die Stu­die ergab unter ande­rem, dass nur 12 Pro­zent der befrag­ten Gesell­schaften mit einem Euro gegrün­det wur­den. Die Mehr­zahl der UGs war hin­ge­gen mit einem Kapi­tal von 1.000 Euro, in Einzel­fällen bis zu 5.000 Euro aus­ge­stat­tet. Den­noch sehen Kri­ti­ker der neuen GmbH-Form wei­ter­hin die Pro­ble­ma­tik eines zu gerin­gen Stamm­ka­pi­tals, da 1.000 Euro noch immer weit unter den 25.000 Euro der klas­si­schen GmbH lie­gen. Nicht ver­wun­der­lich also, dass Ban­ken der UG oft skep­tisch gegenüberste­hen und den Grün­dern im Zwei­fel Geschäfts­konten ver­weh­ren, wie die Stu­die des DIHK zeigt.

Kri­ti­ker der UG bemän­geln den wei­ter­hin hohen büro­kra­ti­schen Auf­wand Im Rah­men der Ein­füh­rung des Geset­zes 2008 hat­te die dama­lige Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Bri­gitte Zypries erklärt, mit der GmbH-Reform den nöti­gen recht­li­chen Rah­men schaf­fen zu wol­len, damit unter­neh­me­ri­sche Ideen schnell und unkom­pli­ziert rea­li­sier­bar wür­den.

Kri­ti­sche Stim­men bemer­ken, dass die Grün­dung einer UG noch recht lang­wie­rig und kos­ten­in­ten­siv ist. Die Stu­die des DIHK scheint den Kri­tik­punkt der lang­wie­ri­gen Anmel­dung zu bestä­ti­gen: Rund zehn Tage dau­ert es, bis die Gesell­schaft im Handels­register auf­taucht – und dass, obwohl ein Mus­ter­pro­to­koll die For­ma­li­tä­ten erleich­tern soll.

Als Nach­teil in puncto Kostenintensi­tät gegen­über der Limi­ted wird häu­fig an­geführt, dass 25 Pro­zent des Jahresüber­schusses bei der UG in die Gewinn­rück­lage ein­ge­stellt wer­den muss. Dies gilt bis zum Errei­chen von 25.000 Euro. Gerade für Exis­tenz­grün­der ist dies eine schwie­rige Heraus­forderung.

Trend in Rich­tung Unternehmergesell­schaft Zu berück­sich­ti­gen ist in die­sem Zusam­men­hang jedoch, dass die Thesaurie­rungspflicht erst nach Zah­lung der Gehäl­ter für die Geschäfts­füh­rer greift.

Sind 25.000 Euro an Rück­la­gen erreicht, kann die UG pro­blem­los in eine GmbH umfir­miert wer­den. Da die UG gesellschaftsrecht­lich eine GmbH ist, bedarf es kei­ner form­wechselnden Umwand­lung im Rechts­sinne.

Pro­ble­ma­tisch gestal­tet sich jedoch die Ver­wen­dung des Mus­ter­pro­to­kolls bei einer UG mit meh­re­ren Gesell­schaf­tern: Das Pro­tokoll sieht keine „Vin­ku­lie­rungs­pflicht“ für die Gesell­schaf­ter vor, das heißt Geschäfts­anteile las­sen sich an Dritte über­tra­gen, ohne dass die übri­gen Gesell­schaf­ter zu­stimmen müs­sen.

Der Trend geht ins­ge­samt jedoch in Rich­tung Unter­neh­mer­ge­sell­schaft. Gerade die Kom­bi­na­tion mit einer KG hat sich bewährt. Anders als bei einer typi­schen Kommandit­gesellschaft ist der per­sön­lich haf­tende Ge­sellschafter (Kom­ple­men­tär) keine natür­liche Per­son, son­dern eine UG.

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